Trotz gesetzlicher Maskenpflicht

Coronavirus: Immer mehr Menschen in Stuttgart fahren ohne Maske Bahn und werden nicht bestraft - aus einem irrsinnigen Grund

Eine Frau mit Mundschutz sitzt in einer Straßenbahn in Stuttgart. Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg gilt eine Maskenpflicht.
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg wird den Alltag der Menschen noch viele Monate bestimmen.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg führte zu Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Inzwischen gehören Menschen, die eine Maske tragen, auch in Stuttgart zum Stadtbild. Teile der Bevölkerung verweigern die Pflicht jedoch - und das hat oftmals keine Folgen.

  • Das Coronavirus in Baden-Württemberg führte zu Verboten und Maßnahmen - dazu gehört auch die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen.
  • Immer wieder sieht man in den Bahnen der Landeshauptstadt Menschen, die sich schlichtweg nicht an die Regel halten. Einige tragen gar keine Maske, viele tragen sie einfach falsch.
  • Folgen hat das meistens nicht. Die Polizei Stuttgart kann nicht überall sein und dem Personal der Stuttgarter Straßenbahnen sind die Hände gebunden.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg hat das tägliche Leben grundsätzlich verändert (BW24* berichtete). Seit dem Ausbruch der Lungenkrankheit arbeiten viele Menschen von zu Hause aus. Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Universitäten und die meisten Geschäfte und Läden waren lange Zeit geschlossen. Die Landesregierung führte Maßnahmen und Verbote zum Infektionsschutz ein*. Einige der Verordnungen werden nach und nach immer weiter gelockert. Die seit dem 27. April geltende Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln* besteht jedoch weiterhin.

Im Gegensatz zu manchen anderen Bundesländern, wird in Baden-Württemberg nicht über die Abschaffung der Maskenpflicht diskutiert*. Einige Teile der Bevölkerung halten sich jedoch nicht an die Regel. Sie tragen auch in den Stadtbahnen oder Bussen keine Maske oder tragen sie so, dass sie keine Schutzfunktion hat. Bestraft wird ein solches Vergehen meistens nicht. Die Polizei Stuttgart* kann nur sporadische Kontrollen durchführen und die Verkehrsverbunde können wenig dagegen unternehmen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Maskenpflicht in Bussen und Bahnen wird immer wieder zur Streitfrage

Das Tragen einer Maske gehört - genau wie die Hygiene und die Einhaltung des Mindestabstands - zu den Regeln, um eine weitere Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg* zu verhindern. Die Regeln sind in der Landeshauptstadt Stuttgart* oftmals ein Streitpunkt. Vor allem im Mai gingen unzählige Menschen in Stuttgart auf die Straße, um gegen die Verordnungen zu protestieren. Der Corona-Protest an Pfingsten übertraf die vorangegangenen Demonstrationen sogar noch*.

Auch bei den Corona-Demonstrationen trugen viele, vermutlich aus Protestzwecken, keine Maske. Ein solches Verhalten sieht man inzwischen beinahe täglich. In den Stadtbahnen und Bussen der Stadt fahren immer wieder Menschen ohne Maske mit, entgegen der Verordnung zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg. Noch mehr Fahrgäste tragen die Maske falsch. Sie ziehen sie während der Fahrt nach unten, um in Ruhe telefonieren zu können, oder bedecken höchstens den Mund. Ein solches Verhalten gefährdet nicht nur die handelnden Personen, sondern auch die Fahrgäste in nächster Nähe. Verständlich, dass einige Stuttgarter genervt sind, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Maskenpflicht in öffentlichem Nahverkehr wird nicht konsequent kontrolliert

Die Einhaltung der Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg wird nicht konsequent kontrolliert. Die Polizei kann nur sporadische Kontrollen durchführen und die Verkehrsverbunde haben laut der Stuttgarter Zeitung keine Befugnis, den Regelbruch zu ahnden. Anders als beispielsweise in Berlin: In der Bundeshauptstadt dürfen Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe selbst kontrollieren, ob Fahrgäste sich an die Maskenpflicht halten - und gegebenenfalls Geldbußen verhängen.

Da die Polizei Stuttgart seit den Ausschreitungen in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni* ihre Aufmerksamkeit auf die Sicherheit und Ordnung in der Innenstadt legt, werden umfangreichere Kontrollen auch in Zukunft nicht durchgeführt werden. Die Regierung lockerte zudem auch die Ausgangsbeschränkung zum 1. Juli*. Gegen Verstöße gegen diese Verordnung gehen die Polizei und die Ordnungsämter jedoch strikt vor. Schüler aus Stuttgart sollten beispielsweise jeweils 800 Euro Strafe zahlen*, weil sie zu sechst um ein Lagerfeuer saßen. Ein Familienausflug in Stuttgart kostete wegen eines Verstoßes gegen die Verordnungen sogar 1.000 Euro Strafe*.

Die Unterschiede in der Ahndung der Verstöße gegen die Verordnungen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg treffen in Teilen der Bevölkerung auf Unverständnis. „Ich gehöre zur Risikogruppe und halte mich an alle Regeln. Ich verstehe es einfach nicht, diese Willkür. Was an einer Stelle bestraft wird, ist an anderer Stelle erlaubt ohne Kontrolle“, schrieb eine Leserin der Stuttgarter Zeitung in einem Brief an die Redaktion. Den Verkehrsverbänden der Landeshauptstadt sind jedoch die Hände gebunden. „Bei dem Verstoß gegen die Maskenpflicht handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die rechtliche Handhabe, um Strafen umzusetzen, haben nur die Ordnungsbehörden“, sagte Pia Scholz, Sprecherin des Verkehrsverbundes Stuttgart gegenüber der Stuttgarter Zeitung. *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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