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Drogerieriesen dm und Müller verdienen Milliarden dank Corona-Maßnahmen

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Von: Julian Baumann

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Vor der einem Ladengeschäft des Drogerie Markt Müller steht die Kundschaft in der Schlange.
Die Drogerieriesen Müller und dm aus Baden-Württemberg profitieren von den Corona-Maßnahmen. Die Filialen waren durchgehend geöffnet. © Arnulf Hettrich/Imago

Die Corona-Maßnahmen setzen dem Handel seit zwei Jahren massiv zu. Die Drogerieriesen dm und Müller aus Baden-Württemberg profitieren aber davon.

Karlsruhe/Ulm - Das Coronavirus in Baden-Württemberg sorgt inzwischen seit zwei Jahren für erhebliche Einschränkungen. Vor allem der Einzelhandel hatte massiv unter Maßnahmen wie den Lockdowns und aktuell den 2G-Regelungen zu leiden. Verkaufsgeschäfte wie Kleiderläden, Buchhandlungen oder Elektronikmärkte hatten im Verlauf der Pandemie immer wieder zwangsweise geschlossen und dürfen auch aktuell nur unter strengen Voraussetzungen öffnen.

Um die Grundversorgung der Bevölkerung jederzeit aufrechtzuerhalten, hatten Lebensmittelhändler wie Lidl und Kaufland und auch Drogerieketten wie dm aus Karlsruhe und Müller mit Sitz in Ulm durchgehend geöffnet. Die Drogerieketten dm und Müller aus Baden-Württemberg bilden mit Rossmann aus der Region Hannover die Drogerie-Dynastie Deutschlands. Die drei Familienunternehmen gehören zu den stillen Gewinnern der Krise und nahmen durch die Corona-Maßnahmen Milliarden ein, berichtet der Wirtschaftskurier.

dm und Müller: Drogerieriesen profitieren von Aufrechterhaltung der Grundversorgung

Die Karlsruher Drogeriekette dm ist mit 3.850 Filialen und 66.000 Mitarbeitern der größte Drogeriekonzern Deutschlands. Die Drogeriehandelskette Müller mit Hauptsitz in Ulm ist mit 800 Filialen und 35.000 Mitarbeitern zwar kleiner, bietet aber ein deutlich umfassenderes Sortiment an. Im Lockdown sorgte die Drogeriekette Müller mit ihrem Sortiment für Empörung. Grund dafür war, dass Müller neben Drogerieartikeln und Bio-Lebensmitteln auch CDs, Videospiele, Spielzeug und Bücher anbietet. Die Fachverkäufer solcher Artikel fühlten sich benachteiligt, da sie ihre Geschäfte im Lockdown geschlossen halten mussten. Als „Mischbetrieb“ konnte Müller die Artikel aber weiterverkaufen und profitierte dadurch von dieser Regelung. Das Unternehmen erwirtschaftete laut dem Wirtschaftskurier im Geschäftsjahr 2019/2020 rund vier Milliarden Euro.

Obwohl die Drogeriekette dm ein klassisches Sortiment aus Drogerieprodukten und Bio-Lebensmitteln anbietet, profitierten auch die Karlsruher deutlich von den Corona-Maßnahmen. Der Zugang zu den vielen Filialen in Deutschland war durchgehend ohne Test-, Impf- oder Genesenennachweis möglich, nur die Maskenpflicht gilt auch bei dm. Im Jahr 2020 machte dm trotz Corona-Krise einen Umsatz von rund 8,5 Milliarden Euro, berichtet der Wirtschaftskurier. dm erregte mit dem Fotoservice im Lockdown die Gemüter, da sich in diesem Fall Betriebe aufregten, die auf Fotografien spezialisiert sind. Beispielsweise fiel für sie im Jahr 2020 das gesamte Weihnachtsgeschäft weg, während die dm-Filialen inklusive Fotostationen weiterhin geöffnet waren.

Drogerieriese aus Baden-Württemberg: Müller führt 2G-Regelung in Filialen ein

Im Februar 2022 herrscht aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg im Einzelhandel die 2G-Regelung. Zutritt zu den Geschäften ist dementsprechend nur noch mit einer vollständigen Impfung oder einem Genesenennachweis möglich. Obwohl die Lebensmittelhändler Lidl und Kaufland nicht davon betroffen sind, fordern sie ein Ende der 2G-Regel im Einzelhandel. Die dm-Filialen sind aber auch weiterhin ohne Nachweis zu betreten. Zudem profitiert das Unternehmen, wie auch manche Lebensmittelhändler, vom Verkauf klassischer Pandemie-Artikel wie beispielsweise FFP2-Masken. Solche Masken sind seit einigen Tagen in Baden-Württemberg auch im öffentlichen Nahverkehr vorgeschrieben.

Dass die Drogeriekette dm von den Corona-Maßnahmen profitiert, zeigt auch, dass das Unternehmen sich im vergangenen Jahr erneut steigern konnte. Laut den Geschäftszahlen des Drogeriekonzerns zum Stichtag 30. September 2021 nahm das Unternehmen trotz anhaltender Corona-Krise im vergangenen Jahr 9,04 Milliarden Euro ein. Das entspricht einer Steigerung von 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Ulmer Unternehmen Müller lenkte in Bezug auf sein Mischsortiment inzwischen aber ein. Als erste Drogerie in Deutschland führte Müller die 2G-Regel in manchen Filialen ein.

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