Corona-Krise

Daimler-Zulieferer muss Werk wegen massivem Corona-Ausbruch schließen

Ein Schild mit dem leuchtenden Logo der ZF Friedrichshafen, aufgenommen zur Blauen Stunde vor dem Forum der ZF Friedrichshafen.
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Daimler AG: Zulieferer muss Werk wegen massiven Corona-Ausbruchs schließen (Symbolbild).
  • Julian Baumann
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Die Daimler AG steckt seit längerem in der Krise und reißt dadurch auch die zahlreichen Zulieferer mit sich. Ein Zulieferer muss nun ein Werk für mehrere Tage schließen - jedoch nicht wegen der wirtschaftlichen Lage.

Stuttgart - Die Daimler AG mit Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart hat schon seit Längerem mit Problemen zu kämpfen. Die Krise durch das Coronavirus in Baden-Württemberg verschlimmerte die Lage noch. Inzwischen scheint es für den weltbekannten Autobauer aus der Schwaben-Metropole zwar wieder bergauf zu gehen, der Sparplan von CEO Ola Källenius macht sich jedoch noch immer deutlich bemerkbar.

Als einer der größten Automobilkonzerne der Welt ist Daimler auch ein wichtiger Abnehmer für Zulieferer. Durch die Krise stehen auch viele dieser Unternehmen vor massiven finanziellen Problemen.

Die ZF Friedrichshafen AG mit Hauptsitz in Friedrichshafen (Bodenseekreis) stellt hauptsächlich Komponenten für Pkw-Antriebstechnik und Fahrwerktechnik her und beliefert auch die Daimler AG. Der Zulieferer muss nun ein Werk in Eitdorf (Nordrhein-Westfalen) für mehrere Tage schließen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Mittwoch berichtete. Grund für die temporäre Schließung ist jedoch nicht die wirtschaftliche Lage der Automobilindustrie.

Daimler AG: Zulieferer ZF schließt Werk in NRW wegen Corona-Ausbruch

Im ZF-Werk in Eitdorf seien bisher 91 von knapp 700 Beschäftigten positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwochmorgen auf Anfrage der dpa. Das Coronavirus in Baden-Württemberg und ganz Deutschland breitet sich aktuell wieder stark aus und führt täglich zu einer hohen Anzahl an Neuinfektionen.

Das Werk, in dem hauptsächlich Stoßdämpfer hergestellt werden, wird von Donnerstag bis Sonntag geschlossen bleiben. In der Zwischenzeit sei geplant, alle Mitarbeiter zu testen, sagte der Sprecher. Wie es zum Corona-Ausbruch bei dem Zulieferer der Daimler AG kam, ist bislang nicht bekannt.

Das Gesundheitsamt bestätigte der ZF, dass im Werk in Eitdorf keine Hygienemängel vorlagen, wie der Sprecher des Zulieferers der Daimler AG gegenüber der dpa sagte. Durch die Corona-Krise haben mehrere Zulieferer des Stuttgarter Autobauers große Probleme. Die Schwierigkeiten kommen in den meisten Fällen jedoch nicht durch Infektionen, sondern durch die massiven Folgen des Coronavirus auf die Wirtschaft. Das Unternehmen Mahle plant beispielsweise, 7.600 Mitarbeiter zu entlassen, und spricht von einer beispiellosen Krise.

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