Abgasrückführung

Ekel-Motor: Mechaniker zeigt in Video, was mit Diesel-Autos auf Kurzstrecken passiert

  • Valentin Betz
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Verbrenner lassen sich nur schwer als „sauber“ bezeichnen. Auf Kurzstrecke gefahren sind Dieselmotoren aber regelrechte Dreckschleudern.

Stuttgart - Unabhängig von der Qualität der Verbrenner haben sich Fahrzeughersteller nicht nur in Baden-Württemberg schon seit geraumer Zeit für die E-Mobilität entschieden. Schon vor der Fokussierung auf E-Autos hatte besonders der Dieselmotor bereits einen schweren Stand. Das Oberlandesgericht in Karlsruhe erstickt an den Klagen zum Dieselskandal.

Zu den Klagen kam es unter anderem wegen des sogenannten „Thermofensters“. Das ist Teil der Motorensteuerung und reduziert die Abgasreinigung, wenn draußen kühlere Temperaturen herrschen. Diesen Sommer war dazu das erste Urteil gefallen. Die Einrichtung ist nicht nur umstritten, sondern zeigt auch, dass Dieselfahrzeuge nicht so gefahren werden, wie ursprünglich erdacht. Wenn sie auf Betriebstemperatur sind, also das „Thermofenster“ erreicht haben, filtern sie nämlich Abgase sehr gut. Auf kurzen Strecken klappt das aber nicht. Das Resultat zeigt ein Mechaniker auf YouTube.

Dieselfahrzeug: Ekel-Motor entsteht durch zu kurze Strecken

Obwohl mit E-Autos und Benzinern Alternativen zur Verfügung stehen, ist der Diesel in Deutschland noch beliebt. Wie Efahrer schreibt, waren im Jahr 2020 fast 30 Prozent der zugelassenen Pkw Dieselfahrzeuge - trotz Skandal. Das wird nach Ansicht des Portals auch noch eine Weile so bleiben, da gerade im Nutzfahrzeugbereich andere Antriebsarten noch wenig praktikabel sind.

Dieselmotor auf Kurzstrecke: Der Ekel-Motor entsteht, wenn der Verbrenner nicht auf Betriebstemperatur kommt und Rußpartikel nicht verbrannt werden.

Gerade bei Lkws, die oft lange Strecken fahren, ist der Dieselmotor richtig aufgehoben. So kann der Motor auf Betriebstemperatur kommen, durch das dann erreichte „Thermofenster“ werden schädliche Stickoxide (NOX) am besten aus Abgasen herausgefiltert. Das Problem: Abseits von Nutzfahrzeugen fahren Dieselmotoren nicht wirklich lange Distanzen. Efahrer geht davon aus, dass es bei vielen „keine 30 Kilometer am Tag“ sind. Das Problem: Die nötige Temperatur zur Abgasrückführung wird gar nicht erst erreicht. Das führt dann schnell zur sogenannten Versottung des Motors, die ein Mechaniker auf YouTube zeigt und die Efahrer als „Ekel-Motor“ beschreibt.

Ekel-Motor auf Youtube: Mechaniker warnt vor falscher Nutzung von Dieselfahrzeugen

Auf dem nur 37 Sekunden langen Video sind komplett schwarz verklumpte Kanäle eines Dieselmotors zu sehen. „Durch die große Abgasrückführungsmenge, die wir mittlerweile machen müssen mit Euro 6, ersticken die Autos“, erklärt der Mechaniker dazu. „Die Kanäle sind zugewachsen“, heißt es weiter.

Laut Efahrer handelt es sich dabei um Rußpartikel gemischt mit anderen Schadstoffen, die durch zu geringe Temperaturen auf kurzen Strecken nicht verbrannt werden. „Im Kurzstreckenbereich bitte keinen Diesel kaufen, sondern unter 15.000 Kilometern im Jahr definitiv nurmehr Benziner“, rät der Mechaniker im Video deshalb. Efahrer hält auch diese Empfehlung für veraltet. „Früher wurde in diesem Fall ein Benzin-Fahrzeug empfohlen. Heute ist der Umstieg auf einen Stromer die ideale Lösung“, schreibt das Portal.

Rubriklistenbild: © Youtube/Auto Pletzer Going

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