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Umgedrehte Deutschland-Flagge an Sportzentrum sorgt für Aufruhr - „Reichsbürger“ vermutet

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Von: Sina Alonso Garcia

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Umgedrehte Deutschland-Flagge
Die umgedrehte Deutschland-Flagge wird häufig von Reichsbürgern verwendet, um ihre Missachtung des Staats auszudrücken (Symbolbild). © dpa

Als ein Schwimmbad-Besucher kürzlich am Bruchsaler Sportzentrum vorbeikam, traute er seinen Augen nicht: Vor dem Sportzentrum hing eine umgedrehte Deutschland-Fahne.

Bruchsal - Nur ein blöder Zufall oder Absicht? Diese Frage stellte sich ein Mann, der vor kurzem im Bruchsaler Freibad seine Bahnen zog. An einer Fahnenstange des nahegelegenen Sportzentrums hing groß und breit eine wehende Deutschland-Flagge. Was den Schwimmer störte: Sie wirkte, als sei sie falsch herum aufgehängt worden.

Da er es nicht recht glauben konnte, fuhr der Mann nach dem Schwimmen direkt zum Sportzentrum und versicherte sich noch einmal aus der Nähe. Sein Eindruck bestätigte sich. Statt in „schwarz, rot, gold“ wehte die Fahne in „gold, rot, schwarz“. Der Mann wurde stutzig. Unter Rechtsradikalen gilt die umgedrehte Deutschland-Flagge als Symbol, als „die wahre Nationalflagge“. Auch von Reichsbürgern wird die falsche Farbreihenfolge häufig verwendet, um ihre Missachtung des Staats auszudrücken.

Umgedrehte Deutschland-Flagge - „Um Himmels Willen, das war mit Sicherheit keine Absicht“

Da er seine Beobachtung nicht einfach so stehen lassen wollte, wandte sich der Mann an die Badischen Neuesten Nachrichten (BNN). Die Redaktion ging der Sache nach und setzte sich mit den Veranstaltern der „Mini-Olympics“ in Verbindung, die die Flagge am vergangenen Wochenende aufgehängt hatten. Tausende Kinder waren am Wochenende mit ihren Eltern und Trainern zu dem Wettkampf angereist. Von ihnen hat offenbar keiner die „falsche“ Deutschland-Flagge bemerkt - oder zumindest nicht gemeldet. Neben der Deutschland-Fahne hatten die Veranstalter der Mini-Olympics auch die Flaggen von Bruchsal und Baden-Württemberg gehisst.

Als die BNN am Telefon einen Mitarbeiter der Veranstaltung auf die Flagge ansprachen, fiel dieser aus allen Wolken: „Um Himmels Willen, das war mit Sicherheit keine Absicht“, betonte er. Er selbst habe die Fahne mit einem Kollegen kurz vor den „Mini-Olympics“ gehisst, man sei schlichtweg in Eile gewesen. „Ich hänge die sofort ab“, versicherte er gegenüber den BNN. Mit Reichsbürgern hätten weder er noch sein Kollege etwas am Hut.

Versteckte Nazi-Botschaften: Auch bei bestimmten Kfz-Kennzeichen sollte man hellhörig werden

„Mein erster Gedanke ging auch in die Richtung Reichsbürger“, erklärte der Mann, der die Flagge entdeckt hatte. Er selbst sei bei der Bundeswehr gewesen und wisse daher, dass man „immer sehr auf die richtige Behandlung der Flagge achten“ müsse. Auch in Hinblick auf andere, gerne von Nazis genutzte Codes, ist Vorsicht geboten. In Sigmaringen alarmierte kürzlich ein Auto-Kennzeichen den Staatsschutz, da es im Verdacht stand, eine rechtsradikale Botschaft zu enthalten. In Zukunft soll den versteckten Nazi-Codes jedoch durch das Verbot von bestimmten Kfz-Kennzeichen in Baden-Württemberg ein Riegel vorgeschoben werden.

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