Massenandrang im Schwarzwald

„Einsicht bei vielen nicht da“: Winter-Ausflüglern im Schwarzwald drohen harte Verbote

Autos parken an einer Straße vor einem verschneiten Wald im für Ausflügler beliebten Gebiet Mummelsee im Schwarzwald.
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Das Gebiet rund um den Mummelsee im Schwarzwald war auch am vergangenen Wochenende gut besucht.
  • Carolin Freytag
    vonCarolin Freytag
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Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg sollen Massenansammlungen unterbunden werden. Doch immer mehr Menschen strömen für Winter-Ausflüge in den Schwarzwald. Jetzt drohen harte Verbote.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg zwingt das Bundesland und auch ganz Deutschland seit vergangenen November in den Lockdown - zunächst in einen „Lockdown light“, dann schließlich kurz vor Weihnachten in den harten Lockdown. Weil die Infektionszahlen trotz der wochenlangen Maßnahmen kaum sinken, soll dieser Lockdown nun wohl weiter verlängert werden - und zwar bis Ende Januar. An diesem Dienstag wollen die Ministerpräsidenten der Bundesländer gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel entscheiden.

Bei den Coronazahlen scheint keine Entspannung in Sicht. In Baden-Württemberg liegt die 7-Tage-Inzidenz aktuell noch immer bei 125 (Stand 5. Januar 2021). Mit Verboten und Maßnahmen will man das Coronavirus in Baden-Württemberg in den Griff bekommen. Dazu gehört es auch, dass Menschenansammlungen vermieden werden sollen. Denn je mehr Menschen ohne Abstand und Masken in Kontakt kommen, desto höher ist die Infektionsgefahr.

Während sich die einen jedoch so gut es geht an die neuen Corona-Regeln halten, sehen andere diese Bestimmungen offenbar nicht wirklich ein, wie sich in den vergangenen Wochen zeigte. Der Schwarzwald wurde regelrecht von Tausenden überrannt, die einen Ausflug in den Schnee unternehmen wollten. Es kam zu Massenansammlungen, verstopften Straßen und überfüllten Parkplätzen. Auch am vergangenen Wochenende. Immer wieder musste die Polizei eingreifen, für Ordnung sorgen und sogar Straßen und Zufahrten sperren.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Appelle, Ausflüge zu vermeiden, zeigen keine Wirkung

Appelle von Politik und Polizei, auf solche Ausflüge zu verzichten, zeigen bisher keine Wirkung. Die Menschen drängen weiter an beliebte Orte im Schwarzwald. Das Sozialministerium in Baden-Württemberg hat davon nun offenbar genug und will hart durchgreifen.

„Sollten sich solche Bilder wie am Wochenende häufen, müsse man gegebenenfalls auch über Verschärfungen diskutieren“, sagte ein Sprecher des Ministeriums gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). Es sei schade, dass man in Zeiten einer weltweiten Pandemie und einer angespannten Lage auf den Intensivstationen überhaupt über Betretungsverbote diskutieren müsse. „Bei vielen ist die Einsicht nicht da.“

Kommunen und Landkreisen können bereits jetzt entscheiden, bestimmte Gebiete oder Parkplätze zu sperren, wenn sie einem Besucheransturm ausgesetzt sind.

Menschen Strömen in Schneegebiete - trotz Lockdown wegen des Coronavirus in Baden-Würrtemberg

Am vergangenen Wochenende waren erneut zahlreiche Autofahrer in die Ausflugsgebiete im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb geströmt. Sie verursachten Staus, Parkplätze waren völlig überfüllt.

Auf Schlittenhängen und Winterwanderwegen drängten sich viele Menschen. Wegen des großen Andrangs hatte die Polizei zeitweise Zufahrtsstraßen gesperrt, etwa am Königstuhl bei Heidelberg oder zum Skilift Kaltenbronn im Nordschwarzwald.

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