Im Meer und an Land

Die 5 giftigsten Tiere Deutschlands: Biss verursacht Herzstillstand und Blutzersetzung

  • Valentin Betz
    VonValentin Betz
    schließen

Deutschland ist nicht gerade Heimat bedrohlicher Tiere. Das Gift einiger Arten kann dem Menschen allerdings durchaus gefährlich werden.

Stuttgart - Australien wird häufig als „giftigster Kontinent der Welt“ bezeichnet, weil dort sehr viele und gleichzeitig extrem toxische Tiere leben. Deutschlands Natur kann hingegen wegen dichter Besiedlung kaum mit Wildheit oder gefährlicher Flora und Fauna mithalten.

Allerdings gibt es auch hierzulande giftige Tierarten, einige davon auch in Baden-Württemberg. Einige davon haben eher harmlose Namen. Andere wiederum kommen an überraschenden Orten vor und sehen absolut unscheinbar aus. So zum Beispiel auch das „tödlichste Tier der Welt“, das sich in Baden-Württemberg ausbreitet. Bill Gates hatte so einst die Asiatische Tigermücke genannt und eindrücklich vor ihr gewarnt. Hier kommt eine Liste giftiger Tierarten, die in Deutschland leben:

Giftige Tiere in Deutschland: Das Petermännchen versteckt sich im Schlamm

Der erste Name ist gleich einer der irreführendsten. Das Petermännchen weckt wohl kaum gefährliche Assoziationen. Doch der kleine Fisch, der in Deutschland in Nord- und Ostsee anzutreffen ist, hat es in sich. Der kleine Meeresbewohner kann 15 bis 53 Zentimeter lang werden und versteckt sich gerne im Schlamm - leider oft auch in Strandnähe.

Die 15 bis 53 Zentimeter langen Petermännchen haben einen giftigen Stacheln. Werden die Fische gestört, setzen sie sich damit zur Wehr.

Genau hier wird es aber gefährlich für den Menschen. Denn das Petermännchen hat giftige Stacheln auf Flossen und Kiemendeckeln. Eigentlich will der Fisch von Badegästen nichts wissen, aber der Meeresbewohner wird trotzdem nicht gerne getreten. Dann spritzt das Petermännchen einen Giftcocktail aus Proteinen und Serotoninen unter die menschliche Haut. Die heftigen Schmerzen und Schwellungen sind übel. Wirklich lebensgefährlich wird es aber, wenn allergische Reaktionen ausgelöst werden: Schwindel, Übelkeit und sogar Herzstillstand können folgen. Entsprechend schreibt auch die Informationszentrale gegen Vergiftungen: „Petermännchen gehören zu den gefährlichsten europäischen Gifttieren.“

Giftiges Krabbeltier: Spinne breitet sich in Deutschland aus

Auch das nächste Tier hat einen extravaganten Namen und ist eher klein und unscheinbar. Der Ammen-Dornfinger oder auch Dornfingerspinne mag es gerne versteckt - sie lebt auf Äckern oder Wiesen mit hohem Gras. Nicht nur im Südwesten breitet sich die gefährliche Spinne aus.

Der Ammen-Dornfinger ist die einzige Spinne in Mitteleuropa, die Menschen ernsthaft verletzen kann.

Anders als viele andere Spinnenarten in Deutschland kann der Ammen-Dornfinger aber auch dem Menschen gefährlich werden. Der Biss verursacht zunächst starke Schmerzen, die tagelang anhalten können. Auch bei dieser Tierart ist allerdings entscheidend, wie der Mensch auf das Gift reagiert. Eine allergische Reaktion kann durchaus auch Kreislaufversagen zur Folge haben.

Bekannte deutsche Giftschlange: Die Kreuzotter kann gefährlich werden

Unter den giftigen Tieren Deutschlands ist die Kreuzotter wohl einer der bekanntesten Vertreter. In der Regel wird die Art 50 bis 70 Zentimeter lang. Farblich ist die Schlange eine wahre Wundertüte. Sie kann in allen möglichen bräunlich-grauen Farbtönen vorkommen und hat meist eine dunkle Zickzack-Zeichnung auf dem Rücken. Eine Ausnahme davon ist die komplett schwarz gefärbte Höllenotter.

Die Kreuzotter ist zwei- bis dreimal giftiger als die Diamant-Klapperschlange. Zum Glück hat sie aber nur einen geringen Giftvorrat.

Ein Biss der Kreuzotter ist dabei keine Lappalie und kommt tatsächlich immer wieder vor. Zuletzt wurde ein Wanderer von einer Kreuzotter gebissen und per Helikopter ins Krankenhaus geflogen. Das Gift der Schlange kann sogar zum Herzstillstand führen und Blut zersetzen - deshalb ist die Zone um den Biss oft bläulich gefärbt. Dabei hat die Natur uns Menschen glücklicherweise noch einen Gefallen getan. Denn die Kreuzotter hat nur einen kleinen Giftvorrat. Eigentlich ist das Toxin der Schlange nämlich zwei- bis dreimal giftiger ist als das der Diamant-Klapperschlange. Besonders gefährdet sind deshalb ältere Menschen und Kinder.

Gemächlich, aber giftig: Der Feuersalamander sollte tunlichst nicht angefasst werden

Der Feuersalamander dürfte vor allem Kindern als Maskottchen „Lurchi“ vom Schuhhersteller Salamander bekannt sein. Doch in Wahrheit streift die giftige Amphibie durch Baden-Württemberg und ist für Hunde und Katzen gefährlich.

Schon die schwarz-gelbe Färbung sagt alles: Finger weg vom Feuersalamander. Die Haut des Lurches ist mit Gift imprägniert.

Eigentlich schreit schon die schwarz-gelbe Färbung der Feuersalamander „ungenießbar“. Doch die Farbgebung der Lurche ist keine leere Drohung. Feuersalamander haben Ohrdrüsen, aus denen sie weißliches Gift absondern. Normalerweise wird damit die Haut imprägniert, die Lurche können es aber auch versprühen. Bei Fressfeinden führt das durchaus zu Lähmungen. Für den Menschen ist das Gift weniger gefährlich, kann in seltenen Fällen aber zu Übelkeit, Atembeschwerden oder Erbrechen führen.

Giftiges Nesseltier: Die gelbe Haarqualle schwimmt auch an Deutschlands Küsten

Das letzte giftige Tier in Deutschlands lebt wie das Petermännchen in Nord- und Ostsee. Im Gegensatz zu anderen Arten sieht die gelbe Haarqualle allerdings so gar nicht nach Tier aus. Das Nesseltier schwebt mit einem fast einen Meter großen Schirm und langen, gelben Tentakeln durch das Wasser. Wegen dieser Färbung wird sie auch Löwenmähnenqualle genannt.

Gelbe Haarqualle: Die auch als „Feuerqualle“ bekannte Art ist wegen der Nesseln in den langen Tentakeln gefährlich.

Von den Tentakeln der gelben Haarqualle geht auch die eigentliche Gefahr aus. Sie enthalten die namensgebenden, giftigen Nesseln. Diese verursachen bei Berührung brennende Schmerzen - weshalb die Art umgangssprachlich auch als „Feuerqualle“ bezeichnet wird. Zudem können Schwindel, Fieber, Atembeschwerden und Hautausschläge die Folge sein. Obwohl der Schirm der Qualle in der Regel nur einen Durchmesser von einem Meter hat, gilt die gelbe Haarqualle als größte ihrer Art. Denn das größte je entdeckte Exemplar hatte 37 Meter lange Tentakel - und war damit länger als ein Blauwal.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare