Überlastung der Kliniken durch Covid-19

Studenten in Heidelberg helfen mit einer klugen Idee, den Klinik-Kollaps zu verhindern

Pflegepersonal und Medizinstudenten überprüfen vor der Krehl Klinik des Universitätsklinikums Heidelberg, ob ihre Ausrüstung komplett ist.
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Coronavirus in Baden-Württemberg: Pflegepersonal und Medizinstudenten bereiten ihren Einsatz vor.
  • Marleen van de Camp
    vonMarleen van de Camp
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Mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg sind mittlerweile mindestens 31.589 Menschen infiziert und viele gehen zur Sicherheit ins Krankenhaus. Um die Stationen nicht zu überlasten, haben Virologen der Uniklinik Heidelberg ein geniales Konzept entwickelt: Das „Corona-Taxi“.

  • Mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg sind mittlerweile mindestens 31.589 Menschen infiziert.
  • Wer an starken Symptomen der Lungenkrankheit Covid-19 leidet, geht oft zur Sicherheit in ein Krankenhaus. Doch die Betten werden dringend für sehr schwere Fälle gebraucht.
  • Virologen der Uniklinik Heidelberg haben deshalb ein geniales Konzept entwickelt: Das „Corona-Taxi“.

Das Coronavirus in Baden-Württemberg breitet sich weiter aus. Das Landesgesundheitsministerium meldete am Mittwoch 183 Neuinfektionen mit Covid-19. Somit steigt die Zahl Corona-Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 31.589 an!

Menschen aus Baden-Württemberg, die an starken Symptomen der Lungenkrankheit Covid-19 wie Atembeschwerden, Schwindelgefühl oder extremer Kraftlosigkeit leiden, lässt sich oft zur Sicherheit in ein Krankenhaus einliefern. So auch in Heidelberg. Die Kliniken haben aber nur eine begrenzte Zahl von Betten und Beatmungsplätzen, sodass diese für die schwersten Fälle freigehalten werden müssen. Um das zu gewährleisten, hat die Uniklinik Heidelberg ein geniales Konzept entwickelt: Das „Corona-Taxi“. Behörden und Kliniken aus vielen anderen Ländern haben dem Nachrichtenportal Spiegel zufolge bereits in Heidelberg deswegen angefragt. Auch die New York Times hat bereits über das „Corona-Taxi“ berichtet.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Hunderte Medizinstudenten aus Heidelberg helfen freiwillig

Wer mit dem Coronavirus infiziert ist oder in Baden-Württemberg einen Corona-Verdacht hat, sollte bestimmte Regeln befolgen: Nämlich nicht zum Arzt gehen, sondern das Gesundheitsamt anrufen und in häuslicher Quarantäne bleiben. In Heidelberg werden Pflegepersonal und Medizinstudenten dann mit dem „Taxi“ zu dem Patienten nach Hause gefahren, um ihn zu untersuchen. Gemeinsam mit Ärzten der Uniklinik wird dann entschieden, ob eine stationäre Aufnahme erforderlich ist. Die Patienten sind dadurch gut versorgt und fühlen sich beruhigt. Die Ärzte in der Klinik können sich auf die schweren Fälle auf Station konzentrieren. Im Moment schafft es die Uniklinik Heidelberg, auf diese Weise alle Corona-Patienten im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg zu betreuen.  

Der Heidelberger Virologe Hans-Georg Kräusslich und sein Team entwickelten innerhalb weniger Tage ein Versorgungsmodell: Das Gesundheitsamt liefert der Klinik die Daten der mit dem Coronavirus Infizierten im Rhein-Neckar-Kreis. Hunderte Medizinstudenten, die sich freiwillig gemeldet haben, telefonieren von einem Callcenter aus mit den Patienten und erfragen deren Gesundheitszustand. Geht es jemandem sehr schlecht, fährt das „Corona-Taxi“ sofort los. Alle anderen werden sieben Tage nach dem ersten Auftreten von Symptomen untersucht, denn in vielen Fällen verändert sich das Krankheitsbild zu diesem Zeitpunkt „sehr rasch und gravierend“, wie Kräusslich dem Spiegel erklärt. 

Coronavirus in Baden-Württemberg: Mitarbeiter des Vermessungsamts Rhein-Neckar fahren das Corona-Taxi

Außendienstmitarbeiter des Vermessungsamts sind plötzlich Taxifahrer und bringen die Corona-Helfer zu den Patienten.

Den Taxiservice für die Helfer übernimmt übrigens das Vermessungsamt im Rhein-Neckar-Kreis. Da der Außendienst ohnehin wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg nicht ausfahren kann, sind derzeit bis zu acht Fahrzeuge täglich für die Uniklinik Heidelberg als „Corona-Taxi“ unterwegs. Mediziner des Universitätsklinikums Heidelberg leiten derzeit eine Studie von Kliniken aus Baden-Württemberg, die ein Rätsel um Infektionen von Kindern mit dem Coronavirus lösen soll.

Das Coronavirus in Baden-Württemberg inspiriert viele Bürger zu kreativen Lösungen. So hat die Stadtbibliothek in Böblingen einen Drive-In eingerichtet, in dem Bücher ausgeliehen werden können. Ein Mitarbeiter legt die vorbestellten Bücher der Kunden in ein Standregal in der Tiefgarage der Bibliothek, aus dem sie dann mitgenommen werden können. Der Kontakt zu anderen Menschen wird dadurch auf ein Minimum reduziert.

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