Kontaktverbot wegen Covid-19

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kretschmann ermutigt Bürger, Verstöße zu melden

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gestikuliert bei einem Interview mit den Händen
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Coronavirus in Baden-Württemberg: Ministerpräsident Kretschmann rechtfertigt Kontaktsperre als Reaktion auf die aktuelle Katastrophensituation
  • Sabrina Hoffmann
    vonSabrina Hoffmann
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Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg herrscht Kontaktverbot. Ministerpräsident Winfried Kretschmann verteidigt Bürger, die Verstöße anzeigen: „Hat nichts mit Denuanziation zu tun“.

  • Winfried Kretschmann verteidigt Bürger, die gegen das Kontaktverbot im Rahmen des Coronavirus in Baden-Württemberg verstoßen
  • Der Ministerpräsident erklärt, wachsame Baden-Württemberger seien keine Denunzianten und wehrt sich gegen Vorwürfe, die Landesregierung würde die Freiheit der Bürger opfern
  • Kretschmann selbst hat keine Angst an Covid-19 zu erkranken, er sorge sich um das Land Baden-Württemberg und die Menschen.

Stuttgart - Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte am Mittwochabend in der ARD, es habe nichts mit Denunziation zu tun, wenn Bürger schwere Verstöße gegen das wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg verhängte Kontaktverbot anzeigten.

„Schwere Verstöße dagegen — das ist ja kein Kavaliersdelikt“, sagte Winfried Kretschmann laut einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur. „Das hat mit Denunziation nichts zu tun. Das ist die Sorge darum, dass sich einfach diese Epidemie nicht ausbreitet. Und insofern finde ich es ganz normal, wenn da schwere Verstöße dagegen stattfinden, dass man das auch meldet.“

Wegen des Coronavirus herrscht in Baden-Württemberg Kontaktverbot. Geschäfte, Gastrononmie-Betriebe, Schulen und Freizeiteinrichtungen sind geschlossen. In der Öffentlichkeit dürfen sich nicht mehr als zwei Menschen zusammen aufhalten - sofern sie nicht zu einer Familie gehören oder im selbsten Haushalt wohnen. Aus Einsamkeit, Unwissen und diversen anderen Gründen verstoßen derzeit jedoch viele gegen das Kontaktverbot.

Kretschmann: Baden-Württemberg opfert wegen Coronavirus keine Freiheitsrechte

Ministerpräsident Winfried Kretschmann gibt den Bürgern einen Rat, wie man Konfliktsituation im Rahmen des Kontaktverbots auflösen könnte. Wenn mehr als die aktuell erlaubten zwei Personen als Gruppe zusammenstünden, könne man diese aber auch erst einmal selbst ansprechen und bitten, sich aufzulösen, anstatt sofort die Polizei hinzuzuziehen, sagte Kretschmann mit Hinblick auf die durch das Coronavirus in Baden-Württemberg ohnehin schon angespannte Lage.

Der Ministerpräsident wehrte sich auch gegen den Vorwurf, die Freiheitsrechte der Bürger wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg zu opfern. „Erstens mal opfern wir keine Freiheitsrechte, weil die Freiheitsrechte sind nur zeitweise eingeschränkt“, sagte Kretschmann. In dieser „Katastrophensituation“ gehe es darum, Leben zu retten. Die Bevölkerung könne sicher sein, dass mit dem Ende der Corona-Krise die Freiheitsrechte in Baden-Württemberg radikal wieder hergestellt würden, auf den Stand, wie es vorher gewesen sei.

Das Kontaktverbot wegen der weiteren Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg gilt auch an Ostern. Kretschmann hat dazu aufgerufen, aufgrund der aktuellen Lage auf Besuche bei Verwandten und Freunden zu verzichten und den Kontakt zu Menschen weiterhin zu vermeiden. Wegen Covid-19 müssen sich Bürger an die Corona-Verordnung halten. Darin ist festgelegt, was an Ostern in Zeiten des Coronavirus in Baden-Württemberg erlaubt ist und was bestraft wird. Bei Verstößen drohen Bußgelder.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Laut Ministerpräsident Kretschmann herrscht Katastrophensituation

Winfried Kretschmann sagte der Schwäbischen Zeitung, er persönlich habe keine Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus. Er gehöre zwar zur Risikogruppe, seine Verantwortung für das Land Baden-Württemberg und die Menschen lasse jedoch die eigenen Ängste in den Hintergrund rücken. „Ich schlafe ehrlich gesagt in den letzten Tagen nicht gut“, sagte er. „Aber das liegt nicht daran, dass ich mir um mich Sorgen mache, sondern daran, dass ich meine Entscheidungen überdenke und hinterfrage. Wir haben für eine Pandemie dieser Art keine Blaupause. Man muss oft auf Sicht fahren.“

Auch Wissenschaftler seien nicht immer einig, wie der nächste Schritt gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg aussehen solle. Darum könne man Fehler machen. „Und wenn man schwere Fehler in solch einer Krise macht, kann das verheerende Folgen haben“, sagte Ministerpräsident Kretschmann.

Das Coronavirus breitet sich immer weiter in Baden-Württemberg aus - trotz des Einschreitens der Landesregierung. Deshalb gibt es eine öffentliche Diskussion darüber, ob die Maßnahmen der Politik in Deutschland streng genug sind. In anderen Ländern wie etwa dem Ursprungsland der Covid-19-Pandemie, China, sind die Sicherheitsvorkehrungen sehr viel extremer. So sagt ein 31-Jähriger aus Baden-Württemberg, der in Peking unter Corona-Quarantäne steht, dass er sich dort sicherer fühle als hier.

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