„Lernen, mit der Pandemie zu leben“

Die Coronavirus-Vorhersage von Winfried Kretschmann dürfte vielen nicht gefallen

Winfried Kretschmann nimmt seine gelbe Mundschutzmaske mit Landeswappen ab, um am Landtag in Stuttgart eine Regierungserklärung zum Coronavirus in Baden-Württemberg abzugeben.
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Winfried Kretschmann sagte in einer Regierungserklärung zum Coronavirus in Baden-Württemberg, eine Rückkehr zur Normalität sei nur mit Impfstoff möglich.
  • Lisa Schönhaar
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Nach wie vor verbreitet sich das Coronavirus in Baden-Württemberg. In einer Regierungserklärung sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Normalität würde es noch viele weitere Monate nicht geben.

  • Angesichts der anhaltenden Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg sagte Ministerpräsident Kretschmann, es werde noch viele Monate dauern, bis Normalität einkehre.
  • Zum Schutz vor Covid-19 müsse man noch viele Monate Abstand halten und Masken tragen.
  • Kretschmann will den Bürgern trotz des Coronavirus so viel Freiheit ermöglichen, wie es der Schutz der Gesundheit zulässt.

Stuttgart - Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg kam der Landtag am heutigen Mittwoch zum ersten Mal seit Mitte März wieder zu einer Plenarsitzung zusammen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Bürger angesichts der Covid-19-Krise auf einen langen Alltag mit dem Coronavirus vorbereitet. In seiner Regierungserklärung sagte er, eine schnelle Rückkehr zur Normalität werde es erst mit einem Impfstoff geben - das werde viele Monate dauern. „Bis dahin werden wir die Pandemie nicht besiegt haben“, sagte Kretschmann.

Da sich das Coronavirus in Baden-Württemberg weiter ausbreitet, müsse man noch viele Monate weiter Abstand halten und Masken tragen, so Kretschmann in Stuttgart. Er betonte, man könne lernen, mit der Pandemie zu leben. Er sicherte jedoch zu, den Bürgern so viel Freiheiten zu ermöglichen, wie der Schutz der Gesundheit es zulasse. Kretschmann hat bereits wiederholt davor gewarnt, trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg zu große Lockerungen der Maßnahmen zu fordern. Er sagte, das Coronavirus sei ein „übermächtiger Gegner“ und es könne eine zweite Infektionswelle geben, wenn wir zu sorglos handelten.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kretschmann lobt die Geduld und Disziplin der Bürger

Die getroffenen Maßnahmen angesichts des Coronavirus in Baden-Württemberg verteidigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann erneut. Wenn man zu viele Beschränkungen auf einmal aufhebe, habe man keine Chance, die Verbreitung des Coronavirus zu kontrollieren, sagte Kretschmann. Der bisherige Erfolg sei zerbrechlich. Er habe zwar Verständnis für Einzelinteressen, müsse sich aber am Gemeinwohl und den Interessen des Landes orientieren. Kretschmann sagte, er sei beeindruckt von der Geduld und Disziplin der Menschen.

Ministerpräsident Kretschmann weist immer wieder darauf hin, wie wichtig die Einhaltung von Verordnungen wie Hygiene- und Abstandsregeln zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg ist. Zu den Maßnahmen zählt auch die am 27. April gestartete Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Bei der Beschaffung von medizinischer Ausrüstung und Schutzkleidung angesichts der Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg sieht Kretschmann das Land auf einem guten Weg. Die Herausforderung bezeichnete er als „Knochenjob", doch Baden-Württemberg habe in den vergangenen Wochen fast 20 Millionen Schutzmasken, Schutzanzüge, Brillen und Handschuhe zum Schutz vor Covid-19 beschafft und verteilt. Ärzte und Mitarbeiter am Klinikum Stuttgart nutzen schon länger spezielle Corona-Schutzschilde, um sich vor einer Infektion zu schützen. Ein Start-up aus Reutlingen hat sie speziell für diesen Zweck entwickelt.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Widersprüche könnten Akzeptanz für Maßnahmen gegen Covid-19 gefährden

Hans-Ulrich Rülke, FDP-Fraktionschef, warf der Landesregierung einen Schlingerkurs im Umgang mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg vor. Die Entscheidungen seien zunehmend fehlerhaft und widersprüchlich. Diese Widersprüche gefährden laut SPD-Fraktionschef Andreas Stoch die Akzeptanz der Maßnahmen in der Bevölkerung. Die Bürger erwarteten von der Regierung keine Hexerei, aber einen Plan, eine Perspektive und eine Strategie.

Diese These stützt auch eine Studie der Universität Mannheim: Sie zeigt, dass die Akzeptanz strikter Einschränkungen wie Ausgangssperren in der Bevölkerung sinkt. Viele Menschen seien durch die Uneinigkeit in der Politik zur Weiterführung oder Lockerung der Maßnahmen verunsichert, vermutet die Studienleiterin der Mannheimer Corona-Studie.

Der ärztliche Direktor am Klinikum Ludwigshafen kritisierte dem Umgang mit dem Coronavirus ebenfalls. Er sieht die Covid-19-Pandemie nicht als vorübergehende Krise, sondern als Dauerzustand - und befürwortet deshalb weitere Lockerungen und eine Rückkehr zum Alltag.

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