Fernbeziehung zwischen Stuttgart und München

Fusion von Daimler und BMW: Das steckt hinter den Gerüchten

  • Marleen van de Camp
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Die Fusion von Daimler und BMW wird immer wahrscheinlicher. Sie könnte helfen, die schwachen Absatzahlen auszugleichen. Ist ein Zusammenschluss sinnvoll für die beiden Autohersteller?

  • Durch die Fusion von Daimler und BMW wird ein Milliardenkonzern entstehen.
  • Die Autohersteller aus Stuttgart und München haben bereits eine Carsharing-Allianz gegen die Konkurrenz gebildet.
  • Kritiker sprechen von Fusionsfantasien wegen schlechter Gewinnprognosen.

Stuttgart/München - Durch eine Fusion könnten Daimler und BMW ihre Kräfte vereinen. Mit einer Kooperation beim Carsharing bieten die Daimler AG und die BMW AG der Konkurrenz aus dem Silicon Valley bereits gemeinsam die Stirn. Beide Fahrzeughersteller hatten gut laufende Mobilitätsdienste, die sie zusammenschlossen.

Drive Now von BMW und Car2go von Daimler waren die stärksten Anbieter von Carsharing in Deutschland. Um die Mobilität weiter durch Kostensenkung attraktiv gestalten zu können, wurden die beiden Dienste zusammengelegt. Dies befeuert Gerüchte um eine mögliche Fusion von Daimler und BMW.

Fusion von Daimler und BMW: Zwei Fahrzeughersteller wollen gemeinsam die Welt der Mobilität erobern

Harald Krüger und Dieter Zetsche, die damaligen Vorstandsvorsitzenden von BMW und Daimler, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz zum Carsharing.

Noch sind Daimler und BMW von einer Fusion weit entfernt. Die beiden Marken sollen bei der künftigen Zusammenarbeit eigenständig bestehen bleiben, während die Infrastruktur der Fahrzeughersteller zusammengelegt wird. Durch das gemeinsame Vorgehen können sich Daimler aus Stuttgart und BMW aus München besser gegen die Konkurrenz aus den Silicon Valley, Uber, Tesla und Google durchsetzen. Um auch in Zukunft bei der Mobilität ganz vorne dabei zu sein, müssen im Zeitalter der Digitalisierung alle Kräfte vereint werden. 

Kritiker und Aktienanalysten sehen darin bereits Vorzeichen für eine künftige Fusion von Daimler und BMW. Eingebunden in die Zusammenarbeit sind auch der Mobilitätsdienstleister Moovel von Daimler und die E-Auto-Ladedienste und Parkdienste von BMW. Durch die Kooperation zwischen Daimler und BMW kann die Anzahl der Schnellladestationen erweitert und ein umfangreiches Netzwerk aufgebaut werden. Gemeinsam ist ein flächendeckender Ausbau der Carsharing-Modelle auch auf dem Land leichter möglich. Höhere Gewinne können erzielt werden.

Fusion von Daimler und BMW: Autonomes Fahren als Zukunft der Mobilität?

Die Entwicklung der selbstfahrenden Roboterautos fand in jüngster Zeit vor allem im Silicon Valley statt. Verpassen die beiden Fahrzeughersteller am Daimler-Hauptsitz in Stuttgart und BMW-Firmensitz München den innovativen Trend, geraten sie auf ein Abstellgleis. Auch das würde für eine Fusion der beiden Autokonzerne sprechen.

Als reine Lieferanten von Hardware könnten Daimler und BMW nur noch auf einem Nebenschauplatz der Mobilität tätig werden. Um auch in Zukunft an erster Stelle zu stehen, sind auch die Entwicklung und der Vertrieb von Software bedeutend. Eine Fusion von Daimler und BMW könnte Abhilfe schaffen.

Um die Grundlage des autonomen Fahrens auf eine gute Basis zu stellen, wurde im Rahmen der Kooperation von Daimler und BMW die Übernahme des Kartendienstes Here in die Wege geleitet. Zusätzlich muss auch in den Ausbau des schnellen Internets in ländlichen Regionen investiert werden. Die dafür notwendigen hohen Investitionen können nur von beiden Fahrzeugherstellern gemeinsam bewältigt werden.

Fusion von BMW und Daimler: Das Joint Venture Free Now für die Zukunft der Mobilität

Die beiden früher rivalisierenden Fahrzeughersteller BMW und Daimler bündeln durch die Kooperation unter der Dachgesellschaft Free Now alle bisher vorhandenen Mobilitätsleistungen.

Zu dem Joint Venture Free Now zählen:

  • Carsharing
  • Mitfahrdienste
  • Taxivermittlung
  • Digitale Parkplatzsuche
  • Digitale Suche von Ladestationen und Stromtankstellen

Fusion von Daimler und BMW als Wette auf die Zukunft

Es gibt weitere Vorteile einer Fusion: Derzeit ist die Zahl der verkauften Elektroautos von Daimler und BMW noch marginal. Roboterautos sind bei den europäischen Fahrzeugherstellern kaum erhältlich. Die Umrüstung der bestehenden Werke auf die Herstellung von E-Autos und die Entwicklung von Roboterautos verschlingen enorme Summen. Bei einem Scheitern drohen Verluste in Milliardenhöhe.

Die Wette auf eine neue Form der Mobilität in der Zukunft kann sich auch lohnen. Durch die Fusion von Daimler und BMW würden Wissen, Investitionen und bestehende Ressourcen gebündelt. Eine komplette Zusammenlegung oder eine Übernahme eines Unternehmens durch das andere ist nach aktuellem Stand jedoch nicht abzusehen.

von Dr. Andrea Triebl

Rubriklistenbild: © Uli Deck/dpa

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