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Start-up Volocopter soll Mobilität für neue Mega-Stadt in Saudi-Arabien aufbauen

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Von: Julian Baumann

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Ein Flugtaxi des Bruchsaler Unternehmens Volocopter fliegt über der Stadt Shanghai (China).
Die Flugtaxis von Volocopter sind bereits in der ganzen Welt im Einsatz (im Bild: Shanghai) und in Zukunft auch in der geplanten Mega-Stadt Neom. © Volocopter

In Saudi-Arabien entsteht die riesige Planstadt Neom mit angeschlossenem Technologiepark. Das Startup Volocopter aus Bruchsal bei Karlsruhe soll dafür ein Mobilitätsnetzwerk aufbauen.

Bruchsal - Die Mobilität weltweit verändert sich zunehmend, zu Land, im Wasser und auch in der Luft. Die großen Autobauer wie Mercedes-Benz und Co. setzen auf E-Autos, die Porsche AG arbeitet daneben auch an einer Alternative. Zudem sind weltweit bereits die ersten futuristischen Hochgeschwindigkeitszüge im Einsatz. In der Luft gab es bislang neben Flugzeugen und kleinen Jets nur noch Hubschrauber, die sich nur die wenigsten leisten konnten. Inzwischen sind sogenannte Flugtaxis und Lasten-Drohnen allerdings keine Zukunftsmusik mehr. Der Vorreiter dieser sogenannten „Urban Air Technologie“ ist das Start-up Volocopter aus Bruchsal (Kreis Karlsruhe), in das auch die Daimler AG bereits Millionen investierte.

Vor wenigen Jahren absolvierte das Flugtaxi von Volocopter einen ersten erfolgreichen Probeflug in der Landeshauptstadt Stuttgart. Vom Flughafen Stuttgart soll dagegen schon bald ein Konkurrenzprodukt starten. Die Flugtaxis von Lilium sollen bald auch von Stuttgart aus fliegen. Doch auch das Münchener Start-up hat Verbindungen nach Baden-Württemberg, denn ihr Flugtaxi fliegt mit Batterien aus Tübingen. Volocopter hat dafür bereits viele Flugtaxis und Lastendrohnen weltweit im Einsatz und schloss sich nun mit Neom zu einem Joint Venture zusammen. Für die gigantische Planstadt im Nordwesten von Saudi-Arabien soll das Unternehmen ein Mobilitätsnetzwerk aufbauen, wie es in einer Pressemitteilung von Volocopter heißt.

Volocopter aus Bruchsal soll Flugtaxi-Netzwerk in geplanter Mega-City am roten Meer errichten

Die gigantische Planstadt Neon soll im finalen Zustand eine Fläche von 26.500 Quadratkilometern haben und ist damit größer als das gesamte deutsche Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Zudem erstreckt sich die Planstadt mit mehreren riesigen Stadtteilen nicht nur über das Gebiet Saudi-Arabiens, sondern auch über Ägypten und Jordanien. Initiiert wurde das umstrittene Megaprojekt vom saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Dieser ist in der westlichen Welt auch bekannt, weil er kürzlich mit seinem Staatsfonds, dem „Public Investment Fond“, den englischen Fußball-Erstligisten Newcastle United kaufte.

Die Investition in die geplante Riesenstadt Neom soll knapp 500 Milliarden US-Dollar (rund 441 Milliarden Euro) umfassen, eine Summe, deren Zahlung Saudi-Arabien bereits zugesichert hat. Für eine solche gigantische Stadt muss natürlich auch ein entsprechend großes Mobilitätsnetz und eine ausgebaute Infrastruktur eingeplant werden. In diesem Aspekt will Saudi-Arabien neue Wege gehen, was zum Joint Venture mit Volocopter führte. „Bei der Gestaltung der Städte und urbanen Infrastrukturen des 21. Jahrhunderts steht die Mobilität im Mittelpunkt“, sagte Nadhmi Al-Nasr, CEO von Neom. „Durch das Joint Venture mit Volocopter zeigen wir der Welt, dass NEOM die ideale Region für eine schnelle Umsetzung von UAM und für die Schaffung eines integrierten vertikalen Mobilitätssystems ist.“

Joint-Venture will mit Mobilitätsnetz Ziele verbinden - ohne vorherigen Straßenbau

Für die Planstadt Neom haben die Verantwortlichen laut der Pressemitteilung bereits zehn VoloCitys und fünf VoloDrones in Auftrag gegeben. Demnach soll das Unternehmen Volocopter aus Baden-Württemberg künftig sowohl Menschen als auch Güter in der Mega-Stadt transportieren. „Wir freuen uns, gemeinsam mit unserem Partner Volocopter vertikale Mobilität in NEOM zu realisieren“, sagte Florian Lennert, Head of Mobility bei Neom. „Volocopter ist ein international anerkannter Pionier der eVTOL-Branche und ein perfekter Partner für unser ambitioniertes Ziel, ein wirklich nachhaltiges und integriertes öffentliches Mobilitätssystem zu schaffen.“

Das Joint-Venture von Volocopter und Neom soll bereits im kommenden Jahr mit dem Aufbau eines Verkehrsnetzwerkes in der Region beginnen. „Für uns ist NEOM eine einmalige Chance, ein völlig neues UAM-Ökosystem von Beginn an mitzugestalten, ohne Beschränkungen einer bestehenden Infrastruktur oder vorhandener Regulierungen“, sagte Florian Bauer, Chief Commercial Officer von Volocopter. Durch das Mobilitätsnetz sollen Passagier- und Güterverkehr ohne extensive Bodeninfrastruktur ermöglicht werden. Zudem sollen vertikale Mobilitätsdienste das geplante „The Line“, eine 170 Kilometer lange Bandstadt für rund eine Million Einwohner, die Industriestadt „Oxagon“ und weitere Ziele in Neom miteinander verbinden. Dadurch wird ein klassischer Straßenbau in diesen Gebieten vermieden.

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