Zukunftspläne

Nach dem Tod des Firmengründers Götz Werner: Was wird aus der Drogeriekette dm?

  • Sina Alonso Garcia
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dm gilt als die erfolgreichste Drogeriekette in Deutschland. Nach dem Tod von Firmengründer Götz Werner spricht sein Sohn Christoph Werner nun erstmals darüber, wie es mit dem Unternehmen weitergeht.

Karlsruhe - Der Tod von dm-Gründer Götz Werner im Februar 2022 bewegte zahlreiche Menschen. Der Firmenmogul, der im Alter von 78 Jahren starb, gründete den Konzern im Jahr 1973 und machte ihn zum größten und beliebtesten Drogeriemarkt des Landes. Nachdem Götz Werner 35 Jahre lang als anthroposophischer Pionier und Vordenker das Unternehmen geprägt hatte, übernahm sein Sohn Christoph Werner 2019 die Geschäftsführung. Wie will der Junior die Firma in Zukunft aufstellen?

Im Gespräch mit der Stuttgarter Zeitung erklärte Christoph Werner, dass die Drogeriekette dm nicht abgeneigt sei, in Zukunft auch verschreibungspflichtige Medikamente anzubieten. „Das ist für uns auf jeden Fall eine Chance, sofern sich die regulatorischen Rahmenbedingungen ändern“, so Werner. Er könnte sich vorstellen, dass dm bald, ähnlich wie Drugstores in den USA, Medikamente oder gängige Impfungen gegen Grippe oder Tetanus anbietet. “In Deutschland ist das bisher nicht erlaubt. Aber der Gesetzgeber wird sich Gedanken machen müssen, wie das Gesundheitssystem erschwinglich bleiben kann - ohne an der Qualität zu sparen. Dazu könnten wir einen Beitrag leisten.“

Christoph Werner über Pläne von dm: „Glaubwürdigkeit aufs Spiel zu setzen, ist keine gute Idee“

Während viele Händler in den vergangenen zwei Jahren immer wieder mit Schließungen zu kämpfen hatten, profitierte dm sogar von den Corona-Maßnahmen. Um die Grundversorgung der Bevölkerung aufrecht zu erhalten, waren Drogerieketten durchgehend geöffnet. Zwar bot dm zeitweise Spielwaren oder andere Drogerie-fremde Produkte an, um während des Lockdowns anderer Handelssegmente ein Ersatzangebot offerieren zu können. Langfristig hält es Christoph Werner allerdings für zielführender, den Fokus weiterhin auf klassische Drogerieprodukte zu legen. „Unsere Kernkompetenzen liegen bei Schönheit, Baby, Haushalt, Gesundheit und Fotodienstleistungen“, betont er. „Für kurzfristigen Mehrumsatz die Glaubwürdigkeit aufs Spiel zu setzen, ist keine gute Idee.“

dm-Chef Christoph Werner spricht über die Zukunftspläne des Unternehmens.

Von seinem Vater hat Christoph Werner viel gelernt, wie er im Interview mit der StZ erklärt. „Besonders in Erinnerung bleibt mir seine Fähigkeit, immer eine unternehmerische Perspektive zu finden und dann anzupacken.“ Das Motto seines Vaters sei gewesen: „Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.“ Voller Überzeugung habe er nach diesem Motto gehandelt. „Deswegen hat er in seinem Leben so viel bewegt.“

Steigt Sohn von Christoph Werner bei dm ein? „Ich glaube, er hat großes Potenzial“

Auch der 20-jährige Sohn von Christoph Werner könnte womöglich in Zukunft ins Unternehmen einsteigen. „Ich glaube, er hat großes Potenzial“, so Christoph Werner. „Er hat BWL studiert und bereits im Ausland Erfahrungen in der Konsumgüterindustrie gesammelt.“ Dem Vater ist jedoch wichtig, dass der Sohn seine eigene Entscheidung fällt: „Sicherlich könnte er einen Beitrag bei dm leisten, wenn er das möchte. Aber das ist ganz seine Entscheidung, so wie es meine war, als ich 2010 nach meiner langjährigen Arbeit für L‘Oréal und GlaxoSmithKline in Frankreich und den USA bei dm anfing.“ Er sei damals nicht „als Sohn des Gründers“ zu dm gekommen, sondern weil ihm „etwas zugetraut wurde“ und er „einen Beitrag leisten wollte“.

Rubriklistenbild: © Uli Deck/dpa

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