Bedrohung noch unklar

Riesige Hornisse breitet sich in Deutschland aus - Finder sollen sie unbedingt melden

Asiatische Riesenhornisse.
+
Die Asiatische Hornisse breitet sich in Deutschland aus. Ihre „böse“ Verwandte - die Asiatische Riesenhornisse (im Bild) - wurde noch nicht gesichtet.
  • Valentin Betz
    VonValentin Betz
    schließen

Durch die Globalisierung gelangen zusehends gebietsfremde Tierarten nach Deutschland. Damit sie die heimische Natur nicht gefährden, werden sie bekämpft. So auch die Asiatische Hornisse.

Karlsruhe - Die Globalisierung macht auch vor Deutschland und Baden-Württemberg nicht halt. Mitunter hat die Vernetzung der Welt auch ungeahnte Nebeneffekte hervorgerufen. Beispielsweise verbreiten sich zusehends Tier- und Pflanzenarten an Orten, wo sie ursprünglich nicht hingehören. Im Bodensee wird so ein eingeschleppter Fisch zur Bedrohung.

Schafft es eine solche gebietsfremde Art sich zu etablieren, fortzupflanzen und die einheimische Flora und Fauna gar zu gefährden, wird sie als „invasiv“ bezeichnet. Die EU hat derzeit insgesamt 66 Tier- und Pflanzenarten als invasiv gelistet. Darunter sind 30 Arten, die als Haustiere streng verboten sind. Darunter auch die Asiatische Hornisse, die seit 2016 auf der Liste steht. Um den Überblick über deren Ausbreitung zu behalten, bitten Experten sogar die Bevölkerung um Hilfe.

Asiatische Hornisse in Deutschland: Fremde Art könnte Imkern gefährlich werden

Bekanntheit erlangte die Asiatische Hornisse (vespa velutina) vor allem durch eine ganz ähnlich klingende, weit gefährlichere Art. Die Asiatische Riesenhornisse (vespa mandarinia) macht seit 2020 in den USA als „murder hornet“ - also Mörderhornisse - Schlagzeilen, weil sie die dortigen Honigbienen gefährdet. Die Asiatische Hornisse kam durch die Globalisierung wohl mit Schiffen aus China nach Europa, ihre mörderische Verwandte kommt hingegen hier noch nicht vor. In Südfrankreich macht die Asiatische Hornisse allerdings ebenfalls den Honigbienen und damit auch den Imkern große Probleme, wie Melanie von Orlow vom NABU gegenüber BW24 erklärt.

In Deutschland sei diese Befürchtung allerdings unbegründet und wurde bislang nicht beobachtet. Dennoch wird die Verbreitung der Asiatischen Hornisse genau verfolgt, seit sie laut NABU 2014 in Waghäusel bei Karlsruhe erstmals deutschen Boden betrat. Denn inzwischen wurde das Insekt auch im hessischen Lorsch entdeckt, etwa 50 Kilometer von Waghäusel entfernt. Auch in Hamburg trat die Hornissenart schon auf den Plan. Wenn Nester frühzeitig entdeckt werden, müssen diese nach EU-Verpflichtung abgetötet werden, so Melanie von Orlow zu BW24.

Das Bundesland Hessen holt sich laut Deutscher Presseagentur beim Monitoring der Asiatischen Hornisse Unterstützung aus der Bevölkerung. Sichtungen oder Verdachtsfälle können dort dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie gemeldet werden.

Asiatische Hornisse: Stich ist für Menschen weitestgehend ungefährlich

„Zwar bringt die Asiatische Hornisse aller Voraussicht nach keine essenzielle Bedrohung für die europäische Imkerei, die genauen Auswirkungen auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt sind jedoch noch nicht abzusehen“, erklärt Melanie von Orlow zudem auf der Homepage des NABU. Große Sorgen gibt es demnach vor allem um die heimische, Europäische Hornisse (vespa crabro). Die ist seit 1987 nämlich besonders geschützt und könnte durch die Asiatische Hornisse bedrohliche Konkurrenz bekommen.

Menschen müssen sich übrigens angesichts der Verbreitung der Asiatischen Hornisse keine Sorgen machen - ebenso wenig, wie sie die heimische Hornisse fürchten müssen. Entgegen dem hartnäckigen Volksglauben ist ein Stich des Insekts halb so wild. „Das Gift hat keine höhere Toxizität als das der Honigbiene oder anderer Faltenwespen“, erklärt der NABU. Zudem ist es ohnehin sehr unwahrscheinlich, von einer Asiatischen Hornisse überhaupt gestochen zu werden. Denn die Insekten bauen ihre Nester gerne freihängend in Baumwipfeln in mehr als zehn Metern Höhe.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare