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Zahl der Covid-19-Intensivpatienten nach Wochen wieder unter 1000

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Eine Pflegekraft geht auf einer Intensivstation über den Flur. © Fabian Strauch/dpa/Symbolbild

Die Lage auf den Intensivstationen entspannt sich etwas - zumindest, was die Belastung durch die dortigen Covid-Patienten angeht. Die erfassten Corona-Neuinfektionen deuten zudem darauf hin, dass sich auch die Infektionslage entspannt.

Berlin (dpa) - Erstmals seit Anfang Juli ist die Zahl der Schwerkranken, die auf Intensivstationen in Deutschland mit Covid-19 behandelt werden, am Wochenende wieder unter 1000 gefallen. Am Sonntag lagen bundesweit 993 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, wie aus dem Tagesbericht des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervorging. Am Vortag waren es 988, nach 1042 am Freitag. 364 der Patienten (37 Prozent) auf den Intensivstationen wurden invasiv beatmet - also durch einen Schlauch in die Luftröhre. Zuletzt hatte die Zahl der Covid-Intensivpatienten am 2. Juli unter 1000 gelegen.

Die erfassten Corona-Neuinfektionen deuteten zudem auf eine weitere Entspannung der Infektionslage hin. Bundesweit war die Sieben-Tage-Inzidenz rückläufig. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Samstag mit 302,9 an. Am Freitag hatte er 312,5 betragen (Vorwoche: 342,2; Vormonat: 740,1).

Corona-Zahlen liefern nur ein unvollständiges Bild der Infektionslage

Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme einzelne Tageswerte verzerren.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI bis Samstag 36 295 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 45 859) und 121 Todesfälle (Vorwoche: 137) innerhalb eines Tages. Die Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt zu vergleichen. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI hat seit Beginn der Pandemie 31 808 179 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 verzeichnet. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Corona-Warn-App werde im Herbst wohl wieder an Bedeutung gewinnen

Im Herbst dürfte angesichts der geplanten Corona-Regeln der Bundesregierung auch die Corona-Warn-App wieder an Bedeutung gewinnen. Sie wird für den Bund noch einmal teurer als ursprünglich geplant. Insgesamt kalkuliert das Bundesgesundheitsministerium für das laufende Jahr nun 70 Millionen Euro dafür ein, wie ein Sprecher erklärte und damit einen Bericht der «Welt am Sonntag» bestätigte. Im Februar seien noch 50 Millionen Euro veranschlagt worden, berichtete die Zeitung. Insgesamt hat der Bund für die App seit dem Start im Juni 2020 bereits 160 Millionen Euro ausgegeben.

Die gestiegenen Kosten fallen dem Bericht zufolge etwa für die «Anbindung weiterer Teststellen» an oder für die «verbesserte Anzeige» des aktuellen Status-Nachweises. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte kürzlich eine Umprogrammierung der App angekündigt. Wer frisch geimpft, getestet oder genesen sei, bei dem werde die App automatisch und ohne Verzögerung grün statt blau zeigen - zum Beispiel in einer Gaststätte sei dies dann auf einen Blick erkennbar, hatte der Minister erklärt.

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