Automobilkonzern in Deutschland

Daimler AG: Geschichte, Standorte und Vorstand des Automobilkonzerns aus Stuttgart

Der Mercedes-Stern auf dem Mercedes-Benz Werk Untertürkheim strahlt im Sonnenschein.
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Die Daimler AG als Weltkonzern: Der Mercedes-Stern auf dem Mercedes-Benz Werk Untertürkheim strahlt im Sonnenschein.
  • Marleen van de Camp
    vonMarleen van de Camp
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Die Daimler AG mit Sitz in Stuttgart: Alles Wichtige zur Geschichte, zum Vorstand, zur Aktie und zum Umsatz des Automobilkonzerns, der die Marke Mercedes-Benz weltberühmt machte.

  • Ola Källenius (50) löste 2019 den alten Daimler AG Vorstand Dieter Zetsche (66) ab
  • Die Daimler AG machte 2019 einen Umsatz in Höhe von rund 173 Milliarden Euro
  • Die Daimler-AG-Aktie wird für viele Privatanleger immer interessanter

Stuttgart - Die Daimler AG ist eines der größten Unternehmen Deutschlands und beschäftigt weltweit knapp 300.000 Mitarbeiter. Der Fahrzeughersteller mit Hauptsitz in Stuttgart hat mit Mercedes Benz eine Auto-Marke von Weltruhm aufgebaut

Die Daimler AG erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 172,7 Milliarden Euro und ist als Aktiengesellschaft an der Börse gelistet. 2019 löste der Schwede Ola Källenius den langjährigen Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche ab. Durch den Dieselskandal hat das Image der Daimler AG in den vergangenen Jahren gelitten.

Geschichte der Daimler AG: Carl Benz und Gottlieb Daimler als Erfinder des Automobils

Die Daimler AG ist ein Konzern mit Tradition und wurde von den Erfindern des Automobils gegründet. Carl Benz und Gottlieb Daimler erfinden im Jahr 1883, beziehungsweise 1890 unabhängig voneinander einen Motorkraftwagen und gründen zunächst eigene Unternehmen. Carl Benz gründet in Mannheim die Benz & Cie. Rheinische Gasmotorenfabrik und Gottlieb Daimler in Cannstatt die Daimler-Motoren-Gesellschaft.

Geschichte der Daimler AG: Der Benz Patent Motorwagen aus dem Jahr 1886 war das erste Automobil mit Benzinmotor.

Kurze Zeit später folgen im Jahr 1895 die Erfindung des ersten Omnibusses (Benz) sowie 1896 die des ersten Lastkraftwagens der Welt (Daimler). Das erste moderne Auto, dessen eigenständige Form erstmals von der Kutsche abwich, wird im Jahr 1901 von Daimler erfunden. Den symbolischen Mercedes-Stern gibt es seit dem Jahr 1902.

Im Jahr 1926 fusionieren beide Unternehmen zur Daimler-Benz AG – seit diesem Zeitpunkt stellt das Automobil das Kerngeschäft des Konzerns dar. Im Dritten Reich produziert die Daimler-Benz AG Militärfahrzeuge, Schiffs- und Flugzeugmotoren.

Die Geschichte der Daimler AG zwischen 1945 und 1949

Das Werk von Daimler in Mannheim wird am 23. März 1945 als erstes von der US-Armee besetzt. Es folgen im April 1945 die Werke in Gaggenau sowie Stuttgart-Untertürkheim. Truppen der Roten Armee nehmen im April 1945 zudem alle im Osten Deutschlands sowie Königsberg befindlichen Werke von Daimler ein und beginnen mit der Demontage ab Mai 1945. 

Die Daimler-Werke in Westdeutschland nahmen den Betrieb hingegen bald wieder auf. Bereits am 20. Mai 1945 wird das Hauptwerk in Stuttgart-Untertürkheim provisorisch wiedereröffnet. Im Mannheimer Werk von Daimler wird kurz darauf die Produktion von Drei-Tonner-Lastkraftwagen des Typs L701 wiederaufgenommen.

Circa 1600 Fahrzeuge des Typs Mercedes 170 wurden 1946 jährlich im Werk Sindelfingen bei Daimler-Benz produziert - 30 Jahre später entsprach dies in etwa der täglichen Produktionsleistung.

Im August 1945 wird der damalige Daimler-Vorstandsvorsitzende Wilhelm Haspel von der amerikanischen Militärregierung mit der Vorbereitung der Produktion von Limousinen-Fahrzeugen beauftragt.

Die Daimler AG expandiert in der Nachkriegszeit nach Südamerika

In der Nachkriegszeit entwickelt sich die Daimler AG zu einem Innovationstreiber der Automobilbranche und führt im Jahr 1951 zunächst die Sicherheitsfahrgastzelle ein. Später, im Jahr 1981, folgen Airbag und Gurtstraffer in allen Fahrzeugen, die heute in keinem Auto fehlen dürfen.

Die Daimler AG expandiert in der Nachkriegszeit zunächst nach Südamerika. In Buenos Aires, Argentinien, und in São Paulo, Brasilien, werden erstmalig Produktionsstätten im Ausland eröffnet. Die ersten Kontakte nach Brasilien werden bereits 1949 geknüpft – 1952 beginnt dort die lokale Fertigung von Lastwagen.

Auch in Argentinien ist die Daimler AG im Jahre 1950 relativ früh tätig und nutzt dort schnell eigene Produktionshallen für die Produktion des beliebten Mercedes Benz 180D, der in Südamerika gern als Taxi genutzt wird. Speziell in den 1960er-Jahren erlebt die Daimler AG einen großen Aufschwung und erhöht die Beschäftigtenzahlen schrittweise von 90.000 (im Jahr 1962) bis auf 150.000 (im Jahr 1972).

Die Daimler AG ab 1989: Umzug und Fusion mit dem US-Fahrzeughersteller Chrysler

Ein Daimler-Firmenschild mit der Aufschrift „Daimler Konzernzentrale“ vor dem Werk Stuttgart Untertürkheim.

Der Unternehmenssitz der Daimler AG wird im Jahr 1989 von Stuttgart-Untertürkheim nach Stuttgart-Möhringen verlegt, wo er zwischen 1989 und 2006 verbleibt, bis er wieder nach Stuttgart-Untertürkheim zurückkehrt. Im Juli 1998 fusioniert die Daimler-Benz AG mit dem US-amerikanischen Automobilkonzern Chrysler mit Sitz in Detroit.

Im August 2007 trennen sich beide Unternehmen wieder – auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 4. Oktober 2007 firmiert die Daimler-Benz AG in die heutige Daimler AG um. Seit diesem Zeitpunkt operiert die Daimler AG innerhalb der Geschäftsfelder Mercedes Benz Cars, Mercedes Benz Vans sowie Daimler Trucks, Daimler Buses und dem Daimler Financial Service.

Im Jahr 2011 beruft die Daimler AG zum ersten Mal in ihrer Geschichte mit Christine Hohmann-Dennhardt eine Frau in den Vorstand. Im Jahr 2013 spielt die Daimler AG eine zentrale Rolle beim Einsatz von Kohlendioxid in zukünftigen Klimaanlagen, woraufhin die Volkswagen AG und die BMW AG nachziehen. Im Februar 2019 kündigten die Konzernchefs von Daimler und der BMW eine Kooperation an. Seitdem kommen verstärkt Gerüchte über eine Fusion der beiden Fahrzeughersteller auf.

Die weltweiten Standorte der Daimler AG: Produktionsstätten in 17 Ländern

Die Standorte der Daimler AG umfassen im Jahr 2020 Produktionsstätten in insgesamt 17 Ländern, darunter:

  • -     Deutschland
  • -     Frankreich
  • -     Spanien
  • -     Ungarn
  • -     Rumänien
  • -     Russland
  • -     Türkei
  • -     USA
  • -     Mexiko
  • -     Argentinien
  • -     Brasilien
  • -     Südafrika
  • -     Indien
  • -     Japan
  • -     China
  • -     Vietnam
  • - Indonesien

Im Jahr 2018 eröffnet die Daimler AG in Kecskemét, Ungarn, einen zweiten Standort. Die Produktionsstätte für SUV und die E-Klasse in der Region Moskau, Russland, wurde erst im Jahr 2019 eröffnet.

Vorstand der Daimler AG: Dieter Zetsche hört als CEO auf, Ola Källenius übernimmt

Der Vorstand der Daimler AG setzt sich aus acht Mitgliedern um den Vorstandsvorsitzenden Ola Källenius zusammen. Zwei Vorstandsressorts des Dax-Konzerns sind aktuell mit Frauen besetzt: Renata Jungo Brüngger leitet das Vorstandsressort Recht, Britta Seeger ist für den Vertrieb von Mercedes-Benz Cars verantwortlich.

Liste der Vorstandsvorsitzenden der Daimler AG von 1937 bis heute:

  • -     Dr. h. c. Wilhelm Kissel (1937 bis 1942)
  • -     Dr. Willhelm Haspel (1942 bis 1952)
  • -     Heinrich Wagner (1952 bis 1953)
  • -     Dr. Fritz Könecke (1953 bis 1960)
  • -     Walter Hitzinger (1961 bis 1966)
  • -     Prof. Dr. Joachim Zahn (1971 bis 1979)
  • -     Dr. jur. Gerhard Prinz (1980 bis 1983)
  • -     Prof. Werner Breitschwerdt (1983 bis 1987)
  • -     Edzard Reuter (1987 bis 1995)
  • -     Prof. Dr. h. c. Jürgen E. Schrempp (1995 bis 2006)
  • -     Dieter Zetsche (2006 bis 2019)
  • -     Ola Källenius (2019 bis heute)
Dieter Zetsche (l), scheidender Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, und sein Nachfolger Ola Källenius stehen zu Beginn der Daimler Hauptversammlung im Jahr 2019 gemeinsam auf dem Podium.

Nach 13 Jahren an der Spitze der Daimler AG schied am 22. Mai 2019 Dieter Zetsche (66) als Vorstandsvorsitzender der Daimler AG aus. Seinen Posten übergab er an den Schweden Ola Källenius (50), der seit 2015 Mitglied des Daimler-Vorstands und bereits seit 1993 Teil des Unternehmens ist.

Neue Konzernaufteilung der Daimler AG seit dem Jahr 2019

Am 1. November 2019 änderte die Daimler AG ihre Unternehmensstruktur: Mercedes-Benz, Truck und Mobility sind seitdem drei eigenständige Unternehmen: Die Mercedes-Benz AG arbeitet im Pkw-Segment, die Daimler Truck AG im Lkw- und Bus-Segment und die Daimler Mobility AG im Segment Fahrzeugfinanzierungen und Flottenmanagement. Alle drei Sparten firmieren unter der Dachgesellschaft der Daimler AG.

Die Daimler Aktiengesellschaft und deren Umsatz in Zahlen

Das Grundkapital der Daimler AG ist in circa 1,07 Milliarden Namensaktien aufgeteilt. Die Daimler-Aktie hat die WKN (Wertpapierkennnummer) 710000 und ISIN (International Securities Identification, Internationale Wertpapierkennnummer) DE0007100000. Sie wird an der Deutschen Börse in Frankfurt am Main unter dem Kürzel DAI geführt. Die Daimler-Aktie ist Bestandteil des DAX und befindet sich zu rund 75 Prozent in Streubesitz – die übrigen Aktionäre mit größeren Anteilen sind die Investoren Li Shufu, die Kuwait IA, Bank of America Corperation und Renault-Nissan. Seit dem Jahr 2011 ist die Aktie neben dem DAX auch im DivDAX vertreten. Viele Börsen-Experten schätzen die Aktie der Daimler AG als langfristig stabil ein - seit Kurzem mehren sich jedoch Stimmen, die vom Kauf abraten. Der Umsatz des deutschen Automobilkonzerns Daimler AG ist zwischen 2009 und 2019 Jahr für Jahr konstant gestiegen.

Der Umsatz der Daimler AG zwischen 2009 und 2019:

  • -     2009: 78,92 Mrd. Euro
  • -     2010: 97,76 Mrd. Euro
  • -     2011: 106,50 Mrd. Euro
  • -     2012: 114,30 Mrd. Euro
  • -     2013: 118,00 Mrd. Euro
  • -     2014: 129,87 Mrd. Euro
  • -     2015: 149,47 Mrd. Euro
  • -     2016: 153,26 Mrd. Euro
  • -     2017: 164,15 Mrd. Euro
  • -     2018: 167,36 Mrd. Euro
  • -     2019: 172,75 Mrd. Euro

Erfolgreiche Pkw-Modelle der Daimler AG

Die Daimler AG setzte im Jahr 1970 den Supersportwagen C111 als rollendes Versuchslabor ein: Er hatte Flügeltüren, einen Vierscheiben-Wankelmotor und 350 PS.

Als Tochter der Daimler AG produziert die Mercedes-Benz AG auch Marken wie Maybach, AMG, Smart und EQ neben Mercedes-Modellen wie die beliebte A-Klasse, E-Klasse, C-Klasse oder S-Klasse. Seit 1993 unterteilt sie ihre Baureihen in folgende Klassenbezeichnungen:

Limousinen:

  • -     Mercedes-Benz-A-Klasse (A-Klasse)
  • -     Mercedes-Benz-C-Klasse (C-Klasse)
  • -     Mercedes-Benz-E-Klasse (E-Klasse)
  • -     Mercedes-Benz-S-Klasse (S-Klasse)

Coupés und Cabrios:

  • -     Mercedes-Benz-C-Klasse-Coupé
  • -     Mercedes-Benz-CLA-Klasse
  • -     Mercedes-Benz-CLC-Klasse
  • -     Mercedes-Benz-CLK-Klasse
  • -     Mercedes-Benz-E-Klasse-Coupé
  • -     Mercedes-Benz-CL-Klasse
  • -     Mercedes-Benz-CLS-Klasse
  • -     Mercedes-Benz-S-Klasse-Coupé
  • -     Mercedes-Benz-SL-Klasse
  • -     Mercedes-Benz-SLC-Klasse
  • -     Mercedes-Benz-SLK-Klasse
  • -     Mercedes-Benz-SLR-Klasse
  • -     Mercedes-Benz-SLS-Klasse

SUVs und Geländewagen:

  • -     Mercedes-Benz-G-Klasse
  • -     Mercedes-Benz-GLA-Klasse
  • -     Mercedes-Benz-GLB-Klasse
  • -     Mercedes-Benz-GLC-Klasse
  • -     Mercedes-Benz-GLK-Klasse
  • -     Mercedes-Benz-GLE-Klasse
  • -     Mercedes-Benz-M-Klasse
  • -     Mercedes-Benz-GLS-Klasse
  • -     Mercedes-Benz-GL-Klasse
  • Mercedes-Benz-X-Klasse

Kleinbusse und Großraum-Limousinen:

  • -     Mercedes-Benz-B-Klasse
  • -     Mercedes-Benz-R-Klasse
  • -     Mercedes-Benz-V-Klasse
  • -     Mercedes-Benz-Vaneo
  • -     Mercedes-Benz-Viano

mit Agenturmaterial

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