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Drohender Felssturz im Höllental: 60-Tonnen-Koloss wird gesprengt

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Polizeiabsperrung
Wegen einer Sprengung ist bei Freiburg die B31 komplett gesperrt (Symbolbild) – Umleitungen sind eingerichtet © David Inderlied/dpa

Im Höllental bei Freiburg soll am Freitag ein 60 Tonnen schwerer Felsbrocken gesprengt werden – die B31 und die Zugstrecke sind komplett gesperrt.

Freiburg (dpa/lsw) – Der Felsbrocken im Höllental bei Freiburg soll nach Angaben der Bahn wahrscheinlich am Freitagmittag gesprengt werden. Der geschätzt bis zu 60 Tonnen schwere Koloss bedroht die wichtigste Ost-West-Verbindung im südlichen Schwarzwald. Die viel befahrene Bundesstraße 31 durchs kurvige, enge Höllental bleibt zunächst komplett gesperrt, die Zugstrecke zudem voraussichtlich bis einschließlich Samstag.

Beide Verkehrsadern sind seit Montagabend aus Sicherheitsgründen dicht. Reisende und Pendler werden mit Bussen über Umwege an ihr Ziel gebracht. Sie brauchen laut Deutscher Bahn nun mindestens 50 Minuten länger, um über den Schwarzwald zu kommen.
Der Autoverkehr zwischen Freiburg und Titisee-Neustadt wird umgeleitet: Richtung Donaueschingen über Buchenbach, Spirzenstraße nach Hinterzarten; in die andere Richtung geht es über die B500 von St. Märgen nach Buchenbach.

Felsbrocken-Sprengung im Höllental: Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

«Die Strecke ist schon gut ausgelastet», sagte am Mittwoch ein Sprecher der Freiburger Polizei. Ein Verkehrschaos gebe es aber nicht. Ortskundige Autofahrer sollten den Streckenabschnitt weiträumig umfahren. Nach SWR-Recherchen sollten bereits am Mittwoch die Vorarbeiten für die Sprengung beginnen: Experten sollten Löcher in den Fels bohren, in denen der Zündstoff für die Sprengung platziert wird. Im Höllental kam es schon öfter zu Felsstürzen.

Nach der Sprengung werden die Felswände immer aufwendig gesichert. In der «Badischen Zeitung» erläuterte Ingenieurgeologe Clemens Ruch vom Landesbergbauamt, dass solche Ereignisse «in der Natur der Felsen» liegen. Ein Fels sei durchzogen von Klüften und Spalten. In diese laufe Regenwasser, und auch Baumwurzeln arbeiteten sich hinein. Im Winter bilde sich in den Klüften Eis, was zur Auflockerung des Felsgefüges führe.

Der Übergang vom Winter zum Frühling sei die typische «Steinschlag-Saison», so der Experte in der Zeitung. Das tiefeingeschnittene Höllental mit der canyonartigen Struktur ist demnach für Felsstürze besonders anfällig. Ruch rechnet wegen des Klimawandels mit häufigeren extremen Niederschlagsereignissen, die Felsen in Bewegung bringen. 

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