Drogerie reagiert sofort

„Fake-Masken“? dm-Kunde bestellt online - geliefertes Produkt macht ihn wütend

Eine Person geht in einer Filiale der Drogeriemarktkette dm mit einer Tüte am Kassenbereich vorbei.
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Ein Kunde bestellte online Masken bei dm - die Lieferung entsprach jedoch nicht ganz seinen Vorstellungen.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Ein Kunde bestellte zertifizierte Masken im Online-Shop des Drogerie-Riesen dm aus Karlsruhe. Als er die Lieferung öffnet, ist er entsetzt - und wendet sich über Facebook an die Drogeriekette.

Karlsruhe - Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg gilt seit April letzten Jahres eine Maskenpflicht im Nahverkehr, beim Einkaufen und in öffentlichen Gebäuden. Durch die steigenden Infektionszahlen und die bereits in Baden-Württemberg nachgewiesenen Virus-Mutationen wurde der derzeitige Lockdown kürzlich bis zum 14. Februar verlängert. Die Landesregierung verschärfte auch die Maskenpflicht. Seit dem 25. Januar gilt eine Tragepflicht von medizinischen Masken, die Stoffmasken sowie Schals und Tücher sind nicht mehr zulässig. Dementsprechend groß ist aktuell auch die Nachfrage nach FFP2-Masken, die bereits bei vielen Händlern ausverkauft sind.

In Baden-Württemberg sind jedoch im Gegensatz zum Nachbarland Bayern neben den FFP2-Masken auch die deutlich günstigeren OP-Masken erlaubt. Diese müssen jedoch eine bestimmte Zertifikation aufweisen, da durch die hohe Nachfrage auch immer mehr „Fake-Masken“ als medizinische Masken verkauft werden. Der Drogerieriese dm aus Karlsruhe bietet neben FFP2-Masken auch andere zertifizierte Masken an. Ein Kunde bestellte solche Masken über den Online-Shop des Unternehmens. Beim Auspacken der Lieferung war er jedoch entsetzt und wandte sich per Facebook an dm.

dm: Kunde ist entsetzt über Lieferung und wendet sich an das Unternehmen

Die Drogeriekette dm aus Karlsruhe betreibt die beliebtesten Drogeriemärkte in ganz Deutschland und hat bereits zahlreiche Filialen in anderen Ländern. Die Kunden schätzen vor allem die hohe Qualität der Eigenmarken und die große Auswahl an hochwertigen Bioprodukten. Ein Kunde bestellte über den Online-Shop von dm zertifizierte Masken - dachte er zumindest. „Um auf gar keinen Fall ,Fake-Masken‘ zu bekommen, habe ich bei euch, der Drogerie meines Vertrauens, CE-zertifizierte Masken bestellt“, schrieb er an das Social Media-Team von dm. Darunter postete er einen Link zu dem Produkt. Es handelte sich um 20 Einweg-Mundschutzmasken für Erwachsene der Marke Collectex der Firma Freudenberg.

Auf der Packung der Masken, die im Online-Shop von dm angeboten wurden, ist die Aufschrift „Bacterial Filtration“ (Bakterienfiltration) und die Nummer EN 14683 zu finden. Die Nummer entspricht der europäischen Norm, mit der Medizinprodukte ausgezeichnet werden, die besondere Ansprüche erfüllen müssen, heißt es auf der Seite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Laut dem frustrierten dm-Kunden bekam er jedoch Masken ohne dieses Zertifikat zugeschickt. „Geliefert wurden dann aber Masken vom gleichen Hersteller OHNE Zertifikat... nutzlos“, schrieb er auf Facebook.

dm: Kunde bekommt nicht zertifizierte Masken zugeschickt - Drogerieriese bietet Retoure an

Aufgrund der neuen Corona-Verordnungen des Landes Baden-Württemberg sind die Masken, die der Kunde von dm zugeschickt bekam, durch das fehlende Zertifikat wohl nutzlos. Zumindest dürfen nicht zertifizierte Masken seit Montag nicht im Nahverkehr oder beim Einkaufen getragen werden.

„Die gelieferten Masken gibt‘s aber bei euch gar nicht zu kaufen, was ist denn da passiert!?“, erkundigte sich der frustrierte Kunde über Facebook. Er habe bereits den Kundenservice kontaktiert, jedoch bislang keine Antwort erhalten. Das lag laut dm an dem derzeit sehr hohen Anfrageaufkommen im Service-Center.

„Bei den Collectex Mund- und Nasenmaske Einweg gab es einen Relaunch, bei dem die Masken dann als zertifizierte Ware bezeichnet werden“, antwortete das Social Media-Team von dm auf Facebook. Dabei soll es laut dem Karlsruher Unternehmen zwei verschiedene Bezeichnungen geben. Die GTIN 4023103228825 bezeichne zertifizierte Masken und die GTIN 4023103226951 nicht zertifizierte. Die GTIN ist allerdings nur eine Artikelnummer (ehemals EAN) und keine europäische Norm für Medizinprodukte. „Bitte prüfe nach, welche GTIN bei dir steht. Du hast natürlich auch die Möglichkeit, das Produkt zu retournieren“, schrieb dm weiter.

Mit dieser Antwort war der dm-Kunde allerdings nicht zufrieden. „Ich finde eure Antwort ziemlich schwach“, machte er deutlich. „Natürlich kann ich retournieren, aber das ihr nicht mal auf die Idee kommt, euch dafür zu entschuldigen nicht zertifizierte Ware als zertifiziert zu verkaufen... ich kann nur staunen.“ Ob die Masken von dm mit einer bestimmten GTIN wirklich als zertifiziert bezeichnet werden dürfen, ist unklar. Laut des BfArM müssen alle medizinischen Produkte eine europäische Normbezeichnung haben, die mit der Buchstabenfolge EN beginnt.

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