Müller gegen dm

Kampfansage an dm: Konkurrent Müller will den beliebtesten Drogeriemarkt in Bedrängnis bringen

Eine Filiale des Drogeriemarkts dm in Karlsruhe.
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Eine Filiale des Drogeriemarkts dm in Karlsruhe.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Im Rennen der Drogeriemärkte steht Müller seit jeher im Schatten von dm. Das soll sich jetzt ändern. Das Unternehmen aus Ulm will aufholen - mit einer völlig neuen Strategie.

  • Der Drogeriemarkt dm aus Karlsruhe ist seit vielen Jahren bei den Verbrauchern deutlich beliebter als die Konkurrenten Müller und Rossmann.
  • Der Drogeriekonzern aus Ulm plant einen Onlineshop mit Lieferdienst, will sich daneben aber auch auf neue Filialen konzentrieren.
  • In einem Interview mit dem Handelsblatt sprach Geschäftsführer Günther Helm über die Pläne von Müller.

Karlsruhe - Der Drogeriemarkt dm aus Karlsruhe ist die größte Drogeriekette Deutschlands. Die Verbraucher loben vor allem das breite Produktangebot und die hohe Qualität der Eigenprodukte. Früher hatte dm mit Schlecker einen starken Konkurrenten. Nach der Insolvenz von Schlecker schicken sich Rossmann und Müller an, dem Karlsruher Familienunternehmen den Thron streitig zu machen.

Die Erfolge von Rossmann und Müller können jedoch nicht mit dm mithalten. Zumindest Müller mit Hauptsitz im schwäbischen Ulm plant jetzt, den Vorsprung aufzuholen, und sagt dm den Kampf an. Die Drogeriekette plant, den Onlinedienst massiv auszubauen, möchte sich jedoch auch mit weiteren Filialen in den Innenstädten beweisen.

dm-Konkurrent: Müller will den Onlineservice ausbauen und plant Lieferdienst

Die Aufholjagd zum Marktführer dm wird nicht leicht. In einem Interview mit dem Handelsblatt sprach Geschäftsführer Günther Helm über die Pläne von Müller. Nach den Problemen wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg plant die Drogeriekette einige Veränderungen. Ende Juni startete bereits die Müller-App und erreichte inzwischen eine halbe Million User. Ob das reicht, um an dm, den beliebtesten Drogeriemarkt Deutschlands, heranzukommen wird sich zeigen.

In der Kampfansage gegen den großen Konkurrenten dm setzt Müller vor allem auf den Ausbau des Onlinehandels. Das Handelsblatt führte ein Interview mit dem Geschäftsführer Günther Helm. Helm kam vor rund einem Jahr zu Müller und leitet seitdem zusammen mit Gründer Erwin Müller die Geschäfte. Bereits vor seinem Eintritt ging Müller neue Wege und beteiligte sich an „Nice Shops“. Der Onlinehändler sei so etwas wie ein österreichisches Amazon, sagte Helm im Interview mit dem Handelsblatt. Müller habe aber vor, noch deutlich weiter zu expandieren.

Im Kampf gegen dm und Rossmann plant Müller, weitere Onlineunternehmen zu kaufen. „Es ist gut, Schnellboote zu haben, in denen man Probleme viel schneller lösen kann als in einem Konzern“, sagte Helm. Der Fokus solle zwar verstärkt auf dem Ausbau des Onlinehandels liegen, man wolle jedoch auch die Kundennähe mit Filialen in den Innenstädten ausbauen. „Der stationäre Handel bleibt wichtig, hier erleben die Kunden die Marke direkt und anfassbar. Dieser kann aber künftig nur funktionieren in Kombination mit einer intelligenten Onlinelösung“. Auch ein Lieferdienst ist bei der Drogeriekette aktuell in Planung.

dm-Konkurrent Müller: Traditionsunternehmen soll „agiles Start-up“ werden

Im Interview berichtet Helm von den Erfolgen von „Click und Collect“. Dabei handelt es sich um einen Kundenservice, bei dem man online Produkte bestellen und in der Wunschfiliale abholen kann. Das soll zukünftig in allen Müller-Filialen möglich sein, ungeachtet der Größe. Die Expansion soll laut Helm jedoch nicht nur in Deutschland erfolgen, sondern auch in Österreich, der Schweiz, Slowenien, Kroatien, Ungarn und Spanien.

Man plane außerdem auch neue Länder zu erschließen. Ob die ehrgeizigen Pläne der Ulmer Drogeriekette ausreichen, um zu dem Marktführer dm aufzuschließen oder ihn sogar zu überflügeln, bleibt abzuwarten. Die Konkurrenz für dm wächst jedoch. Der Drogerie-Riese führt bereits einen erbitterten Krieg gegen Lidl.

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