Maßnahme gegen Coronavirus

Verzweiflung über Lockdown: Restaurantbesitzer hat gerade 17.000 Euro für Luftreiniger ausgegeben

  • Valentin Betz
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Die Gastronomie leidet an der Corona-Pandemie. Filtersysteme sollten helfen, die Gesundheit der Gäste auch im Winter zu gewährleisten. Doch der zweite Lockdown macht diese Maßnahme jetzt überflüssig.

Zell - Das Coronavirus in Baden-Württemberg wirkt sich auch auf die Wirtschaft im Land aus. Ab Montag gilt wegen des Corona-Alarms in Baden-Württemberg ein Teil-Lockdown. Zahlreiche Bereiche sind davon betroffen, auch die Gastronomie muss wieder schließen. Schon Anfang des Jahres war die Vorhersage für Restaurants und Cafés in Stuttgart düster.

Dabei hatten sich Gaststätten und Restaurants mit allen Mitteln bemüht, die Gesundheit ihrer Gäste zu gewährleisten. Um auch im Winter die Kundschaft im Freien bedienen zu können, sollte wegen des Coronavirus sogar eine „Klimasauerei“ wieder erlaubt werden. Durch Heizstrahler hätte man es auch bei niedrigen Temperaturen draußen ausgehalten.

Bereits im August bereitete sich die Gastronomie in Stuttgart mit einer weiteren Maßnahme auf die kalte Jahreszeit vor: Restaurants bauten Luftfilter ein, die sonst im OP-Saal genutzt werden. Auch ein Gastronom aus Zell im Wiesental im Kreis Lörrach investierte in solche Luftreiniger. Doch angesichts des zweiten Lockdowns war die teure Anschaffung völlig umsonst.

Die Gastronomie leidet unter besonders vielen Corona-Neuinfektionen (Symbolbild)

Gastronom aus Zell investiert in Luftreiniger gegen das Coronavirus - jetzt kommt der zweite Lockdown

Wie die Badische Zeitung (BZ) berichtet, ist der Restaurant-Besitzer aus Zell im Wiesental auch Kreis-Dehoga-Vorsitzender. Der Deutscher Hotel- und Gaststättenverband vertritt seine Mitglieder beispielsweise in der Politik. Nach dem ersten Lockdown beschloss der Gastronom aus Zell Lüftungsgeräte in seinem Restaurant einzubauen, um Gäste und Mitarbeiter vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg zu schützen.

Insgesamt investierte er 17.000 Euro für die Luftreiniger, so die BZ. Die Filter saugen verunreinigte Luft in Fußbodennähe ab und reinigen sie über zwei Filterstufen. Mit einem Abscheidegrad von 99,995 Prozent werden Viren und Tröpfchen so im Filtersystem abgesondert. Wie auch die Systeme in Stuttgart sind die Geräte in Zell eigentlich für Laboratorien und Operationssäle vorgesehen.

Mit Luftreiniger gegen das Coronavirus: Gastronom aus Zell geht als Beispiel voran - offenbar vergeblich

Wie die BZ berichtet, fehlen bislang allerdings noch langfristige Erfahrungswerte mit den Luftreinigern. Der Gastronom in Zell im Wiesental war der erste im Landkreis, der sich die Filtersysteme für sein Restaurant besorgte. „Nun in der kälteren Jahreszeit ist es für uns Gastwirte oft nicht möglich, in kurzen Abständen die Fenster zu öffnen, um zu lüften. Dies ist für die Gäste nicht zumutbar“, erklärte er der BZ. „Außerdem bin ich verpflichtet, nicht nur unsere Gäste vor dem Virus zu schützen, sondern auch unsere Mitarbeiter.“

Zu einem umfangreichen Test der Luftreiniger wird es jetzt vorerst nicht kommen. Durch den zweiten Lockdown bleibt der Gastronom auf den 17.000 Euro sitzen, denn Fördergelder für die Anschaffung der Filtersysteme sind nach derzeitigem Stand nicht vorgesehen.

Rubriklistenbild: © Elko Hirsch / dpa

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