Ohne Wagen kein Zutritt

Wegen Einkaufswagenpflicht: dm-Kundin mit Baby verlässt wütend Filiale - „Wie soll man das bitte machen?“

Eine Mutter schiebt einen Kinderwagen.
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Einer dm-Kundin wurde eine Corona-Regel zum Verhängnis.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Auch für Mütter mit Kinderwagen gilt in der Corona-Pandemie die Pflicht, einen Einkaufswagen oder Korb mit in den Laden zu nehmen. Eine Kundin beschwerte sich deshalb bei der Drogeriekette dm.

Karlsruhe - Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg gelten beim Einkaufen strenge Regeln. Bei Kunden stoßen diese nicht selten auf Unverständnis. In einer Filiale der Drogeriekette dm geriet nun eine Kundin mit Kinderwagen an ihre Grenzen. Auf Facebook berichtet sie über den Vorfall, der sie sehr verärgert hat.

„Ich war gerade mit meinem Baby bei dm“, so die Kundin. „Eine Verkäuferin sprach mich an, dass ich doch bitte einen Einkaufswagen oder einen Korb nehmen soll.“ Da jedoch offenbar kein Korb mehr vorhanden war, stand der Kundin in dem Moment nur ein Wagen zur Verfügung. „Ich fragte die Verkäuferin, wie ich denn bitte einen Einkaufswagen nehmen soll, wenn ich doch einen Kinderwagen habe, mit dem ich auch den Abstand einhalten kann“, schreibt die Frau auf Facebook.

Kundin der Drogeriekette dm verlässt vor Wut den Laden - „Schiebe doch nicht zwei Wagen hinter mir her“

Ihre Beschwerde bei der Drogerie-Mitarbeiterin vor Ort half der Kundin wenig: „Ich sollte dann warten, bis ein Korb da ist, ansonsten müsse ich den Laden verlassen - was ich dann auch vor Wut gemacht habe“, so die Frau. „Soll ich etwa mein Kind aus dem Wagen nehmen und in den Einkaufswagen legen? Ich schiebe doch auch nicht zwei Wagen hinter mir her. Wie soll man es denn bitte machen?“ Die Läden seien schon „so eng gebaut, man kommt kaum durch, geschweige denn mit zwei Wagen.“

Während die Drogeriekette dm die Kritik dankend annahm und die Kundin freundlich an das Service Center verwies, reagierte eine andere Facebook-Nutzerin fassungslos auf die Beschwerde. „Wie kann man denn nach einem Jahr Pandemie immer noch nicht verstanden haben, dass die Einkaufskörbe nicht zum Abstandhalten da sind, sondern, damit die Anzahl der Kunden im Laden kontrolliert wird“, schrieb sie. „Dazu gibt es strenge gesetzliche Regelungen und bei Verstoß zahlt dm ein saftiges Ordnungsgeld.“

Wagen- und Korbpflicht bei dm: „Was ist nun so schlimm daran?“

„Was ist nun so schlimm daran, mal einen Moment auf einen Korb zu warten, statt trotzig den Laden zu verlassen und sich bei Facebook auszuheulen?“, schreibt die Nutzerin in ihrer Reaktion auf den Post weiter. „Deinem Kind zuliebe hoffe ich, dass du dir recht bald ein erwachsenes Verhalten angewöhnst.“ Ähnlicher Meinung waren einige weitere Nutzer, die sich wunderten, dass die Regel von der Kundin nicht einfach akzeptiert wurde.

Immer wieder stößt die Anordnung, dass Kunden nur mit einem Einkaufswagen oder Korb den Laden betreten dürfen, damit die Filialen die Kundenströme besser einschätzen können, auf Unverständnis. Auch bei Kaufland kam es kürzlich zum Eklat, als der Discounter einer Kundin mit Kind den Zutritt verwehrte.

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