Zuspruch und Spott

„Völlig veraltet“: dm-Kundin fordert, dass Drogerie die Kinderabteilung umbaut - hitzige Debatte


Im dm-Sortiment finden Eltern eine breite Auswahl an Kleidung für ihre Jüngsten.
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dm bietet neben Drogerieartikeln und Bio-Lebensmitteln auch Kleidung für Kinder und Babys an.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Die Drogeriekette dm aus Karlsruhe ist die beliebteste Deutschlands. Eine Kundin beschwerte sich nun jedoch über die Gestaltung der Kinderabteilung - und löste damit eine hitzige Debatte aus.

Karlsruhe - Die Drogeriekette dm aus Karlsruhe betreibt die beliebtesten Drogeriemärkte in ganz Deutschland und ist der Konkurrenz meist ein gutes Stück voraus. Die Kunden schätzen vor allem die hohe Qualität der Produkte und dm-Eigenmarken und die Auswahl an Bio-Lebensmitteln. Neben Drogerieartikeln und Lebensmitteln bietet dm jedoch noch eine ganze Reihe anderer Waren an. Der Drogeriemarkt verkauft beispielsweise auch einen Corona-Antikörpertest im Online-Shop, doch der ist sehr umstritten. Daneben gibt es bei dm jedoch auch die Möglichkeit, Fotos auszudrucken, man kann Haushaltsware und Tierfutter kaufen und auch Kleidung für Kinder.

Eine dm-Kundin beschwerte sich auf Facebook nun über die Kinderabteilung bei dm und löste damit eine hitzige Diskussion aus. Ihr Anliegen war, dass die Einteilung der Kleidung in „für Jungen“ und „für Mädchen“ nicht mehr zeitgemäß sei.

dm: Kunden ärgert sich über Kinderabteilung und ernet Spott

Nach eigenen Angaben war die dm-Kundin in der Kinderabteilung einer Filiale des Drogerie-Riesen unterwegs. Dabei sei ihr aufgefallen, „dass die Kleidung auch schon bei den Babys in „Junge“ und „Mädchen“ unterteilt ist“, schrieb sie auf Facebook an das dm-Team. „Das finde ich sehr schade! Kleidung und ihre Formen und Farben sind doch für alle da.“

Ihr zufolge sei eine solche Einteilung nicht mehr zeitgemäß, da die Zeiten, in denen Mädchen rosa und Jungs blau getragen haben, glücklicherweise vorbei seien. Außerdem äußerte die Kundin bedenken über die Einteilung in Bezug auf Menschen, die sich nicht einem Geschlecht zuordnen lassen.

Ihre Nachricht an das dm-Team schloss die Kundin mit einer Forderung. „Es wäre wirklich prima, wenn ihr eure Märkte umgestalten könntet, sodass es Kleidung für Kinder gibt, nicht für Geschlechter“, schrieb sie auf Facebook.

Das Team der Drogeriekette aus Karlsruhe reagierte verhalten auf die Forderung der Kundin und schrieb: „Wir danken dir für dein Feedback und nehmen dieses gerne auf.“ Andere Nutzer reagierten allerdings deutlich ungehaltener. „Ist das jetzt ernsthaft (d)ein Problem? Gilt deine Auffassung auch für Erwachsene?“, fragte einer. „Kauf doch einfach, was dir gefällt, egal, ob nun „Mädchen“ oder „Junge“ draufsteht“, schlug eine andere Userin vor.

dm-Kundin: Forderung an Drogeriekette findet auch Zuspruch

Während einige Nutzer auf Facebook die Bedenken und Forderung der dm-Kundin nicht verstehen und Kommentare wie „Ein Baby kommt als Junge oder Mädchen zur Welt, das ist Gott sei Dank von der Natur so vorgegeben“ schreiben, gibt es auch deutlichen Zuspruch. „Das ist eine tolle Anregung! Schade, dass doch noch so viele Menschen den gängigen Rollenklischees verfallen sind“, stimmte eine Nutzerin zu. „Toll, dass du das ansprichst!“, schrieb eine weitere.

Ob sich die Drogeriekette dm aus Karlsruhe die Forderung der Kundin zu Herzen nimmt, bleibt abzuwarten. „Ich gehe wirklich sehr gerne bei euch einkaufen. Wenn ihr an dieser Stelle ein Umdenken unterstützt, wäre das wieder ein weiterer Schritt nach vorne“, kommentierte eine Nutzerin unter dem Facebook-Post. „Ich hoffe, ihr setzt das um. So können auch non-binäre Kinder und Erwachsene sorglos bei euch einkaufen.“

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