Bedenken gegenüber Lockerungen

Coronavirus-Auflagen: Winfried Kretschmann wünscht sich abgestimmtes Vorgehen der Bundesländer

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, spricht auf einer Pressekonferenz in ein Mikrofon und hebt dabei seine Hand.
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Ministerpräsident Winfried Kretschmann wünscht sich bei Corona mehr Abstimmung zwischen den Bundesländern. Lockerungen der Maßnahmen sieht er kritisch.
  • Valentin Betz
    vonValentin Betz
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Baden-Württemberg lockert die Maßnahmen gegen das Coronavirus nur zögerlich. Seit dem 4. Mai dürfen etwa Friseurbetriebe wieder arbeiten. Ministerpräsident Winfried Kretschmann mahnt vor geplanten Gesprächen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel am 6. Mai vor weiteren Lockerungen. 

  • Winfried Kretschmann betrachtet die bisherigen Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg als Erfolg
  • Der Ministerpräsident spricht sich gegen die zügige und umfassende Lockerung der Auflagen aus
  • Großveranstaltungen in absehbarer Zeit nicht vorstellbar

Stuttgart – Einen Tag vor geplanten Gesprächen der Ministerpräsidenten mit Angela Merkel äußert sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann skeptisch bezüglich umfassender Lockerungen der Corona-Auflagen.

In einem Gespräch mit der dpa wünschte sich Kretschmann vor allem ein bundesweit abgestimmtes Vorgehen in den Grundentscheidungen. Er äußerte sich kritisch in Bezug auf eine Verordnung, die in Sachsen-Anhalt in Kraft getreten ist: Dort dürfen die Menschen ab sofort mit bis zu fünf Menschen abseits des eigenen Haushalts gleichzeitig zusammen sein. «Zusammenbleiben kann man nicht, wenn jeder schon vorher beschlossen hat, was er macht», bemängelte Kretschmann gegenüber der dpa.

Winfried Kretschmann will Lockerung der Corona-Maßnahmen nur Schritt für Schritt

Neben einer Aufweichung des Kontaktverbots für Bürger äußert sich Ministerpräsident Kretschmann auch zurückhaltend, was die schrittweise Öffnung der Gastronomie spätestens zu Pfingsten betrifft. Dies hatte Baden-Württembergs Landestourismusminister Guido Wolf gefordert. Kretschmanns Aussagen zufolge sei es wichtig, erst die unproblematischen Bereiche anzugehen und sich schrittweise zu den problematischen voranzutasten.

Denn die bisherigen Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg sieht Ministerpräsident Winfried Kretschmann durchaus als Erfolg. Das Ziel, eine Überforderung des Gesundheitssystems zu verhindern, habe man erreicht. Dadurch seien in Baden-Württembergs Krankenhäusern genügend Kapazitäten aufgebaut worden, um auch bei einer neuen Corona-Erkrankungswelle genügend Kranke auf Intensivstationen behandeln zu können.

Ministerpräsident schaut optimistisch in die Zukunft - außer bei Großveranstaltungen

Trotz der bisher erreichten Erfolge sei man laut Winfried Kretschmann bei Corona aber noch nicht über den Berg. Besonders bei Großveranstaltungen sieht er keinen Anlass zu Optimismus. Diese würden in absehbarer Zeit nicht zugelassen. An den Schulen glaubt der Ministerpräsident allerdings an weitere Verbesserungen hin zur Normalität, so zum Beispiel Präsenzphasen für alle Schüler nach den Pfingstferien.

Blieben die Ansteckungszahlen mit SARS-CoV-2 weiterhin niedrig, seien bis zum Sommer Maßnahmen wie Ausgangssperren auch nur auf lokaler Ebene denkbar – zugeschnitten auf die Lage in den jeweiligen Regionen.

Bereits am 2. Mai hatte die Landesregierung in Baden-Württemberg Lockerungen der Corona-Verordnung beschlossen.

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