Coronavirus in Baden-Württemberg

Corona: Ämter sind raus - Infizierte müssen Kontakte selbst informieren

Medizinisches Personal führt bei einer Frau einen Corona-Test durch.
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Ab dem 11. Oktober sind die Bürgertests nicht mehr gratis (Symbolbild).

Das Coronavirus in Baden-Württemberg breitet sich wieder aus. Doch ab jetzt gilt: Infizierte müssen ihre Kontakte selbst informieren. Die Ämter sind raus.

Stuttgart (dpa/lsw) - Angesichts der sprunghaft steigenden Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg rufen Gesundheitsämter die meisten infizierten Menschen und deren Kontaktpersonen künftig nicht mehr an. Das müsse ein Erkrankter selbst übernehmen, kündigte das Gesundheitsministerium am Freitag an. Das «individuelle Fallmanagement» werde im ganzen Südwesten eingestellt, um die Ämter zu entlasten. Vielen Behörden sei es nicht mehr möglich gewesen, zeitnah Kontakte von Betroffenen zu informieren - zum Beispiel aus dem Restaurant, Kino oder von Geburtstagsfeiern. Mehrere Medien hatten zuvor über den Strategiewechsel berichtet.

Gesundheitsämter sollen sich daher stärker auf den Schutz von Risikogruppen zum Beispiel in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern sowie Kitas und Schulen konzentrieren und auf das Management von größeren Ausbrüchen, teilte das Ministerium weiter mit. «Oberstes Ziel ist es, Ausbruchsgeschehen einzudämmen und den Schutz vulnerabler Personengruppen sicherzustellen», sagte der Amtschef des Sozialministeriums, Uwe Lahl. Er betonte allerdings, die Quarantäne sei für Ungeimpfte nach wie vor vorgeschrieben. Da positive Fälle an die Gesundheitsämter gemeldet würden, wüssten die Behörden Bescheid.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Appell an „Eigenverantwortung“

Den Strategiewechsel hatte das Ministerium bereits im Sommer angekündigt und nun in einer Konferenz mit den örtlichen Gesundheitsämtern abgestimmt.

«Die Nachverfolgung bindet sehr viel Zeit und Personal und verliert, je später sie erfolgt, zunehmend ihre Wirksamkeit im Kampf gegen die Pandemie», sagte Brigitte Joggerst, Chefin des Gesundheitsamtes beim Landratsamt Enzkreis. Sie appellierte «dringend an die Eigenverantwortlichkeit der Betroffenen», sich nach einem positiven Test auch zurückzuziehen. Wer geimpft oder genesen ist, muss in aller Regel - auch wenn er oder sie Kontaktperson ist - nicht in Quarantäne.

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