Jahreswechsel im Lockdown

Ausgefallenes Silvester-Feuerwerk hat Deutschland 3.500 Tonnen Müll erspart

Abgebrannte Feuerwerksartikel liegen auf der Straße.
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Laut Berechnungen ersparte das Silvester-Feuerwerks-Verbot Deutschland rund 3.500 Tonnen Müll (Symbolbild).
  • Julian Baumann
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Aufgrund der Corona-Pandemie war das Feuerwerk an Silvester in ganz Deutschland verboten - das ersparte dem Land Berechnungen zufolge rund 3.500 Tonnen Müll.

Pforzheim - Aufgrund der Lage durch das Coronavirus in Baden-Württemberg waren viele traditionelle Ereignisse im vergangenen Jahr nicht möglich. In der Landeshauptstadt Stuttgart fand anders als in den Vorjahren beispielsweise kein Weihnachtsmarkt statt. Als Alternative wurden mehrere Stände in der Innenstadt verteilt. Aufgrund der hohen Infektionsgefahr entschied sich Stuttgart bereits einige Wochen vor dem Jahreswechsel, Feuerwerk an Silvester zu verbieten. Auch die Geschäfte mussten sich an ein generelles Verkaufsverbot von Feuerwerkskörpern halten. Das Verbot galt jedoch nicht nur für Baden-Württemberg und die Landeshauptstadt, sondern nahezu für die ganze Bundesrepublik.

Laut Berechnungen der Hochschule Pforzheim ersparte das aufgrund des Coronavirus in Deutschland ausgefallene Silvester-Feuerwerk Deutschland rund 3.500 Tonnen Müll, wie die Stuttgarter Nachrichten (StN) berichten.

Coronavirus: Verbot von Feuerwerk im Lockdown erspart hohe Menge an Kunststoffmüll

Normalerweise bieten die Innenstädte am Neujahrstag deutschlandweit ein nahezu gleiches Bild. Überall liegen gebrauchte Feuerwerkskörper mit einem Rest an Schwarzpulver auf den Straßen, die entweder an dieser Stelle explodiert waren oder nach einem Abschuss in die Luft wieder auf den Boden gefallen sind. Normalerweise dauert das Aufräumen in den Städten durch die schiere Menge an Feuerwerkskörpern, Papier, Kunststoff und Schwarzpulver eine ganze Weile. Das Jahr 2020 war jedoch alles andere als normal, was sich auch auf Silvester und das Feuerwerk auswirkte.

Im vergangenen Jahr fiel das Silvesterfeuerwerk durch die Corona-Krise deutschlandweit deutlich kleiner aus. Laut Berechnungen von Professor Jörg Woidasky von der Hochschule Pforzheim und einem Bachelorstudenten ersparte das Verbot ganz Deutschland etwa 3.500 Tonnen an Kunststoffmüll, wie die StN berichten. „Auch wenn man den diesjährigen Verzicht aus kulturellen Aspekten bedauern mag, so war er für die Umwelt sehr vorteilhaft“, sagte Woidasky in Bezug auf die Berechnungen. Grundlage für die Zahl seien Sortier-und Werkstoffanalysen von Feuerwerkskörpern sowie Kundenbefragungen und Zulassungsanalysen gewesen.

Coronavirus: Feuerwerk-Verbot an Silvester war gut für die Umwelt

Über Sinn und Unsinn des Feuerwerks zum Jahreswechsel wurde bereits viel diskutiert. Die einen sehen es als Tradition an, während andere nur das Geld sehen, dass in den Himmel geschossen wird. Die Feuerwerkskörper sind nämlich nicht gerade billig. Laut den StN wurden vor der Corona-Krise allein in Deutschland jährlich mehr als 130 Millionen Euro für etwa 40.000 Tonnen Feuerwerk ausgegeben. Neben den Kosten birgt die Tradition jedoch noch andere Risiken. Auch zum Jahreswechsel 2020/2021 gab es wieder Verletzungen durch falsch gezündete Knaller oder aus dem Ausland importierte und fehlerhafte Ware. Aufgrund der harten Corona-Regeln an Silvester stockte die Polizei ihre Präsenz in Baden-Württemberg auf.

Das deutlich reduzierte Feuerwerk aufgrund des Verbotes wegen der Corona-Krise kam vor allem auch der Umwelt zugute. Neben Lärm und Verletzungen verunreinigen die Feuerwerkskörper nämlich auch die Luft - beispielsweise durch Feinstaub. Von dem Feinstaubproblem ist vor allem Stuttgart seit Langem betroffen. „Die Treib- und Effektsätze der pyrotechnischen Artikel machen davon lediglich etwa ein Drittel aus“, sagte Woidasky laut den StN. „Der Rest sind feste Abfälle aus Pappe, Papier, Holz, Ton und Kunststoffen.“ Die Materialien werden etwa für Verpackungen, Hüllen oder Kappen der Böller und Raketen verwendet.

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