Corona-Ausbruch in der Logistik

Drogerie dm: 800 Mitarbeiter müssen in Quarantäne

Eine Mitarbeiterin der Drogerie dm räumt Klopapier in die Regale ein.
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Mit voller Wucht hat das Coronavirus nun auch die Drogeriekette dm getroffen.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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In einem Logistikzentrum der Drogeriekette dm sind mehrere Hundert Mitarbeiter in Quarantäne geschickt worden. Zuvor wurden 94 Personen positiv auf das Coronavirus getestet.

Weilerswist - Ausnahmezustand in einem Verteilzentrum der Drogerie dm: Nachdem 94 Mitarbeiter positiv auf Corona getestet wurden, müssen Hunderte Angestellte des Zentrums in Weilerwist, Kreis Euskirchen (NRW), in Quarantäne. Zunächst waren 200 Personen von der Quarantäne betroffen, nun wurden 600 weitere nach Hause geschickt.

„Im Zuge der Reihentestungen im Verteilzentrum Weilerwist, die gemeinsam mit dem Gesundheitsamt des Kreises Euskirchen durchgeführt worden sind, sind weitere Kolleginnen und Kollegen positiv getestet worden“, sagte Christian Bodi, dm-Geschäftsführer im Bereich Logistik, in Bezug auf die mittlerweile 94 bekannten Fälle laut der Deutschen Presseagentur (dpa). Doch wie konnte es zu einer derartigen Ausbreitung des Coronavirus im Unternehmen kommen?

Corona-Ausbruch bei der Drogerie dm: Britische Mutation im Spiel

Laut des Logistik-Chefs der Drogerie dm, Christian Bodi, hätten die Behörden die Hygienestandards des Unternehmens wiederholt als vorbildlich bestätigt. „Wir haben sofort reagiert und Maßnahmen ergriffen, um die Verfügbarkeit von Produkten in unseren dm-Märkten sicherzustellen“, sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger. „Die Versorgung der Standorte der Drogerie dm kann durch Kolleginnen und Kollegen, denen keine Quarantäne verordnet wurde, weiterhin erfolgen. Zudem haben wir die Kapazitäten in unseren Verteilerzentren in Waghäusel und Wustermark ausgeweitet.“

Wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, sei bei 70 Prozent der positiv Getesteten die britische Corona-Variante festgestellt worden - und das über mehrere Abteilungen verteilt. Offenbar hatte man anfangs angenommen, dass nur die Nachtschicht betroffen sei. Dann folgte die bittere Gewissheit: „Es ist nicht nur die Nachtschicht betroffen, sondern alle Schichtgruppen der Kommissionierung“, heißt es in dem Bericht. „Das Infektionscluster war folglich die Kommissionierungshalle.“

Möglicherweise hat die britische Variante, die als eine der hochansteckenden Corona-Mutationen gilt, zu einer derartig starken Verbreitung des Coronavirus im Unternehmen geführt. Die auch als „B.1.1.7“ bekannte Mutation ist nach aktuellen Forschungsstand neben einer erhöhten Ansteckungsgefahr auch tödlicher.

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