Dramatische Entwicklung

„In Kühlcontainer stecken“: Zu viele Corona-Tote - Gräber können nicht schnell genug ausgehoben werden

Zwei Männer in Schutzkleidung schließen den Sarg eines Verstorbenen.
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In Knittlingen im Enzkreis herrscht ein Beerdigungsnotstand (Symbolbild).
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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In einer Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg kommen Bestattungsunternehmen mit Beerdigungen kaum hinterher. Schuld sind die vielen Corona-Toten.

Knittlingen - Mit voller Wucht breitet sich das Coronavirus in Baden-Württemberg aus. In Knittlingen im Enzkreis ist nun das Worst-Case-Szenario eingetreten: Weil in einem Seniorenheim ein Drittel der Bewohner auf einen Schlag an Corona verstorben sind, werden jetzt Gräber am laufenden Band ausgehoben. Örtliche Bestatter und Bauhof-Mitarbeiter machen Überstunden und kommen an ihre Belastungsgrenzen.

Auslöser der dramatischen Lage in Knittlingen war der Ausbruch des Coronavirus in einem Pflegeheim. 45 von 60 Bewohnern haben sich im Haus Hebron mit Corona infiziert, 20 sind gestorben. Ein Bestatter berichtete dem SWR, dass er gerade etwa 15 Bestattungen pro Woche habe. Das seien so viele wie sonst in einem Monat. „Das haben wir noch nie erlebt“, sagte Knittlingens Bürgermeister Heinz-Peter-Hopp.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Knittlingen liegt mitten im Hotspot-Gebiet

Der Enzkreis, in dem Knittlingen liegt, ist einer der absoluten Corona-Hotspots in Baden-Württemberg. Knittlingen liegt rund 50 Kilometer von der Landeshauptstadt Stuttgart entfernt. Auch der benachbarte Stadtkreis Pforzheim hat sich zu einem Mega-Hotspot entwickelt. Dort schlug bereits ein Krankenhaus Alarm, weil die Intensivstation voll war.

Den steigenden Todesfällen im Zusammenhang mit Covid-19 begegnet die Gemeinde Knittlingen mit erhöhten organisatorischen Maßnahmen. So hat die Stadt einen Kühlcontainer für die Leichen angeschafft, um sie bis zur Beerdigung zu konservieren. Darin haben vier Särge Platz.

In unserem Ticker gibt es die aktuellen Informationen rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg.

In der sonst so überschaubaren Gemeinde Knittlingen herrscht das Chaos. Bürgermeister Heinz-Peter Hopp sagte in einem Video des SWR, dass alle Aussegnungshallen voll belegt seien. Doch nicht nur die Kapazitäten haben den Anschlag erreicht. Auch die Mitarbeiter von Bauhof und Verwaltung sind an ihre Grenzen der Belastbarkeit gekommen - nicht nur körperlich, sondern auch psychisch.

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