Einsatz in Staufen im Breisgau

Gefährlicher Vorfall in Postzentrum: Zwei E-Autos brennen völlig aus

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Staufen bei den Löscharbeiten im Verteilerzentrum der Deutschen Post.
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Am Dienstag brannten zwei E-Autos der Post in Staufen im Breisgau vollständig aus. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig.
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    VonJulian Baumann
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Autobauer weltweit setzen stark auf das E-Auto. Ein Brand der elektrisch betriebenen Fahrzeuge kann jedoch zum Problem werden, wie ein Vorfall in Staufen am Dienstag zeigte.

Stuttgart/Staufen - In der weltweiten Autoindustrie gilt die E-Mobilität als Technologie der Zukunft. Auch die Daimler AG aus Stuttgart setzt auf das E-Auto und stellte vor wenigen Wochen ihr bislang leistungsstärkstes Modell vor. Der EQS soll zum Super-Konkurrenten für Tesla werden. Zudem feiert auch die Porsche AG mit dem vollelektrischen Sportwagen Taycan große Erfolge. Das E-Auto ist inzwischen das meistverkaufte Porsche-Modell in Europa.

Der Fokus auf die E-Autos soll auch die Verbrenner-Modelle immer mehr von den Straßen verdrängen und damit die CO2-Bilanz deutlich senken. Daimler plant beispielsweise bis 2030 komplett CO2-neutral zu produzieren. Dieses Ziel setzte auch die EU den Autobauern. Die E-Autos sind zwar vermeintlich klimafreundlicher als die Benzin- und Diesel-Modelle. Im Falle eines Brandes stellen sie die Feuerwehr jedoch vor ganz besondere Probleme.

Das zeigte vor einigen Wochen auch ein „hochgefährlicher“ Vorfall mit einem Mercedes E-Auto an einer Ladesäule in Biberach. Laut der Polizei Freiburg ereignete sich am Dienstag, 22. Juni, in Staufen im Breisgau ein ähnlicher Vorfall. Dort gingen zwei E-Autos der Post in Flammen auf.

E-Autos der Post fangen Feuer: Feuerwehr steht vor einem großen Problem

Viele Lieferdienste setzen inzwischen auf elektrisch betriebene Fahrzeuge. Der Handelsriese Amazon bestellte beispielsweise 1.300 Elektrolieferwägen bei der Daimler AG. Doch Daimlers Deal mit Amazon wurde zur Enttäuschung. Auch die Deutsche Post liefert ihre Briefe und Pakete oftmals mit E-Fahrzeugen aus. Das führte in Staufen allerdings zu einem heiklen Feuerwehreinsatz. Laut der Polizeimeldung brannten die E-Autos beim Post-Verteilerzentrum Gewerbegebiet Gaisgraben vollständig aus und auch ein weiteres E-Auto fing Feuer.

Nur mit einem bestimmen Löschschaum sei es der Feuerwehr gelungen, ein Übergreifen der Flammen auf das benachbarte Gebäude und die Vegetation zu verhindern, sagte Staufens Feuerwehrkommandant Rainer Brinkmann. Im Gegensatz zu einem Löschvorgang mit Wasser, das zum einen die Hitze des Feuers abkühlt und die umliegende Luft verdrängt, erstickt der Löschschaum das Feuer und entzieht ihm die Sauerstoffzufuhr. Bei einem E-Auto-Brand ist die Arbeit der Feuerwehr mit einer Erstickung des Feuers allerdings noch lange nicht getan.

E-Auto-Brand: Gefahr durch chemische Reaktionen in den Akku-Batterien

Die E-Autos stehen oftmals aufgrund ihrer schweren Akkus in der Kritik. Aufgrund des Gewichts entstehen beispielsweise starke Abreibungen an den Reifen und auch auf den Straßen. Im Falle eines Brandes stellt sich dagegen ein besonders kritisches Problem ein. Durch die Entzündung der E-Auto-Batterie entstehen lang anhaltende chemische Reaktionen, denen weder mit Wasser noch mit Löschschaum beizukommen ist. Stattdessen müssen die zerstörten E-Autos in einem speziellen Container vollständig mit Wasser geflutet und die chemischen Substanzen so determiniert werden. Das wurde auch nach dem Vorfall in Biberach vor einigen Wochen so durchgeführt. Ein solcher Container steht jedoch nicht jeder Feuerwehr zur Verfügung.

Auch die Feuerwehr Staufen stand nach dem E-Auto-Brand der Postfahrzeuge vor einem solchen Problem. Glücklicherweise besitzt die Feuerwehr Bad Krozingen seit einigen Monaten zwei der speziell ausgestatteten Container. Dadurch gelang es den Einsatzkräften, die ausgebrannten E-Autos in den Containern mit Wasser zu fluten. Anschließend müssen die Fahrzeuge 24 Stunden auskühlen. Da jedoch auch ein drittes E-Auto der Post Feuer gefangen hatte, musste ein weiterer Container aus Kehl (Ortenaukreis) herangeschafft werden.

Laut der Mitteilung der Polizei Freiburg ist die Brandursache für den Vorfall in Staufen noch nicht geklärt. Ein technischer Defekt an den Batterien der E-Autos wird jedoch als wahrscheinlichste Ursache angenommen. Ein Fremdverschulden ist laut der Polizei dagegen unwahrscheinlich. Die Höhe des entstandenen Sachschadens wird im oberen fünfstelligen Bereich verortet.

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