Corona als Existenzbedrohung

„Erschreckend“: Vorhersage zeigt, dass die Folge-Krise nach dem Coronavirus mehrere Jahre dauern könnte

  • Marleen van de Camp
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Das Coronavirus sorgt in Baden-Württemberg bei Unternehmen für einen absoluten Ausnahmezustand. Eine Umfrage der IHK zeigt, dass die eigentliche Krise noch folgt.

  • Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg plant mehr als ein Drittel aller Unternehmen einen Stellenabbau.
  • Das hat eine Umfrage des Industrie- und Handelskammertages unter rund 2.000 Betrieben ergeben.
  • Die Umfrage zeigte auch, dass Kurzarbeit und Stellenabbau nicht jedes Unternehmen in Baden-Württemberg retten werden.

Stuttgart - Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg plant mehr als ein Drittel aller Unternehmen einen Stellenabbau. Das hat eine Blitzumfrage des Industrie- und Handelskammertages Baden-Württemberg (BWIHK) ergeben. An der Umfrage, die von Montag, dem 4. Mai um 08:00 Uhr bis zum Mittwoch, den 6. Mai um 17:00 Uhr lief, beteiligten sich rund 2.000 Unternehmen aller Größen und Landesregionen.

Die Folgen des Coronavirus in Baden-Württemberg für die Wirtschaft sind fatal. Zahlreiche Unternehmen mussten ihre Produktion für mehrere Wochen einstellen. Geschäfte, Restaurants und Freizeiteinrichtungen waren von Schließungen betroffen. Marjoke Breuning, Vizepräsidentin des BWIHK, nannte das Ergebnis der Umfrage in einer Presseerklärung der IHK „erschreckend“. Mehr als 80 Prozent der Betriebe rechnen laut der Umfrage wegen de Corona-Krise in Baden-Württemberg mit Umsatzrückgängen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Auch Kurzarbeit und Stellenabbau können nicht alle Unternehmen retten

71 Prozent der Unternehmen gehen wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg sogar von Umsatzeinbrüchen im zweistelligen Bereich aus. Jedem fünften Betrieb wird der IHK zufolge mindestens die Hälfe des Jahresumsatzes wegfallen. Darum haben viele Unternehmen keine Wahl, als mit Kurzarbeit und Stellenabbau zu reagieren.

Ein Großteil der Unternehmen in schließt sich der düsteren Corona-Vorhersage des Stuttgarter Technologiekonzerns Bosch an: 28 Prozent der Betriebe gaben in der Umfrage an, sie würden voraussichtlich im Jahr 2021 zur Normalität zurückkehren. Sechs Prozent rechnen damit, dass es noch länger dauern wird. Während das Land Baden-Württemberg trotz Coronavirus im Mai die Rückkehr zur Normalität starten will, befürchten sechs Prozent der Unternehmen im Land, dass ihnen das niemals gelingen wird und sie auch Kurzarbeit oder ein Stellenabbau nicht mehr retten kann. Für sie ist die Krise existenzbedrohend.

Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg in Not geratene Unternehmen können Soforthilfe beantragen

Coronavirus in Baden-Württemberg: 13 Prozent der Unternehmen im Handel fast ohne Kunden

Besonders hart trifft das Coronavirus in Baden-Württemberg Unternehmen in der Tourismus- und Gastronomiebranche. 69 Prozent der Reiseunternehmen und 76 Prozent der Restaurants sind wegen der Krise zum Stellenabbau gezwungen. Durch Kurzarbeit allein können sie nicht überleben. Trotz der Ladenöffnungen haben 13 Prozent der Geschäfte im Einzelhandel der Umfrage zufolge „fast gar keine Kunden mehr“. Die Zahlen beweisen, dass es noch nicht für alle Zweige der Wirtschaft weitergeht. Aber die Politik habe „zumindest für weitere Betriebe eine Perspektive aufgezeigt“, macht BWIHK-Viezepräsidentin Breuning den Menschen und Betrieben in Baden-Württemberg Mut.

Rubriklistenbild: © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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