Erfahrung bei Konkurrenz

Neuer Entwicklungs-Chef von Curevac arbeitete früher für Astrazeneca

Curevac
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Ein neuer Manager soll bei Curevac auch die Krebsforschung weiter vorantreiben.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Der Impfstoff des Tübinger Unternehmens Curevac soll noch bis Ende Juni zugelassen werden. Unterdessen verkündeten die Tübinger einen Wechsel an der Führungsspitze.

Tübingen - Während die Impfstoffe von Biontech, Astrazeneca und Co. schon seit einer Weile verimpft werden, befindet sich der Tübinger Impfstoff Curevac weiter in der Testphase. Noch immer erheben die Entwickler des mRNA-Impfstoffs Daten zur Wirksamkeit von Curevac, gehen jedoch von einer Zulassung in der EU bis Ende Juni 2021 aus. Nun verkündete das Unternehmen einen Neuzugang in der Führungsetage - der hat eine Vergangenheit beim Konkurrenten Astrazeneca.

Ab dem 1. August wird Klaus Edvardsen, ehemals Senior Vice President bei Astrazeneca, die Position des Chief Development Officer (CDO) bei Curevac einnehmen. Dort soll er sein weitreichendes Wissen und seine Expertise in der Forschung einbringen und den Weg Curevacs von einem forschungsorientierten Biotechnologie- hin zu einem biopharmazeutischen Unternehmen ebnen. Zudem will Curevac eine Milliarde Impfdosen für die ganze Welt produzieren.

Curevac: Neuer Entwicklungschef soll auch Krebsforschung vorantreiben

„Wir freuen uns sehr, Dr. Edvardsen im Führungsteam von Curevac zu begrüßen“, sagte Jean Stéphenne, Aufsichtsratsvorsitzende von Curevac. „Er bringt beeindruckende Erfahrungen aus Führungspositionen auf globaler Ebene sowohl in der Geschäftsentwicklung als auch in der klinischen Forschung bei mehreren namhaften biopharmazeutischen Unternehmen mit.“

Vor der Corona-Pandemie arbeitete Curevac intensiv an mRNA-basierten Krebstherapien. Klaus Edvardsen, der einen Doktortitel in der Krebsbiologie der Uni Kopenhagen hat, kann vor allem in diesem Bereich seine Expertise einbringen. „Ich fühle mich geehrt und bin sehr gespannt, in dieser für die weitere Entwicklung des Unternehmens hochspannenden Zeit zu Curevac zu kommen“, sagte Klaus Edvardsen. „Durch die jahrelange, intensive Arbeit an mRNA-Therapeutika hat das Unternehmen eine optimale Ausgangsposition geschaffen, um zukünftige Behandlungsmethoden für eine Vielzahl von Indikationen für unterschiedliche Patientengruppen bereitzustellen.“

Curevac: Klaus Edvardsen hatte fünf Jahre lang leitende Position bei Astrazeneca in Cambridge

Bei seinem Antritt am 1. August übernimmt Klaus Edvardsen als neuer Chief Development Officer bei Curevac die Stelle von Ulrike Gnad-Vogt. Diese hatte die Stelle interimsmäßig inne, nachdem Bernd Winterhalter vor einiger Zeit Curevac verlassen hatte. Edvardsen wechselt im August nicht direkt von Astrazeneca zu Curevac. Nach seiner fünfjährigen, leitenden Tätigkeit bei Astrazeneca in Cambridge war er rund anderthalb Jahre als Senior Vice President bei der Merck Group in Darmstadt tätig.

Der Tübinger Impfstoff Curevac basiert, wie auch die Mittel von Biontech/Pfizer und Moderna, auf der sogenannten Boten-RNA (mRNA). Diese soll den menschlichen Zellen die Informationen zur Bekämpfung von Krankheiten vermitteln. Die ebenfalls in der EU zugelassenen Impfstoffe Astrazeneca sowie Johnson und Johnson sind dagegen Vektorimpfstoffe, die auf einem harmlosen Erkältungsvirus beruhen.

Curevac: Entscheidender Vorteil gegenüber Biontech und Co.

Gegenüber den bereits vorhandenen Mitteln wie Biontech hat Curevac einen entscheidenden Vorteil. So beträgt die nötige Impfdosis bei dem Präparat von Curevac gerade mal zwölf Mikrogramm. Das ist deutlich weniger als bei den bereits zugelassenen Impfstoffen. Um einen Schutz gegen das Coronavirus zu gewährleisten, müssen vom Biontech-Impfstoff 30 Mikrogramm, von Moderna gar 100 Mikrogramm pro Impfung verabreicht werden. Entsprechend könnte der Impfstoff von Curevac sehr schnell viele Menschen erreichen und vor dem Virus schützen. Ein Virologe sieht den Impfstoff von Curevac als „Hoffnungsschimmer für junge Menschen“.

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