Hitzige Diskussion auf Facebook

„Wilde Querdenker-Thesen“: dm-Kundin hört Gespräch zwischen Mitarbeiter und Kundin mit - und ist entsetzt

Kundin läuft an dm-Filiale vorbei
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Eine Kundin der Drogeriekette dm zeigte sich auf Facebook entsetzt über ein mitgehörtes Gespräch.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Eine Kundin der Drogeriekette dm aus Karlsruhe zeigte sich auf Facebook entsetzt über ein zufällig gehörtes Gespräch in einer Filiale - der Grund waren „wilde Querdenker-Thesen“.

Karlsruhe/Stuttgart - Seit dem Beginn der Krise aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg polarisiert die „Querdenken“-Bewegung mit Protesten und Thesen über die Maßnahmen der Regierung. Auf den zahlreichen Demonstrationen gegen die Maßnahmen zum Infektionsschutz in der Landeshauptstadt Stuttgart und anderen Städten in Baden-Württemberg und ganz Deutschland sind mit unter haarsträubende Behauptungen und Vergleiche zu finden. Beispielsweise verglich sich eine 11-Jährige im vergangenen Jahr bei einer „Querdenken“-Demo in Karlsruhe mit Anne Frank.

Eine Kundin der Drogeriekette dm aus Karlsruhe hörte bei einem Einkauf in einer der zahlreichen Filialen zufällig ein Gespräch zwischen einer Mitarbeiterin und einer anderen Kundin und war entsetzt. Die dm-Kundin postete ihren Unmut über das notgedrungen mitgehörte Gespräch auf der Community-Facebook-Seite der Drogeriekette. Der große Aufreger war, dass die Kundin gegenüber der dm-Mitarbeiterin offenbar lautstark „Querdenker“-Thesen geäußert und die Corona-Pandemie in Deutschland mit der Situation in einem Krieg verglich. Auf Facebook löste der Kommentar eine hitzige Diskussion aus.

dm-Filiale: Kundin vergleicht Corona-Pandemie mit Krieg - „Was stimmt nicht mit solchen Leuten?“

Die Drogeriekette dm betreibt die beliebtesten Drogeriemärkte in ganz Deutschland. Die Kunden schätzen vor allem das große Sortiment an hochwertigen Eigenmarken und die große Auswahl an Bio-Lebensmitteln und Drogerieprodukten. Einer Kundin wurde der Einkauf in einer dm-Filiale jedoch verdorben, da sie ein Gespräch mithören musste, dass sie offenbar sehr entsetzt hatte. „Gerade beim Einkaufen bei dm hat eine Kundin zusammen mit einer der Angestellten lautstark wilde Querdenker-Thesen von sich gegeben“, schildert sie die Situation auf Facebook. Das Gespräch sei so laut gewesen, dass es unmöglich gewesen sei, es zu überhören.

Eine dm-Kundin löste mit ihrem Facebook-Post eine hitzige Diskussion aus.

In der Corona-Pandemie kam es bei den Demonstrationen gegen die Maßnahmen bereits zu einigen fragwürdigen Vergleichen. Einen solchen Vergleich musste auch die dm-Kundin mit anhören. „Dann fällt tatsächlich der Satz ‚schlimmer als im Krieg momentan in Deutschland‘“, schreibt sie und fügt hinzu: „Ernsthaft? Schlimmer als Krieg?“. Den Vergleich zwischen der den Corona-Maßnahmen und der Situation in einem Kriegsszenario kann die dm-Kundin nicht nachvollziehen. „Die Corona-Regeln und weil ihr eine Maske tragen müsst und nicht shoppen könnt sind schlimmer als Lebensgefahr, Hunger, Todesangst?“, fragt sie. „Was stimmt nicht mit solchen Leuten? Ihr seid doch nicht ganz richtig im Kopf!“.

„Querdenker-Thesen“ in dm-Filiale: Facebook-Post führt zu hitziger Diskussion

Unter dem Facebook-Post der Kundin auf der Community-Seite der Drogeriekette dm entbrannte eine hitzige Diskussion. Einige Nutzer stimmten der Kundin zu und schrieben Kommentare wie „Kann ich nur unterschreiben. Die Leute haben vollkommen die Perspektive verloren“ oder „ich bin da total bei dir“. Andere User sahen das Gehörte allerdings als halb so schlimm an. „Na und? Lass die beiden doch“, schrieb eine Nutzerin. „Es geht dich doch einen Dreck an über was die beiden sich unterhalten“, wurde ein weiterer Nutzer noch deutlicher.

Während die dm-Kundin von dem notgedrungen mitgehörten Gespräch in einer Filiale entsetzt war, sehen manche Nutzer auf Facebook darin nur die Äußerung einer Meinung. „Jetzt muss man bestimmt auch noch seine eigene Meinung abgeben. Bei euch hängt es doch gewaltig schief“, schrieb ein User. „Man darf seine Meinung haben, weil wir haben Meinungsfreiheit oder wurde die jetzt auch schon einkassiert?“

Ein weiterer Nutzer der Community-Facebook-Seite von dm sieht in dem Beitrag der Kundin allerdings ein ganz anderes Problem. „Toll gemacht, jetzt kriegen die armen dm-Mitarbeiter wegen sowas auch noch Ärger“, schrieb er. Die Karlsruher Drogeriekette selbst versprach der Sache auf den Grund zu gehen. „Damit wir deiner Schilderung nachgehen können, wende dich bitte mit Angabe der genauen Filiale an unser ServiceCenter.“

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