Unterstützung für Gastronomie

Diese „Klimasauerei" könnte schon bald wieder erlaubt sein - Schuld hat das Coronavirus

Ein Heizstrahler steht unter einer Markise in einem Restaurant.
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Heizstrahler könnten die Saison der Gastwirte retten.
  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Experten warnen, dass viele Existenzen von Gastronomen bedroht sein könnten, sobald das Wetter wieder schlechter wird. In Tübingen könnten daher wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg bald Heizstrahler zurückkehren. Sie gelten wegen ihres CO2-Verbrauchs als Klimasünder.

  • Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg bangen viele Gastronomen um ihre Existenz.
  • Sobald das Wetter wieder schlechter wird, ist kein Außenbetrieb mehr für Restaurants, Cafés und Bars möglich.
  • Oberbürgermeister Boris Palmer setzt sich daher für eine in Tübingen bereits 2007 verbotene Klimasünde ein. Der grüne Politiker gilt eigentlich als entschiedener Gegner.

Tübingen - Das Coronavirus in Baden-Württemberg hat negative Auswirkungen auf viele Teile der Gesellschaft sowie die Wirtschaft. Nach dem Lockdown im Frühjahr, der unter anderem die Schließung von Restaurants und Cafés zur Folge hatte, sowie der Durchsetzung diverser Verbote und Maßnahmen zum Infektionsschutz leidet auch die Gastronomie unter den Folgen von Covid-19.

Zwar hat sich die Lage von Restaurants, Bars und Cafés durch die Corona-Lockerungen vom 1. Juli zumindest aktuell ein wenig entspannt, doch spätestens im Herbst, wenn die Temperaturen wieder sinken und das Wetter schlechter wird, könnte die Situation wieder ganz anders aussehe. Ein Branchen-Insider machte wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg bereits düstere Vorhersagen für Stuttgart und sprach davon, dass viele Gastronomen ihre Existenz verlieren könnten.

Folgen des Coronavirus in Baden-Württemberg: Tübingen prüft Aussetzen von Heizstrahler-Verbot

In den vergangenen Wochen profitierten Gastronomen von den sommerlichen Temperaturen, weil sie ihre Gäste auch im Außenbereich bedienen konnten. Wird es jedoch wieder kühler und regnerisch, müssen Restaurants, Bars und Cafés ihre Bewirtung zwangsläufig wieder nach innen verlegen, wo strenge Abstandsregeln gelten. Zudem könnten Gäste aus Angst fernbleiben, sie könnten sich auf engem Raum mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg infizieren. Das bedeutet für die Branche enorme Umsatzeinbußen.

Da viele Existenzen in der Gastronomie wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg vom Außenbetrieb abhängig zu sein scheinen, forderte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) unlängst ein Aussetzen des Heizpilz-Verbots, das in vielen Städten und Kommunen herrscht. Die Wärmestrahler gelten als regelrechte Klimasünder. Viele werden mit Gas betrieben. Doch auch elektrische Heizpilze sollen einen hohen CO2-Ausstoß verursachen, wie das Umweltbundesamt warnt.

Um Gäste auch im Herbst und Winter im Außenbereich bedienen zu können, fordern Gastronomen, das Verbot für die kalte Jahreszeit auszusetzen. „Wirte, die keine andere Möglichkeit haben, sollten in diesem Winter Gas-Heizpilze und Elektro-Wärmestrahler verwenden dürfen“, zitiert der Tagesspiegel Ingrid Hartges vom Dehoga. Selbst in Tübingen wird nun über diese Möglichkeit diskutiert. Die Universitätsstadt war 2007 eine der ersten, welche die Nutzung von Heizstrahlern untersagten. Das Coronavirus in Baden-Württemberg scheint jetzt jedoch für ein Umdenken zu sorgen - zumindest temporär.

So sprach sich jüngst Oberbürgermeister Boris Palmer auf Anfrage der Südwest Presse dafür aus, den Einsatz von Heizpilzen zumindest im Winter dieses Jahres zu erlauben. „Solange man drinnen sitzen konnte, waren Heizpilze vor allem eine Klimasauerei“, wird der Politiker in dem Bericht zitiert. Eigentlich handelt es sich bei Boris Palmer um einen entschiedenen Gegner der Wärmestrahler, doch mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg „kann man [...] schlecht drinnen sitzen. Daher werden wir diesen Winter Heizstrahler ausnahmsweise gestatten“, so der grüne Oberbürgermeister, der erklärt, dass man in Tübingen bereits kläre, welche Technik den geringsten Energieverbrauch hat.

Heizpilz-Verbot in Tübingen soll wegen Coronavirus in Baden-Württemberg ausgesetzt werden.

Eine andere Lösung für Gastronomen, für die eine Außenbewirtung ab Herbst nicht mehr möglich ist, könnten spezielle Filter sein, die die Luft von Krankheitserregern wie Covid-19 befreien. In Stuttgart investieren Restaurants und Cafés wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg aktuell in eine Technik, die aus dem aus OP-Saal bekannt ist.

Auch jetzt schon scheint sich in der Landeshauptstadt nicht jeder über die Außenbewirtung einiger Gastronomen zu freuen. Anwohner beschwerten sich beispielsweise über eine Bar - der Besitzer reagierte daraufhin auf Facebook.

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