Drohende Übernahmen

Der große Ausverkauf: Winfried Kretschmann will Baden-Württemberg vor dem Raub-Zug nach Corona retten

Ein Fußgänger geht über die fast leere Königsstraße in Stuttgart - vor allem kleine und mittlere Unternehmen sind wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg in ihrer Existenz bedroht.
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Coronavirus in Baden-Württemberg: Kleine und mittlere Unternehmen sind von der Covid-19-Krise besonders stark betroffen.
  • Valentin Betz
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg stellt die Unternehmen im Land vor große Herausforderungen. Um Übernahmen durch Investmentfonds oder andere Unternehmen zu verhindern, will die Landesregierung einen Beteiligungsfonds auflegen.

  • Am 19. Mai will die Landesregierung ein weiteres Hilfspaket beschließen, um die Wirtschaft im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg zu unterstützen.
  • Mit dem Beteiligungsfonds will die Landesregierung kleine und mittelgroße Firmen in Baden-Württemberg zusätzlich vor Übernahmen schützen.
  • Winfried Kretschmann hatte bereits eine Prämie für den Kauf von Autos vorgeschlagen, für die er von den Grünen stark kritisiert wurde.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg sorgt nicht nur bei der Bevölkerung, sondern auch bei Unternehmen für einen Ausnahmezustand. Eine Umfrage der IHK hat ergeben, dass mehr als ein Drittel aller Unternehmen wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg einen Stellenabbau plant - zusätzlich zur Kurzarbeit. Doch selbst diese Maßnahmen würden der Umfrage zufolge nicht alle Unternehmen retten. Die Landesregierung in Baden-Württemberg hat daher umfangreiche Hilfsmaßnahmen beschlossen. Zu den bereits festgelegten kamen heute die so genannten Beteiligungsfonds hinzu.

Die Regierung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat bereits verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung der Unternehmen im Land eingeleitet. So soll am 19. Mai ein Hilfspaket für die unter dem Coronavirus in Baden-Württemberg leidende Wirtschaft beschlossen werden. Mit dem Geld soll unter anderem der besonders betroffenen Gastronomie unter die Arme gegriffen werden.

Unterstützung in der Corona-Krise: Beteiligungsfonds gegen Übernahme von Unternehmen

Eine weitere Maßnahme, die Unternehmen angesichts der anhaltenden Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg helfen soll, ist ein so genannter Beteiligungsfonds. Der Fonds soll laut Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) besonders kleine und mittlere Firmen in Baden-Württemberg vor einer Übernahme durch Investmentfonds oder größere Unternehmen schützen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann und die Landesregierung fürchten, diese könnten „die Corona-Schwierigkeiten der hiesigen Wirtschaft ausnutzen und auf Einkaufstour gehen“, so die dpa.

Das Volumen des Beteiligungsfonds soll laut dpa eine Milliarde Euro betragen. Das Land will sich angesichts des Coronavirus in Baden-Württemberg mit mindestens 800.000 Euro an betroffenen Unternehmen beteiligen. Im Rahmen einer Regierungspressekonferenz in Stuttgart am 12. Mai gaben Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Finanzministerin Edith Sitzmann weitere Details bekannt.

Hoffmeister-Kraut erklärte, der Beteiligungsfonds solle den durch das Coronavirus in Baden-Württemberg in Bedrängnis geratenen Unternehmen weiter Eigenkapital zur Verfügung stellen, damit diese auch nach überstandener Krise in der Lage seien, zu investieren. Diese Unterstützung sei zeitlich begrenzt und richte sich primär an kleine und mittlere Unternehmen mit 50 bis 200 Mitarbeitern.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Wirtschaftsstabilisierungsfonds übergeht kleine und mittelgroße Unternehmen

Der Beteiligungsfonds adressiert eigentlich gesunde, kleine und mittelgroße Firmen, deren Lage sich lediglich durch das Coronavirus in Baden-Württemberg verschärft hat. Denn auf Bundesebene gibt es bereits eine ähnliche Maßnahme - den Wirtschaftsstabilisierungsfonds. Der Fonds mit einem Volumen von neun Milliarden Euro ist allerdings in erster Linie für Großunternehmen gedacht. Kleine und mittelgroße Unternehmen, wie es sie in Baden-Württemberg viele gibt, werden nicht berücksichtigt. Hoffmeister-Kraut hatte zuvor betont, das Wirtschaftsministerium werde alles dafür tun, dass die Wirtschaft in Baden-Württemberg möglichst unbeschadet durch die Covid-19-Krise komme.

Auch für die Automobilindustrie gibt es Pläne. Um die Autokonzerne zu unterstützen, die aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg mit Gewinneinbrüchen kämpfen, hat sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann für eine Autokauf-Prämie ausgesprochen. Käufer von Neu- oder Jahreswagen mit Verbrennungsmotor sollen wegen Covid-19 eine Prämie in Höhe von 3.000 Euro erhalten. 4.000 Euro Zuschuss zusätzlich soll es für Plug-in-Hybride, Elektro- und Wasserstoffautos geben.

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