Cannabidiol-Öl

CBD-Produkte bei dm: Warum sie trotz rechtlicher Probleme verkauft werden

Eine Person geht in einer Filiale der Drogeriemarktkette dm mit einer Tüte am Kassenbereich vorbei.
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dm hat nach einem Verkaufsstopp die CBD-Produkte wieder eingeführt.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Mal sind sie in den dm-Regalen, dann wieder weg: Warum es mit den CBD-Produkten in den Verkaufsregalen so kompliziert ist.

Stuttgart - Gut drei Jahre ist es her, dass die Drogeriekette dm sogenanntes Cannabidiol-Öl (CBD) zum ersten Mal ins Sortiment aufnahm. Dabei handelt es sich um ein Produkt, das aus der Hanfpflanze gewonnen wird. Das CBD soll Herstellern zufolge beruhigend, schmerzstillend und entzündungshemmend wirken. Bis zu einem gewissen Prozentsatz enthält es das psychoaktive THC, das beispielsweise beim Cannabis-Konsum für das „High-Gefühl“ verantwortlich ist.

Eben das führte im vergangenen Jahr zu einem Problem in Baden-Württemberg, wo legale Cannabis-Produkte getestet wurden. Das Ergebnis war fatal: Mehr als die Hälfte der 49 Hanf-Produkte, die die Lebensmittelüberwachung überprüfte, wurde beanstandet. Die Produkte enthielten mehr als die erlaubte Menge an THC, und galten somit als gesundheitsgefährdend. Für Drogeriemärkte hatte das bereits im Jahr zuvor Folgen. Sie nahmen die Cannabidiol-Öle aus den Verkaufsregalen.

dm nahm die CBD-Produkt zwischenzeitlich aus den Verkaufsregalen

Laut utopia.de hängt die mit rechtlichen Problemen zusammen, die sich in einer Grauzone befinden. Zum Verkaufsstopp sei es gekommen, da die Cannabidiol-Öle die vorgeschriebenen Grenzwerte für THC nicht eingehalten hätten. Höchstens 0,2 Prozent des Stoffs dürfen die Produkte enthalten - bei mehr fallen sie unter das Betäubungsmittelgesetz.

Dm hatte die CBD-Öle nach dem Verkaufsstopp zwar später wieder in die Regale aufgenommen. Nach kurzer Zeit wurden sie allerdings wieder entfernt. Erst nachdem sich der Drogeriemarkt zwischenzeitlich mit der zuständigen Behörde verständigt hatte, nahm dm das umstrittene Produkt zu Beginn dieses Jahres wieder ins Sortiment.

Bei dm werden die CBD-Produkte nicht als Lebensmittel aufgeführt

Problematisch bei den CBD-Produkten, die als Lebensmittel verkauft werden, ist außerdem der sogenannte „Katalog für neuartige Lebensmittel“ der EU. Auch Hanfextrakte werden in diesem Katalog gelistet. Für diese Lebensmittel gelten Kennzeichnungspflichten, zudem sind sie als „nicht verkehrsfähig“ eingestuft. Um von dieser Liste genommen zu werden, ist ein aufwendiges Zulassungsverfahren nötig.

Bei dm werden die wieder eingeführten CBD-Waren allerdings nicht als Lebensmittel geführt. Damit gelten auch die lebensmittelrechtlichen Vorgaben nicht. Bei den Produkten handelt es sich um Cremes, Sprays und Salben, die den Wirkstoff enthalten. Bis CBD-Öl wieder ins Angebot kommt, will die Drogeriekette, die rechtliche Einstufung der Produkte noch abwarten.

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