Automobilkonzern im Wandel

Daimler in Stuttgart: Unternehmen soll schrumpfen – Chef Källenius mit Hammer-Aussage

Daimler-Logo vor der Konzernzentrale bei Nacht.
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Daimler befindet sich wie viele Autobauer im Wandel.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Der Autobauer Daimler aus Stuttgart wird in den kommenden Jahren kleiner werden. Ola Källenius erklärt warum.

Dass sich Daimler in einem Wandel befindet, dürfte inzwischen den meisten aufgefallen sein. Statt Autos mit Verbrennungsmotoren baut das Unternehmen künftig nur noch Elektrofahrzeuge. Bis 2039 möchte der Stuttgarter Autobauer zudem klimaneutral werden. Das hat laut echo24.de* Folgen für das gesamte Unternehmen.

Denn Daimler soll sich in den kommenden fünf Jahren deutlich verkleinern, wie Daimler-Boss Ola Källenius während eines Reuters-Broadcasts betont: „Unser industrieller Fußabdruck wird sich im Zuge des Umstiegs auf den elektrischen Antriebsstrang fundamental verändern.“

Daimler/Stuttgart: Unternehmen soll schrumpfen - Elektromotor weniger komplex in der Herstellung

Heißt im Klartext: Bei dem Autobauer aus Stuttgart werden Stellen wegfallen. Elektromotoren sind in der Herstellung deutlich weniger komplex als klassische Verbrenner. Für die Herstellung eines Verbrennermotors mit Getriebe werden 1.400 Teile benötigt. Bei einem Elektromotor mit Batterie sind es nur noch 200. Wie viele Stellen wegfallen sollen, sagte Källenius nicht. Im kommenden Jahr soll bereits die Arbeitszeit der Mitarbeiter gekürzt werden, um Kosten einzusparen.*

Durch den Wandel hin zu Elektroautos sind die Hersteller laut dem Daimler-Chef gezwungen, sich deutlich effizienter aufzustellen und so Kapazitäten für elektrische und selbstfahrende Autos zu schaffen. Zusammen mit Bosch entwickelt Daimler bereits ein System, mit dem Autos künftig selbstständig einparken sollen und am Flughafen in Stuttgart erprobt wird.* Entsprechend sucht der Automobilkonzern aus Stuttgart vor allem nach Software-Entwicklern sowie Fachleuten für Batterien und die Elektrifizierung von Antrieben.

Daimler/Stuttgart: Luxus soll nachhaltiger werden - Pilotprojekt soll helfen

Ohnehin möchte Daimler künftig wieder vermehrt auf die Luxusklasse setzten* und dieses Segment prägen. Da sich diese künftig besonders durch Nachhaltigkeit und Effizienz auszeichnet, passt die Entwicklung sehr gut zu dem Anspruch des Automobilkonzerns aus Stuttgart.

„Es besteht kein Zweifel daran, dass der Fußabdruck, den dieses Produkt auf der Erde hinterlässt, kleiner sein muss. Das ist Teil des modernen Luxusversprechens“, erklärt Källenius im Reuters-Broadcast. Dabei soll auch ein Pilotprojekt helfen, in dem die Daimler-Tochter Mercedes-Benz bei der Entwicklung des EQXX auf Expertenwissen aus dem Formel-1-Team setzt. Das Elektroauto soll so effizient arbeiten, dass es die Strecke von Stuttgart nach Marseille in Frankreich mit nur einer einzigen Akkuladung schafft. Die beiden Städte liegen rund 940 Kilometer voneinander entfernt.

Daimler/Stuttgart: Källenius mit iPhone-Vergleich

Doch nicht nur unter der Haube der Autos von Daimler findet eine Veränderung statt. Auch in Sachen Umsatz will sich der Autobauer aus Stuttgart neu aufstellen. Wie bei Audi* sollen Kunden künftig auch digitale Dienste wie Fahrerassistenz- oder Infotainmentsystem buchen können. Daimler erhofft sich davon wiederkehrende Umsätze. Die neuen Dienste sollen 2024 mit dem neuen Mercedes-Benz-Betriebssystem eingeführt werden.

„Betrachten Sie es wie ein iPhone“, sagte Källenius im Reuters-Broadcast. „Sie können etwas hinzufügen. Das ist das Schöne daran.“ Der Umbau von Daimler* soll durch ein verstärktes Angebot für den chinesischen Markt finanziert werden. Hier sehen Experten in den kommenden zehn Jahren das weltweit größte Wachstumspotenzial für Mercedes-Benz. Das hängt aber auch von der Entwicklung des Marktes ab, gerade nach der Corona-Krise - dass weiß auch der Daimler-Boss. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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