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Durch Ukraine-Krieg: verbale Übergriffen gegen Deutsche aus Russland nehmen zu

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Ukraine-Konflikt - Demonstration in Stuttgart
Viele Menschen gehen aufgrund des Russland-Ukraine-Konflikts auf die Straße und demonstrieren friedlich. Jedoch erleben auch immer mehr Deutsche aus Russland Anfeindungen. © Christoph Schmidt/dpa

Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hat auch auf Menschen Russland-stämmige Deutsche Auswirkungen. Sie werden beleidigt, angefeindet und diskriminiert.

Lahr (dpa/lsw) - Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine führt aus Sicht der in Kasachstan geborenen Unternehmerin Olesja Romme zu verbalen Übergriffen gegen Deutsche aus Russland. «Seit einigen Tagen erleben wir Hetze, Anfeindungen und Diskriminierung gegenüber Deutschen aus Russland und russischen Staatsbürgern», sagte Romme, die auch Vertreterin der Lahrer Landsmannschaft der Deutschen aus Russland ist, der «Stuttgarter Zeitung» und den «Stuttgarter Nachrichten».

Kinder würden in der Schule gemobbt, auch am Arbeitsplatz spüre man Spannungen. «Wenn das nicht sofort unterbunden wird, könnte sich in Deutschland ein großer interner Konflikt entwickeln.» Etwa ein Viertel der knapp 48.000 Lahrer hat Wurzeln in der ehemaligen Sowjetunion.

Deutsche aus Russland werden angefeindet: „Diese Menschen können nichts für den Krieg“

Dabei wies die Unternehmerin in den Blättern darauf hin, dass viele Opfer der Anfeindungen gar keine Wurzeln in Russland haben. Deutsche aus Russland sei ein allgemeiner Begriff, der auch Menschen einschließe, die aus Kasachstan oder anderen ehemaligen Sowjetstaaten nach Deutschland kämen. Es gebe in dieser Gruppe Menschen, die den russischen Präsidenten Wladimir Putin als Aggressor betrachten, und solche, die ihn als Opfer von gebrochenen Versprechungen der Nato sehen. Romme betonte aber: «Egal, welche Ansichten jemanden vertritt, niemand heißt den Krieg gut.» Es gelte klarzustellen, dass diese Menschen genauso wie die in Russland oder in der Ukraine nichts für den Krieg können.

In den letzten Wochen solidarisierten sich viele Menschen und Unternehmen mit der Ukraine. Aufgrund von Diskriminierung stießen nicht alle Aktionen auf Zustimmung. So hagelte es etwa viel Kritik, als eine Bäckereikette den russischen Zupfkuchen als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine umbenannte.

Weitaus besser kam eine Aktion einer anderen Bäckerei an. Die Bäckerei Wanner aus Holzgerlingen verkauft „Ukrainer“-Gebäck, um Spenden für die Betroffenen des Ukraine-Kriegs zu sammeln.

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