Zulassung in wenigen Wochen?

Virologe: Impfstoff von Curevac ist „Hoffnungsschimmer für junge Menschen“

  • Sina Alonso Garcia
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Die Impfungen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg schreiten voran. Dennoch ist die Konkurrenz um begehrte Impfstoffe groß. Ein Virologe empfiehlt jüngeren Menschen, auf den Tübinger Impfstoff Curevac zu warten.

Tübingen - Schritt für Schritt bekommen immer mehr Menschen die Chance auf einen Impftermin gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg.

Zuletzt wurde der Impfstoff Astrazeneca für alle freigegeben. Ab Montag, 17. Mai, dürfen Hausärzte sogar ohne Priorisierung mit allen Impfstoffen impfen. Problematisch für Jüngere: Obwohl der Impfstoff Astrazeneca explizit für Menschen über 60 Jahren empfohlen wird, lehnen ihn viele Ältere immer noch wegen seines schlechten Images ab.

Jungen Menschen, besonders Frauen, wird von Experten häufig empfohlen, von einer Astrazeneca-Impfung abzusehen, wenn keine Vorerkrankungen vorliegen. Der Grund: Seltene Fälle von Hirnvenenthrombosen nach der Impfung. Doch was sollen junge Menschen tun, wenn auch die Älteren plötzlich reihenweise Astrazeneca verweigern und dadurch ein großer Run auf Biontech und Co. herrscht? Ein Mediziner meint: Auf den Tübinger Impfstoff Curevac warten.

Curevac-Impfstoff: Virologe erwartet Zulassung in wenigen Wochen

„Man hätte frühzeitig umstellen und den über 60-Jährigen nur noch Astrazeneca anbieten können“, sagt der Virologe Ulf Dittmer vom Universitätsklinikum Essen gegenüber waz.de. „Von den bislang Impfberechtigten über 60 wurden die meisten mit Biontech geimpft, während viele Astrazeneca-Impfdosen lange Zeit liegen blieben.“ Der Vektorimpfstoff Astrazeneca sei „genauso gut wie mRNA-Wirkstoffe“, berge aber bei jüngeren Menschen die Problematik von Nebenwirkungen. In Kürze dürfte mit Curevac jedoch ein Impfstoff auf den Markt kommen, den der Virologe gerade jungen Menschen ans Herz legt.

Er erwarte eine Zulassung von Curevac in wenigen Wochen, so der Virologe gegenüber waz.de. Der mRNA-Impfstoff sei ein „Hoffnungsschimmer für junge Leute“. Auch das Tübinger Biotech-Unternehmen selbst hat ambitionierte Ziele. So will Curevac 2022 eine Milliarde Impfdosen für die ganze Welt produzieren. Aktuell wartet Curevac noch auf die Notzulassung seines Vakzins.

Curevac-Impfstoff: Auch Tübingens OB Boris Palmer wurde damit geimpft

Das Vakzin von Curevac ist noch nicht zum Einsatz gekommen und wurde bisher nur im Rahmen einer Studie an Probanden verabreicht - unter anderem hat sich damit Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer gegen das Coronavirus impfen lassen. Zudem geriet zuletzt die Produktion durch den US-Exportstopp wichtiger Rohstoffe in Gefahr.

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa

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