Statt gedrucktem Tagesticket

Tübingen: Corona-Getestete bekommen Armband mit QR-Code

  • Valentin Betz
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Tübingen ermöglicht Menschen mittels Corona-Schnelltests die Teilnahme am öffentlichen Leben, etwa beim Einkaufen. Bislang bewies ein gedrucktes Tagesticket ein negatives Ergebnis - das soll sich jetzt ändern.

Tübingen - Die Universitätsstadt Tübingen geht mit ihrem Modellprojekt einen mutigen Weg, während sich das Coronavirus in Baden-Württemberg weiter ausbreitet. Mit einem negativen Coronatest dürfen Einwohner und Einkaufstouristen in Tübingen shoppen. Noch hat das Modellprojekt „Öffnen mit Sicherheit“ allerdings Schwächen. Tübingens OB Boris Palmer warnte Shopping-Touristen bereits, die nur für einen kostenlosen Corona-Schnelltest in die Stadt kämen. Zuletzt gab es auch bei der Durchführung Problem: Bei der Panne in Tübingen wurden 25 Menschen wegen falsch-positiver Corona-Tests in Quarantäne geschickt.

Doch die Stadt arbeitet kontinuierlich daran, die Corona-Strategie zu verbessern. Jetzt legt Tübingen beim „Tagesticket“ nach. Statt eines gedruckten Papiers sollen negativ Getestete künftig ein Armband mit QR-Code als digitales Tagesticket bekommen.

Tagesticket in Tübingen: Negativer Corona-Schnelltest mit Armband und QR-Code nachweisbar

Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, bekommen Getestete das Armband nach dem Besuch von einer der neun Corona-Teststationen in Tübingen. Der QR-Code auf dem Armband sei mit dem Smartphone ablesbar - beispielsweise am Eingang von Geschäften.

Corona-Schnelltest in Tübingen: Besucher der Stadt bekommen künftig ein Armband mit QR-Code als Tagesticket.

„Das digitale Tagesticket schafft Sicherheit gegen Missbrauch und verkürzt die Wartezeiten. So machen wir Corona-sicheres Stadtleben komfortabler“, sagte Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer in einer Mitteilung der Stadt.

Das Ergebnis des Corona-Schnelltests ist laut der Mitteilung nach rund 20 Minuten einsehbar, indem der QR-Code mit dem Smartphone gescannt wird. Ein Ampelsystem auf einer Website erklärt dann die weitere Vorgehensweise: Grün bedeutet der Corona-Schnelltest war negativ und Einkaufen in Geschäften ist damit erlaubt. Ist die Anzeige orange, muss man sich noch ein wenig gedulden. Bei einem positiven Ergebnis (rot) muss man sofort zurück zur Teststation, um sich die nächsten Schritte erklären zu lassen.

Zwischenbilanz der Corona-Schnelltest-Strategie: Datenlage in Tübingen noch dünn

Rund eine Woche nachdem die Stadt Tübingen ihr Modellprojekt gestartet hat, liegen nun zudem erste Daten vor. Doch diese reichen laut SWR noch nicht aus, um wirklich ein fundiertes Fazit zu der Corona-Strategie ziehen zu können.

Auch im Landkreis Tübingen stiegen zuletzt die Inzidenzzahlen. Das führt Oberbürgermeister Boris Palmer aber auf die höheren Inzidenzen in Nachbarstädten zurück. Das habe mit dem Öffnungsprojekt nichts zu tun, sagte Palmer dem SWR.

Bei der Auswertung der Daten aus dem Corona-Modellprojekt wird ohnehin weniger auf die Inzidenz - also die Anzahl Infizierter pro 100.000 Einwohner - als auf die Positivrate geschaut. Durch die vielen kostenlosen Schnelltests sei ein Anstieg der Inzidenz erwartbar gewesen, erklärte das Forschungsteam, das die Daten aus Tübingen auswertet, dem SWR. Die Positivrate zeigt hingegen, wie groß der Anteil der positiven Tests im Vergleich zu der Menge aller Tests ist - und somit, wie weit verbreitet das Coronavirus tatsächlich ist.

Rubriklistenbild: © Tom Weller

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