Steigende Infektionszahlen

Kretschmann macht beunruhigende Vorhersage für die zweite Jahreshälfte

  • Lisa Schönhaar
    vonLisa Schönhaar
    schließen

Die Zahl der mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg Infizierten steigt weiter an. Ministerpräsident Winfried Kretschmann warnt, die zweite Hälfte des Jahres werde eine schwere Zeit werden.

  • Das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitete sich in den vergangenen Wochen weniger schnell als zu Beginn und die Zahl der Neuinfektionen nahm stetig ab.
  • Aktuellen Zahlen des Sozialministeriums zufolge steigt die Zahl der derzeit mit dem Coronavirus Infizierten nun aber wieder an - auf mindestens 41.247 seit Beginn der Corona-Pandemie.
  • Nach einer Beratung der Ministerpräsidenten der Länder mit Angela Merkel warnt Winfried Kretschmann vor der zweites Jahreshälfte.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg (BW24* berichtete) legte das Leben in nahezu allen Bereichen lahm und führte zu weitreichenden Einschränkungen des sozialen Lebens sowie zu etlichen Verboten und Maßnahmen zum Infektionsschutz vor Covid-19*. Da sich das Coronavirus in Baden-Württemberg* mit Beginn des Frühsommers auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau ausbreitete, beschloss die Landesregierung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann* bereits mehrfach Lockerungen für den Alltag und die Freizeit der Bürger.

Damit sich möglichst wenige Menschen mit der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 anstecken, gelten trotz der vielen Lockerungen nach wie vor Kontaktbeschränkungen und Hygieneauflagen - dazu gehört beispielsweise die Ende April von der Landesregierung eingeführte Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg*. Die Sorge wächst, dass einige Lockerungen möglicherweise zu früh kamen - aktuell steigt die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg* wieder an.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Ministerpräsident Winfried Kretschmann warnt vor der zweiten Jahreshälfte.

Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitet sich weiter - Winfried Kretschmann warnt vor zweiter Jahreshälfte

Nach Beratungen der Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag sagte Winfried Kretschmann*, das Land stehe „an einer Wegscheide“. Angesichts der steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg* verteidigte der Ministerpräsident die neuen Corona-Regeln von Bund und Ländern und appellierte an die Eigenverantwortung jedes Bürgers. Die Infektionszahlen hätten ein gefährliches Niveau erreicht und drohten den Erfolg der ersten Jahreshälfte im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu zerstören. „Das Virus macht keine Sommerpause, es ist immer noch da“, sagte Kretschmann.

In einer Videoansprache warnte Ministerpräsident Winfried Kretschmann, die zweite Hälfte des Jahres werde nicht leichter werden als die ersten sechs Monate. Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg müssten zwingend zurückgehen, um die Lockerungen der vergangenen Wochen nicht zu gefährden. Erfolgreich könne dieser Weg nur sein, wenn die Menschen auf sich und auf andere achteten. „Zusammenhalt ist unser größter Trumpf“, sagte Kretschmann. Die Jungen trügen außerdem eine besondere Verantwortung für die Älteren und andere Risikogruppen.

Coronavirus: Ministerpräsidenten einigen sich auf neue Regeln zum Infektionsschutz

Die Ministerpräsidenten der Länder hatten am Donnerstag erstmals seit Juni mit Kanzlerin Angela Merkel über eine gemeinsame Linie im Kampf gegen die Corona-Pandemie beraten. Dabei hatten sich die Länder unter anderem darauf geeinigt, dass bei Verstößen gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld von mindestens 50 Euro droht. Bei den umstrittenen Feiern im Familien- und Freundeskreis hatten sie sich dagegen nicht auf bundesweit geltende Obergrenzen für Teilnehmerzahlen einigen können.

Erst kürzlich hatte Verkehrsminister Winfried Hermann angekündigt, die Maskenpflicht in Bahnen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg künftig strenger kontrollieren* zu wollen - durch die Polizei. Wer sich weigere, eine Maske im öffentlichen Nahverkehr zu tragen, müsse mit teils hohen Geldbußen rechnen. Trotz Coronavirus in Baden-Württemberg häufen sich in jüngster Zeit die Meldungen über Personen, die in öffentlichen Verkehrsmitteln keine Masken tragen. Eine Studie der Universität Heidelberg hatte gezeigt, dass trotz der Einschränkungen durch das Coronavirus eine überwiegende Mehrheit von 80 Prozent der Bevölkerung die Corona-Regeln mit Maskenpflicht und Mindestabstand akzeptiert*. Nur knapp vier Prozent sagten, die Regeln selten oder nie zu achten. 

Coronavirus in Baden-Württemberg: Steigende Infektionszahlen durch Verweigerer und Reiserückkehrer

Gegen diese Minderheit, die sich trotz Coronavirus in Baden-Württemberg nicht an die Hygieneauflagen halten will, muss die Polizei immer wieder vorgehen. Um das Coronavirus in Stuttgart* nicht weiter zu verbreiten, hielten zwei Polizisten kürzlich einen Mann ohne Mund-Nasen-Schutz davon ab, eine Stadtbahnhaltestelle zu betreten. Der Maskenverweigerer in Stuttgart hat die Polizisten daraufhin angeschrien*, beleidigt und schließlich versucht, sie mit einem Kugelschreiber zu stechen.

Die steigenden Infektionszahlen im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg sind auch auf Corona-Ausbrüche in einzelnen Gemeinden und Landkreisen zurückzuführen, die häufig auf Reiserückkehrer aus Risikogebieten zurückgehen. Der Kreis Göppingen etwa war schon mehrfach von Neuinfektionen betroffen. Nach einer Abifahrt nach Kroatien schleppten Teilnehmer das Coronavirus in Baden-Württemberg* ein - fast alle der 14 Urlauber hatten sich infiziert. Kurz darauf haben weitere Reiserückkehrer aus Kroatien andere Menschen mit dem Coronavirus infiziert*. Acht Personen hatten sich in Kroatien auf der Insel Pag angesteckt und anschließend eine private Geburtstagsfeier in einem Club in Stuttgart mit rund 40 Gästen besucht.

Inzwischen stößt der Südwesten aufgrund der großen Anzahl an Reiserückkehren an Kapazitätsgrenzen bei Tests auf das Coronavirus in Baden-Württemberg. Die Corona-Tests bringen Baden-Württemberg in Bedrängnis*. Weil inzwischen so viele Menschen vorsorglich getestet werden, sind die Labore bereits überlastet und es kommt zu Verzögerungen bei der Auswertung. *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa/picture alliance

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare