Drogerie-Milliardär

dm-Gründer und Milliardär Götz Werner vererbt sein Vermögen nicht seinen sieben Kindern

Götz Werner, deutscher Manager, Gründer und bis 2008 Chef der Drogeriemarkt-Kette dm
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dm-Gründer Götz Werner setzt sich seit Jahren für das bedingungslose Grundeinkommen ein - doch seine Kinder sollen sich selbst beweisen.
  • Marleen van de Camp
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dm-Gründer Götz Werner hat seine Unternehmensanteile nicht an seine Kinder überschrieben, sondern gestiftet. Sie sollen sich selbst beweisen, statt alles geschenkt zu bekommen.

  • dm-Gründer Götz Werner setzt sich seit Jahren für das bedingungslose Grundeinkommen ein - doch seine Kinder sollen sich selbst beweisen.
  • Götz Werner hat seine Unternehmensanteile nicht auf seine Kinder, sondern auf seine Stiftung überschrieben.
  • Er sehe das „wie die amerikanischen Pioniere", sagte der Milliardär.

Karlsruhe - Der dm-Gründer Götz Werner setzt sich seit Jahren für das bedingungslose Grundeinkommen ein und hat eine faszinierende Erklärung, warum es funktionieren würde. Kinder seien der Beweis, dass ein monatliches Grundeinkommen von 1.000 Euro die Menschen nicht faul machen würde, denn sie seien lernbereit und neugierig auf die Welt. Götz Werner wird wissen, wovon er spricht – er hat sieben Kinder. Der Milliardär sorgt aber nicht für den finanziellen Wohlstand seiner Nachkommen. Sie müssten sich selbst beweisen, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Der Vater schenkt ihnen nicht seine dm-Unternehmensanteile.

dm-Gründer Götz Werner hat seine Unternehmensanteile nicht auf seine Kinder, sondern seine Stiftung übertragen

Götz Werner hat seine Unternehmensanteile an der von ihm gegründeten Drogerie dm nicht an seine Kinder überschrieben, sondern gestiftet. Er sehe das „wie die amerikanischen Pioniere“, sagte der Milliardär. Jede Generation müsse sich selbst beweisen. Seine Aufgabe als Vater sei es, den Kindern „einen guten Start ins Leben“ zu ermöglichen – durch eine gute Ausbildung. US-Milliardäre wie Bill Gates sind für den dm-Gründer Götz Werner ein Vorbild. „Reich zu werden“ sei in den USA „keine Schande, reich zu sterben schon“, erklärte er. Das ist der Grund, aus dem Götz Werner die Anteile an seinem Drogeriekonzern dm bereits im Jahr 2005 an die gemeinnützige dm-Werner-Stiftung übertragen hat

dm-Gründer Götz Werner fördert das Grundeinkommen mit Milliarden – seine Kinder fördert er mit einer guten Ausbildung

Welchen Zweck die Stiftung von Götz Werner verfolge und wer sie leite, halte die Familie bewusst geheim, sagte Christoph Werner dem Manager Magazin. Er ist das einzige der sieben Kinder, das in dem Drogeriekonzern arbeitet, den der Vater 1973 in Karlsruhe gründete. Der dm Drogeriemarkt hatte im Geschäftsjahr 2018/19 einen Umsatz von mehr als 11 Milliarden Euro. Die dm-Werner-Stiftung dürfte demnach finanziell gut dastehen. 2019 förderte sie eine Forschungsstelle der Uni Freiburg, die sich wie Götz Werner für das Grundeinkommen einsetzt, mit 2 Millionen Euro

dm-Gründer Götz Werner wurde mit 28 Jahren vom eigenen Vater gefeuert 

Vielleicht liegt der Grund, aus dem der Millliardär zwar riesige Summen in seinen Kampf für das Grundeinkommen investiert, aber nicht für den Wohlstand seiner Kinder sorgen und ihnen seine Unternehmensanteile übertragen möchte, in seiner eigenen Geschichte. Der dm-Gründer Götz Werner wurde wegen seiner „dummen Ideen“ vom eigenen Vater gefeuert und bezeichnet sich selbst in seiner Autobiografie als „verstoßener Sohn“. Daraufhin ging er nach Karlsruhe und gründete seinen Drogeriekonzern dm. Heute ist dm der beliebteste Drogeriemarkt in Deutschland. Das liegt nicht zuletzt an der Philosophie des Gründers Götz Werner.

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