Kaum Entspannung

Studie: Urlaub in Coronazeiten hat anderen Effekt auf menschliche Psyche als bisher

Strand während der Coronapandemie in Portugal.
+
Im Urlaub am Strand entspannen und den Alltag vergessen - für viele war das wegen des Coronavirus in diesem Jahr nicht möglich.
  • Valentin Betz
    VonValentin Betz
    schließen

Urlaub im Ausland - das ist durch die Corona-Pandemie für viele Menschen schon eine ganze Weile her. Doch selbst wer es auf Reisen geschafft hat, ist laut einer Studie in diesem Jahr kaum entspannter zurückgekehrt.

Stuttgart - Das Coronavirus hat in Baden-Württemberg und ganz Deutschland das Urlaubs- und Reiseverhalten der Menschen unfreiwillig und radikal verändert. Im vergangenen Jahr wurden viele noch von der Entwicklung der Corona-Pandemie überrascht - Urlaube und Kurztrips waren da teilweise längst gebucht.

Lange Zeit war dann zumindest an Urlaub im Ausland überhaupt nicht zu denken. Inzwischen hat sich die Lage zwar wieder deutlich entspannt, auf Rückkehrer kommen allerdings diverse Regeln zu, die es zu beachten gilt. Auch im Sommer 2021 waren Corona-Regeln für Urlaub und Reisen noch maßgebend.

Obwohl dank Impfungen und Schutzmaßnahmen Urlaub im Ausland zuletzt wieder möglich war, bestimmt das Coronavirus immer noch die Auszeit der Menschen von der Arbeit. Wie die Badische Zeitung berichtet, hat eine Studie der Krankenkasse DAK jetzt herausgefunden, dass sich Urlaub für die Deutschen durch Corona stark verändert hat.

Urlaub in Zeiten von Corona: Pandemie beeinflusst die Gefühlslage der Menschen auch auf Reisen

Eigentlich ist Urlaub dafür da, um sich von den Strapazen des Alltags und der oft stressigen Arbeit zu erholen. Durch das Coronavirus in Baden-Württemberg galt das für viele Berufsgruppen mehr den je. Entsprechend träumten wohl nicht wenige davon, ein paar Tage einfach am Strand zu entspannen, als das wieder möglich war.

Allerdings galten selbst im deutschen Lieblingsziel Italien strenge Corona-Regeln für Reisende und Rückkehrer. Die Studie der DAK hat nun festgestellt: Einmal aus dem Urlaub zurückgekehrt, sind viele Reisende absolut noch nicht erholt genug, um wieder in den Arbeitsalltag zurückzukehren. Demnach gaben 19 Prozent der Befragten an, im Urlaub keine Entspannung gefunden zu haben - das wäre damit etwa jeder fünfte Deutsche.

Laut Badischer Zeitung ist der Wert im Vergleich zum Vorjahr, als die Corona-Pandemie losging, konstant. Vor dem Ausbruch des Coronavirus lag der Wert der unentspannten Urlauber hingegen bei 13 Prozent. Vor allem die Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen konnte Im Urlaub offenbar wegen Corona schlecht entspannen, 28 Prozent der Befragten gaben das an.

Keine Entspannung im Urlaub: Coronavirus macht Reisenden in Deutschland einen Strich durch die Rechnung

Hauptgrund für die fehlende Entspannung im Urlaub war laut der DAK-Studie die Unfähigkeit, trotz der Corona-Pandemie abzuschalten. 60 Prozent der Befragten gaben das im Rahmen der Untersuchung an. Auf Platz zwei lagen Reisepläne, die durch das Coronavirus durchkreuzt wurden. Darüber hinaus war auch schlechtes Wetter ein Grund. 23 Prozent der Urlauber beklagten diesen Umstand.

Die Lockdowns in Deutschland zwangen viele Menschen dazu, kaum noch das Haus zu verlassen. Dadurch entschieden sich wohl auch viele Urlauber, zwar freizunehmen, aber eben nicht groß auf Reisen zu gehen. Genau das ist aber offenbar das Problem, das zu weniger Entspannung führt. Denn 65 Prozent gaben an, dass ihnen im Urlaub gerade der Ortswechsel gutgetan habe - zusätzlich dazu, dass sie ihrer Gesundheit mehr Aufmerksamkeit widmen konnten. Die DAK ließ in ihrer Studie tausend Frauen und Männer befragen, die im Sommer 2021 bereits Urlaub hatten. Die Daten wurden zwischen Ende Juli und Anfang August erhoben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare