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„Der Ton macht die Musik“: Unhöflicher Zettel an Reinigungskräfte erzürnt das Netz

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Von: Julia Hawener

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Mit einem Aushang wendet sich jemand an die Reinigungskräfte am Institut für Deutsche Sprache in Mannheim. User im Netz sind entsetzt über den Tonfall in der Nachricht.

Mannheim – Sie schrubben Böden und Treppen, polieren Fenster und putzen Toiletten: Reinigungskräfte sorgen dafür, dass in Büros und Privathaushalten alles hygienisch sauber ist und wieder glänzt. In Krankenhäusern wäre der Betrieb ohne sie gar nicht erst möglich. Von dieser Arbeit bekommen jedoch nur wenige etwas mit, da Reinigungskräfte oft nachts oder früh am Morgen tätig sind. Beachtung und Wertschätzung bleiben deshalb häufig aus. Diese fehlende Anerkennung zeige sich auch auf einem Zettel an ein Reinigungspersonal in Mannheim in Baden-Württemberg deutlich, finden einige User auf Instagram.

„Jeder hat den gleichen Respekt verdient“: Zettel an Reinigungskräfte erzürnt das Netz

Mit roter, dick gedruckter Schrift und in Versalien wandten sich Personen offenbar an das Reinigungspersonal am Institut der Deutschen Sprache in der baden-württembergischen Stadt. Der Aushang wurde fotografiert und von der Instagram-Seite „Notes of Germany“ geteilt. „Reinigungskräfte“, beginnt die Nachricht. „Toilettenzwischentüren offen lassen und Fenster öffnen zum Lüften! Corona-Regeln!“, steht dort weiter geschrieben. Ergänzt wird die Botschaft mit zahlreichen Ausrufezeichen.

In den Kommentaren zeigen sich die User entsetzt über den Tonfall gegenüber dem Reinigungspersonal. „Unmöglich, was für einen Ton manche Menschen an den Tag legen! Man sollte zu jedem freundlich sein, vom Pförtner über die Putzfrau, von der Lieblingskollegin über die Chefin bis hin zum Vorstand. Ganz egal – jeder hat die gleiche Freundlichkeit und den gleichen Respekt verdient!“, schreibt eine Userin. „Einfach traurig. Sagt leider sehr viel über die gegenwärtige Situation aus. Die oder der Verfasser dieser Zeilen sollte mal zwei Wochen dieses Klo selbst putzen“, kommentiert eine andere Nutzerin zustimmend.

„Ausgerechnet am Institut der Deutschen Sprache“: User auf Instagram sind fassungslos

Die Meinung der User auf Instagram muss wohl auch eine Person aus Mannheim geteilt haben. Er oder sie ergänzte den Zettel nämlich kurzerhand mit einem Kugelschreiber um einige Wörter: „Liebe Reinigungskräfte“, „bitte“, „das wäre sehr nett“, „vielen Dank!“ und ein lächelnder Smiley zieren seitdem zusätzlich den Aushang. „Der Ton macht die Musik“, betitelt die Instagram-Seite „Notes of Germany“ ihren Beitrag passend.

Während einige Nutzer sich über die Verwendung der Ausrufezeichen und Versalien auf dem Zettel echauffieren, finden andere es vor allem erschreckend, wo der Aushang zu finden ist: „Ausgerechnet am Institut der Deutschen Sprache“, schreibt etwa ein Nutzer. Doch es gibt auch positive Worte – zumindest für die Person mit dem Kugelschreiber: „Großschreibung und so viele Rufzeichen...das tut doch schon beim Anschauen weh. Umso schöner, dass jemand hier Höflichkeit auf‘s Papier gebracht hat und damit auch, dass der Tonfall nicht akzeptiert wird“, kommentiert eine Frau.

„Notes of Germany“ teilt kuriose Botschaften, Zettel und Hinweise aus ganz Deutschland

Die Instagram-Seite „Notes of Germany“ hat rund 72.200 Follower (Stand: 12.12.2022) und ist ein Ableger der Seite „Notes of Berlin“. Nutzer können kuriose Botschaften, Hinweise oder Zettel, die in deutschen Städten oder Gemeinden aufgehängt werden, an den Account schicken. Die Kanalbetreiber von „Notes of Germany“ veröffentlichen dann ein Bild davon auf ihrer Seite. Auch aus einigen Orten in Baden-Württemberg wurden bereits Einsendungen geteilt: Ein Mannheimer etwa wendete sich mit einem wütenden Zettel an die Nachbarschaft und eine Karlsruherin bot einem Fahrrad-Dieb einen „Deal“ an, um ihr Bike wiederzubekommen.

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