Laufende Impfkampagne

„Enttäuschung“: Curevac fliegt aus Planung der Impfkampagne - Verzögerung zu groß

  • Valentin Betz
    VonValentin Betz
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Die Zulassung des Tübinger Impfstoffs von Curevac verzögert sich immer weiter. Jens Spahn plant das Mittel deshalb nicht mehr in die laufende Impfkampagne ein.

Tübingen - Im Gegensatz zu vielen traditionellen Mitteln basiert der Tübinger Impfstoff von Curevac auf der mRNA-Technologie. Nicht nur deshalb setzte die Bundesregierung große Hoffnungen auf dessen Einsatz im Kampf gegen das Coronavirus. Allerdings gab es bei der Zulassung des Impfstoffs von Curevac wiederholt Probleme. Während andere Mittel längst zugelassen sind, wartet das Biotech-Unternehmen aus Tübingen immer noch.

Die sinkende Inzidenz des Coronavirus in Baden-Württemberg und in Deutschland insgesamt hat die Lage für Curevac nicht verbessert - im Gegenteil. Paradoxerweise verspätet sich der Curevac-Impfstoff weiter, weil Corona abflaut. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat das jetzt offenbar zu einem drastischen Schritt bewegt: Laut Stuttgarter Nachrichten plant er den Impfstoff von Curevac nicht mehr in die laufende Corona-Impfkampagne ein.

Impfstoff von Curevac: Verzögerte Zulassung stellt Biotech-Unternehmen vor Probleme

Erst kürzlich hatte Gesundheitsminister Jens Spahn befürchtet, dass der Impfstoff von Curevac „nicht vor August“ zugelassen wird. Auf der vergangenen Ministerkonferenz hat Jens Spahn den Gesundheitsministern der Länder wohl offenbart, den Impfstoff von Curevac damit nicht mehr für die aktuelle Impfkampagne einzuplanen. Das berichtete der Mannheimer Morgen unter Verweis auf Regierungskreise.

Die Zulassung des Curevac-Impfstoffs dauert offenbar doch länger als zunächst erhofft. (Archivfoto)

Darüber hinaus soll Gesundheitsminister Jens Spahn den Ablauf bei der Zulassung des Impfstoffs von Curevac als eine „der größeren Enttäuschungen“ bezeichnet haben. Ursprünglich hatte die Bundesregierung den Tübinger Impfstoff bereits für das zweite Quartal 2021 eingeplant.

Verzögerte Impfstoff-Zulassung: Angela Merkel nimmt Curevac in Schutz

Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, sprach auch Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) diese Woche von „Komplikationen“ bei der Zulassung des Impfstoffs von Curevac. Infolgedessen hatte das Biotech-Unternehmen seinen Zeitplan bereits korrigiert.

Unterstützung erhält das Tübinger Unternehmen Curevac indes von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Wie das Handelsblatt berichtet, nahm sie Curevac trotz der Verzögerung in Schutz. Dass die Entwicklung nun länger als geplant dauere, zeige, wie kompliziert die Entwicklung der Corona-Impfstoffe sei.

Rubriklistenbild: © Martin Wagner via www.imago-images.de

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