Drogeriekette wiegelt ab

„Unverantwortlich“: Alkohol in dm-Produkt für Babys und Kinder - Kunde entsetzt

Eine Kundin läuft in einer dm-Filiale an einem Logo vorbei.
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Die Drogeriekette dm muss sich auf Facebook Kritik am Hustensirup der Eigenmarke stellen.

Seit der Corona-Krise sind Gesundheitsprodukte bei der Drogeriekette dm gefragt wie nie. Mitunter sorgen sie aber auch für Aufreger - wie ein aktueller Fall jetzt zeigt.

Karlsruhe - Die Temperaturen sinken weiter und die Erkältungssaison beginnt, während das Coronavirus Baden-Württemberg und ganz Deutschland weiter fest im Griff hat. Beides hat auch Einfluss auf den Einzelhandel, insbesondere Händler wie die Karlsruher Drogeriekette dm.

Denn im dm-Sortiment finden Kunden eigentlich alles, was im Kampf gegen eine Erkältung nötig ist. Aber seit auch noch das Coronavirus um sich greift, hat die Drogeriekette das Gesundheits- und Hygienesortiment noch einmal aufgestockt. Denn: Bei Gesundheitsprodukten habe es vor allem in den vergangenen Monaten einen Nachfragesprung gegeben, erklärte dm-Chef Christoph Werner kürzlich in der Jahrespressekonferenz.

Eigenmarke von dm sorgt für Aufregung - Alkohol in Kinderprodukt?

Die Drogeriekette dm stockte deshalb das Sortiment um eine Vielzahl von Masken und Desinfektionsmitteln auf.

Aber nicht nur die Corona-Pandemie treibt die Kunden zu einem Einkauf im Gesundheitssegment des in Deutschland beliebtesten Drogeriemarkts dm. Auch für normale Erkältungen wird hier das passende Mittel gesucht. Zum Beispiel Hustensaft.

Als eine dm-Kundin allerdings zu einem Hustensirup der dm-Eigenmarke Mivolis greift, ist sie geschockt über das, was auf der Packung zu lesen ist. Auf Facebook berichtet sie über das Ärgernis mit dem Hustensirup. Auf der Verpackung ist nämlich zu lesen, dass der Sirup für Kinder ab einem Jahr geeignet ist. Die Überraschung: Das Produkt enthält laut Packung immerhin sieben Prozent Alkohol.

Die dm-Kundin kann es kaum fassen. „Hab gedacht ich trinke ein Schnäppstken. Das geht gar nicht. Ein Kind von einem Jahr 7 Prozent Alkohol zwei Mal täglich einzuflößen?“, schreibt sie in einem Facebook-Post an die Drogeriekette dm. Ihr sei selbst von dem Produkt bereits komisch geworden.

Alkohol im dm-Eigenmarken-Produkt für Kinder? Kein Problem, findet die Kette

Für die Drogeriekette scheint der Alkoholgehalt in dem Produkt der dm-Eigenmarke Mivolis allerdings kein Problem zu sein, wie es in der Antwort heißt. Wie angegeben, seien sieben Prozent Alkohol enthalten. Aber: „Trotzdem ist das Arzneimittel für Kinder ab 1 Jahr geeignet und auch ausdrücklich zugelassen“, schreibt dm. „Der Alkohol wird zur Konservierung des Sirups eingesetzt - er ist ein bewährtes und unbedenkliches Konservierungsmittel.

Die Dosierung im Hustensirup sei so niedrig, dass keine negativen Auswirkungen bei Kindern zu erwarten seien. „Der Alkoholgehalt ist bei der angegebenen Altersgruppe verträglich und für diesen Anwendungszweck aus medizinischer Sicht akzeptierbar“, heißt es von dm weiter. Zudem sei auch in Lebensmitteln wie Apfelsaft und Roggenbrot von Natur aus Alkohol enthalten. „0,2 Liter Apfelsaft enthalten durchschnittlich 0,6 g Alkohol.“

So richtig überzeugt scheint die dm-Kundin von der Antwort jedoch nicht zu sein. „Sieben Prozent und 0,6 Prozent ist schon ein Unterschied.“ Sie schreibt weiter: „Ich finde es unverantwortlich, Kindern schon so früh mit Alkohol zuzusetzen.“

Produkte von dm sorgen immer wieder für Aufregung bei Kunden. Für die Drogeriekette ist das nichts Neues. Erst vor kurzem sorgte auch der Corona-Antikörpertest, den dm ins Onlinesortiment aufgenommen hat, für Aufregung. Das baden-württembergische Sozialministerium hatte eine Prüfung eingeleitet. Man sei der Auffassung, dass dm das Produkt gar nicht verkaufen dürfe.

Die Drogeriekette hält dagegen. Das Bundesgesundheitsministerium habe eine Genehmigung für den Verkauf im Handel erteilt, erklärte dm-Chef Christoph Werner. Der Verkauf in Drogeriemärkten sei zulässig. „Das Produkt kann für die Menschen einen Unterschied machen. Die Kunden wollen das Produkt und es ist sicher.“

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