Volksfest mit 150.000 Besuchern

Anders als Wasen, Weinfest & Co: Eines der größten Volksfeste der Region soll trotz Coronavirus stattfinden

  • Valentin Betz
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Das Backfischfest in Ketsch soll trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg stattfinden. Die Veranstalter haben sich dazu entschieden, das Volksfest zu verschieben, anstatt es wie andere Veranstaltungen direkt abzusagen.

  • Das Ketscher Backfischfest wird wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg von Ende August auf Mitte September verschoben.
  • Das Cannstatter Volksfest in Stuttgart war bereits Ende April von der Landeshauptstadt abgesagt worden.
  • Auch das Stuttgarter Weindorf findet durch das Coronavirus nicht wie gewohnt statt, sondern wird als Veranstaltung online ausgestrahlt.

Mannheim/Ketsch - Das Ketscher Backfischfest wird wohl trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg stattfinden. Das Volksfest zieht normalerweise jedes Jahr über 150.000 Besucher an. Die Veranstaltung in dem kleinen Ort Ketsch im Rhein-Neckar-Kreis zwischen Mannheim und Heidelberg ist laut Mannheimer Morgen eines der größten Volksfeste der Kurpfalz und dauert zehn Tage.

Nun gab der Veranstalter in einer Pressemitteilung bekannt, dass das Volksfest in den September verschoben werde - in Abstimmung mit sämtlichen Beteiligten, also auch Schaustellern und Bands. Der neue Termin ist vom 18. - 27. September. Damit grenzen sich die Veranstalter von der Praxis ab, die sonst zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg üblich ist. So wurden das Cannstatter Volksfest, der Fischmarkt und das Weinfest in Stuttgart frühzeitig abgesagt - ohne Aussicht auf einen Ersatztermin.

Volksfest trotz Coronavirus in Baden-Württemberg: Partner froh über Verschiebung statt Absage

Der Veranstalter, die Ketscher Backfischfest GmbH, wählt einen anderen Ansatz als viele Veranstaltungen in Baden-Württemberg; Verschieben statt Absagen. Von den Partnern sei die Entscheidung, das Volksfest angesichts des Coronavirus in Baden-Württemberg zunächst zu verschieben, laut der Pressemitteilung des Veranstalters positiv aufgenommen worden.

Das 175. Jubiläum des Cannstatter Volksfests hingegen wurde von der Landeshauptstadt Stuttgart bereits Ende April abgesagt. „Die Entscheidung ist hart, aber es geht nicht anders. Der Schutz der Bürgerinnen und Bürger und der vielen Gäste aus dem In- und Ausland geht vor“, sagte Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn dazu.

Dabei wäre das Cannstatter Volksfest sogar später gestartet als das Ketscher Backfischfest an dem neuen Termin. Allerdings hat das Volkfest in Stuttgart auch weitaus höhere Besucherzahlen. Jedes Jahr kommen rund vier Millionen Besucher auf den Cannstatter Wasen. Darunter Gäste aus dem In- und Ausland, was die Veranstaltung aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg noch heikler macht. Bei solchen Ausmaßen ist es schwierig, die Corona-Maßnahmen einzuhalten.

Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg undenkbar: Das 175. Cannstatter Volksfest wurde dieses Jahr abgesagt.

Stuttgarter Weindorf: Volksfest wird wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg digital

Einen dritten Weg beschreitet das Stuttgarter Weindorf. Anstatt das Volksfest wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg abzusagen oder wie das Ketscher Backfischfest zu verschieben, wird das Weindorf in Stuttgart unter dem Motto „Wirtuelles Stuttgarter Weindorf“ digital. Zwischen dem 26. August und dem 6. September senden die Veranstalter täglich zwischen 18.00 – 19.00 Uhr aus der symbolischen Weindorf-Laube auf der Terrasse der Alten Kanzlei. Die Sendung kann zu Hause über das Internet oder unterwegs am Handy verfolgt werden.

Trotz Verschiebung: Findet das Volksfest in Ketsch auch mit Coronavirus in Baden-Württemberg statt?

Eine digitale Veranstaltung kommt für das Ketscher Backfischfest trotz Coronavirus in Baden-Württemberg derzeit nicht infrage. Die Verschiebung des Volksfestes begründet der Veranstalter in der Pressemitteilung folgendermaßen: „Wir möchten damit ein positives Signal in diesen schwierigen Zeiten setzen, zum einen aus wirtschaftlicher Sicht, auch wenn das für einige nur ein ,Tropfen auf den heißen Stein‘ sein mag, zum anderen aus kultureller Sicht, wenn für Familien und Freunde ein bekanntes und beliebtes Freizeitangebot möglich ist.“ 

Ob das Volksfest in Ketsch stattfinden kann, liegt allerdings nicht allein im Ermessen der Veranstalter. Die Landesregierung in Baden-Württemberg hatte wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg am 11. März sämtliche Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern untersagt. Winfried Kretschmann kündigte jüngst an, dass dieses Verbot in jedem Fall bis Ende August bestehen bleibe. Allerdings hatte die Landesregierung zuletzt immer wieder überraschende Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg beschlossen.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Tom Weller/dpa

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