Hilfspaket wegen Covid-19

Corona-Masterplan: Winfried Kretschmann will Baden-Württemberg vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch retten

  • Lisa Schönhaar
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg hat nicht nur Auswirkungen auf den Alltag der Bürger, sondern belastet auch die Wirtschaft. Ministerpräsident Winfried Kretschmann plant deshalb ein weiteres Hilfspaket.

  • Das Coronavirus in Baden-Württemberg wirkt sich negativ auf die Wirtschaftsentwicklung im Land aus.
  • Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Ministerien deshalb dazu aufgerufen, Vorschläge für ein weiteres Corona-Hilfspaket einzureichen.
  • Kretschmann sagte über die Covid-19-Pandemie, man müsse mit einem tieferen wirtschaftlichen Einschnitt als bei der Finanzmarktkrise 2008 rechnen.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg könnte drastischere Auswirkungen auf die Wirtschaft haben als die Finanzmarktkrise im Jahr 2008. Mit dieser Warnung forderte Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Kabinettsmitglieder dazu auf, Vorschläge für ein weiteres Corona-Hilfspaket für die Wirtschaft einzureichen.

Winfried Kretschmann betont immer wieder, die Corona-Krise sei noch nicht zu Ende. Angesichts der anhaltenden Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg will der Ministerpräsident deshalb ein zweites Hilfspaket auf den Weg bringen. Das Geld soll die durch Covid-19 angeschlagenen Wirtschaft in Baden-Württemberg unterstützen. Er sehe die „dringende Notwendigkeit eines stringenten und wirkungsvollen Pakets“ für die Wirtschaft, so Kretschmann laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in einem Schreiben am Wochenende.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Winfried Kretschmann will ein weiteres Corona-Hilfspaket für die Wirtschaft im Land.

Bereits am 19. Mai soll das Hilfspaket für die Wirtschaft beschlossen werden. Bis zum kommenden Mittwoch sollen die Minister nach Angaben der dpa ihre Vorschläge einreichen. Für seinen Umgang mit der Krise aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg wurde Ministerpräsident Winfried Kretschmann mehrfach offen kritisiert. „Offenbar möchte der Ministerpräsident in der Krisenbewältigung wieder etwas sichtbarer werden“, zitiert die dpa das Wirtschaftsministerium zu Kretschmanns Forderung. Sehe man sich die „jüngsten, unabgestimmten Vorstöße von Finanzministerium, Wissenschaftsministerium und Verkehrsministerium“ an, sei die Koordination durch die Staatskanzlei normal und vor allem längst überfällig.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Hilfspaket soll der Wirtschaft im Land auf die Beine helfen

Am Montag hatten mehrere Südwest-Zeitungen über den Brief berichtet, den Winfried Kretschmann an die Kabinettsmitglieder geschrieben hat. „Wir müssen mit einem wirtschaftlichen Einschnitt rechnen, der tiefer geht als der nach der globalen Finanzmarktkrise 2008“, schrieb der Ministerpräsident laut dpa darin. Das aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg geplante zweite Hilfspaket müsse auf einer umfassenden Bestandsaufnahme fußen. Kretschmann schrieb, er bitte die Minister darum, darzustellen, welche Bereiche in welcher Art und Weise und in welchen zeitlichen Dimensionen betroffen seien.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat bereits eine Autokauf-Prämie für die angeschlagene Automobilwirtschaft in Baden-Württemberg gefordert. Die Prämie würde jeder erhalten, der in Zeiten des Coronavirus in Baden-Württemberg einen Neu- oder Jahreswagen kauft. Für diesen Vorschlag wurde Kretschmann innerhalb seiner Partei, den Grünen, stark kritisiert. Eine staatliche Förderung von Verbrennern zu fordern, sei „verantwortungslos“, hieß es beispielsweise von der Grünen Jugend.

Die CDU und Kultusministerin Susanne Eisenmann hatten zuletzt trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg die Rückkehr zum normalen Verfahren gefordert - dazu gehört die Einbindung aller Ressorts, die Abstimmung mit den Regierungsfraktionen und die letztliche Entscheidung im Kabinett. Auch über das zweite Corona-Hilfspaket für die Wirtschaft im Land soll so entschieden werden. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut sprach sich für ein solches Hilfspaket aus und sagte, das Wirtschaftsministerium werde alles dafür tun, dass die Wirtschaft in Baden-Württemberg möglichst unbeschadet durch die Krise komme. „Wir werden unsere ohnehin bestehenden Maßnahmenplanungen vorantreiben, um abgestimmt mit den Maßnahmen des Bundes und der EU Förderlücken zu schließen und ein schlüssiges und umsetzbares Gesamtpaket anzubieten“, sagte Hoffmeister-Kreaut laut dpa als Reaktion auf das Schreiben des Ministerpräsidenten.

Hilfspaket wegen Coronavirus in Baden-Württemberg soll unter anderem Gastronomie unterstützen

Auch große Konzerne wie Bosch und Daimler haben mit den Auswirkungen des Coronavirus in Baden-Württemberg zu kämpfen. Bei der Daimler AG mit Sitz in Stuttgart standen wegen Covid-19 vier Wochen lang alle Werke still. Am 6. April begann bei dem Autohersteller Kurzarbeit. Dass diese katastrophalen Umstände ich auch in der Bilanz des Automobilkonzerns niederschlagen würde, hatte man zwar erwartet. Die vorläufigen Geschäftszahlen für das erste Quartal waren für Daimler aber dennoch eine Schockvorhersage: Das Coronavirus hat den Konzern mit voller Wucht getroffen. Der Gewinn der Daimler AG vor Zinsen und Steuern ist im ersten Quartal 2020 um fast 78 Prozent eingebrochen.

Weitere Hilfen für die unter dem Coronavirus in Baden-Württemberg leidende Wirtschaft fordert auch die SPD. Sie will vor allem jede Betriebe und Branchen gezielt unterstützen, denen bislang noch keine klare Perspektive für einen normalen Betrieb trotz Covid-19 aufgezeigt worden sei - wie etwa die Gastronomie, Kunst- und Kulturschaffende sowie die Sozialwirtschaft.

Die Auswirkungen des Coronavirus in Baden-Württemberg betreffen auch den Technologiekonzern Bosch. Das Unternehmen rechnet für das Jahr 2020 wegen Covid-19 mit einer weltweit tiefen Rezession. Dennoch kämpft Bosch mit einigen Strategien gegen das Coronavirus und produziert Schutzmasken und Covid-19-Schnelltests.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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