Tübinger Biotech-Unternehmen

Profit mit Corona: Börsengang soll CureVac 209 Millionen Euro bringen

  • Valentin Betz
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Die Firma CureVac forscht an einem Corona-Impfstoff. Am Freitag plant das Biotechunternehmen an die US-Börse zu gehen - und könnte damit Millionen verdienen.

  • Das Biotech-Unternehmen CureVac aus Tübingen bereitet den Gang an die US-Börse vor.
  • CureVac forscht unter anderem an einem Impfstoff gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg.
  • Die Bundesregierung und andere Investoren unterstützten CureVac bereits mit insgesamt 560 Millionen Euro.

Tübingen - Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigt wieder. Um die Corona-Pandemie zu bekämpfen oder gar zu beenden, forschen daher Unternehmen weltweit an einem Impfstoff. Dazu gehört auch das Biotech-Unternehmen CureVac aus Tübingen. Bereits Mitte Mai vermeldete CureVac bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus einen Erfolg. Das Unternehmen hatte einen Impfstoff an Tieren getestet und vielversprechende Ergebnisse erzielt. Inzwischen führt CureVac eine klinische Studie an Menschen durch - mit Ergebnissen rechnet das Unternehmen Mitte September. In der zweiten und dritten Phase dieser klinischen Studie soll der Impfstoff-Kandidat auch an älteren Menschen getestet werden.

Die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus ist allerdings sehr teuer. Deshalb hat sich CureVac bereits um finanzielle Unterstützung bemüht. Die Bundesregierung investiert 300 Millionen Euro in die Firma aus Tübingen. Weitere 260 Millionen Euro erhält CureVac von anderen Investoren. Damit wollte sich CureVac auch gegen eine mögliche Übernahme aus dem Ausland schützen. .Jetzt geht das Biotech-Unternehmen den nächsten Schritt: Der Gang an die New Yorker Technologiebörse Nasdaq soll CureVac noch einmal rund 209 Millionen Euro einbringen.

Börsengang von CureVac: Biotech-Unternehmen aus Tübingen erhofft sich Millionen-Einnahmen

Die Tübinger Biotech-Firma CureVac hatte durch seine Erfolge bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs weltweit für Aufsehen gesorgt. CureVac ist neben der Mainzer Firma Biontec das zweite deutsche Unternehmen, das bereits eine klinische Studie für einen Impfstoff durchführen darf. Der Impfstoff von CureVac aus Tübingen basiert auf dem Botenmolekül mRNA und regt im Körper die Bildung eines Virus-Eiweißes an. Dies löst eine Immunreaktion aus, die den Menschen vor dem Virus schützen soll. Inzwischen erhält CureVac bei der Impfstoff-Entwicklung gegen das Coronavirus sogar Unterstützung von Tesla-Chef Elon Musk. Der Unternehmer ist begeistert vom Ansatz der Tübinger Firma und baut deshalb RNA-Mikrofabriken für CureVac. Um die Kooperation voranzutreiben, kam Elon Musk sogar persönlich nach Baden-Württemberg.

Das Biotech-Unternehmen Curevac geht an die Börse - das soll bis zu 245 Millionen US-Dollar einbringen.

Mit dem US-Börsengang will CureVac jetzt eine weitere Einnahmequelle erschließen. Zunächst will das Unternehmen aus Tübingen 13,3 Millionen Stammaktien anbieten und verkaufen. Aktienkäufern sollen darüber hinaus eine 30-Tage-Option zum Erwerb von bis zu knapp zwei Millionen zusätzlichen Stammaktien gewährt werden. Der Preis je Aktie werde voraussichtlich zwischen 12 und 14 Euro liegen, heißt es in einer Pressemitteilung von CureVac.

Bekanntheit durch Coronavirus: CureVac will Einnahmen aus Börsengang nicht nur in Corona-Impfstoff investieren

Wie viele Unternehmen weltweit forscht CureVac momentan fieberhaft an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Allerdings hat die Biotech-Firma aus Tübingen auch andere Forschungsfelder. Entsprechend werden auch die Einnahmen aus dem Börsengang nicht nur in einen Corona-Impfstoff investiert.

Neben dem Impfstoff gegen das Coronavirus will CureVac auch kurzfristige Produktionskapazitäten ihres Unternehmen mit dem Geld aus dem US-Börsengang finanzieren. Darüber hinaus sind die geplanten 209 Millionen Euro auch für die Krebsforschung und die Entwicklung eines fortschrittlichen Tollwut-Impfstoffs vorgesehen. Generell benötigt CureVac die finanziellen Mittel auch für die Weiterentwicklung der mRNA-Technologie und die Finanzierung von präklinischen und klinischen Programmen.

Der US-Börsengang von CureVac war direkt ein voller Erfolg. Der Preis je Aktie startete beim Börsengang zwischen 12 und 14 Euro. Wie die dpa berichtet, lag der erste Kurs schon bei etwa 37 Euro - und damit weit über dem Ausgabepreis. Zum Handelsschluss stand die Aktie dann schon bei etwa 47 Euro - und im nachbörslichen Handel ging der Kursanstieg weiter. Den Börsengang sehen Experten in Verbindung mit der Beteiligung des Staates an CureVac allerdings kritisch. „Der Steuerzahler ist jetzt an einem Unternehmen beteiligt, das an der US-Technologiebörse Nasdaq notiert ist, und dessen Wert sehr volatil ist. Diese Beteiligung mag in der Krise zu begründen sein, sollte aber nach der Krise auch wieder zügig beendet werden”, sagte Achim Wambach, Chef der Monopolkommission, der Rheinischen Post.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa / Christoph Schmidt

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