Seen völlig überfüllt

10.000 Menschen stürmen an einen Badesee in Baden-Württemberg - Die Gemeinde versinkt im Chaos

  • Lisa Schönhaar
    vonLisa Schönhaar
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Um das Coronavirus in Baden-Württemberg erfolgreich einzudämmen, gelten nach wie vor Hygienauflagen wie der Mindestabstand. Am vergangenen Wochenende strömten jedoch tausende Menschen an Badeseen.

  • Seit der Lockerung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg steigen die Infektionszahlen wieder leicht an.
  • Die Badeseen in der Region Heilbronn-Franken waren am Sonntag völlig überfüllt - allein am Breitenauer See bei Obersulm schätzte die Polizei rund 10.000 Badegäste.
  • Sozialminister Manfred Lucha reagierte besorgt, weil Corona-Regeln häufig nicht eingehalten wurden.

Obersulm/Kreis Heilbronn - Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg (BW24* berichtete) war der Alltag der Bürger für viele Wochen stark eingeschränkt. Da sich Covid-19 seit einiger Zeit vergleichsweise langsam verbreitet und die Maßnahmen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus* Wirkung zeigen, hat die Landesregierung bereits mehrfach Lockerungen beschlossen - darunter auch die Öffnung von Schwimmbädern. Obwohl Badeseen offiziell nie geschlossen waren, kam es am vergangenen Wochenende zu einem extremen Ansturm auf die Seen in der Region Heilbronn-Franken.

Seit dem 1. Juli ist trotz Coronavirus in Baden-Württemberg nahezu alles wieder erlaubt*. Schulen sind geöffnet, Bäder und Saunen dürfen wieder Gäste empfangen - allerdings nach wie vor unter bestimmten Hygieneauflagen, um die Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg* kontrollieren zu können. Seitdem kam es bereits mehrfach zu Neuinfektionen, viele davon an Schulen im Land - in der Landeshauptstadt Stuttgart* sind mindestens fünf Schulen und zwei Kitas betroffen, in einem Hochhauskomplex in Stuttgart mussten kürzlich 400 Corona-Tests* durchgeführt werden, nachdem es zu Neuinfektionen von Kindern in zwei Familien kam.

Trotz Coronavirus in Baden-Württemberg: Am vergangenen Wochenende waren die Badeseen im Land völlig überfüllt (Symbolbild).

Coronavirus in Baden-Württemberg vergessen: Tausende Menschen tummeln sich an Badeseen im Bundesland

Dennoch scheint bei vielen Menschen der Respekt vor der Infektionsgefahr verloren gegangen zu sein, die vom Coronavirus in Baden-Württemberg nach wie vor ausgeht. Das lassen Bilder vom Breitenauer See bei Obersulm im Kreis Heilbronn vom vergangenen Sonntag vermuten: Menschenmassen strömten an den See und ignorierten überwiegend wichtige Hygieneregeln wie den Mindestabstand von 1,5 Meter. Die Polizei schätzt, dass sich allein am Breitenauer See etwa 10.000 Menschen aufgehalten haben, dicht aneinandergedrängt.

Sozialminister Manne Lucha appellierte angesichts des Coronavirus in Baden-Württemberg an die Vernunft der Besucher. „Manche scheinen zu vergessen, dass wir uns noch mitten in der Pandemie befinden“, sagte der Grünen-Politiker auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sehen diese Entwicklung mit Sorge.“ Wer sich mit Hunderten von Menschen auf engem Raum tummele und die Abstandsregeln ignoriere, handele fahrlässig.

Die Gemeinde Obersulm und die Betreiber des Sees hatten schon vor dem Wochenende öffentlich darum gebeten, nicht an den Breitenauer See zu kommen: „Bleiben Sie an Schönwetterwochenenden dem Breitenauer See fern“ hieß es unter anderem auf der Weibseite des Sees. Besucher, die trotz dieser Empfehlung kämen, würden ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Abstandsregeln zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg gelten, andere Mitmenschen durch Abstandhalten geschützt werden müssten und die Abstände einzuhalten seien. Der Appell war erfolglos, tausende Menschen stürmten am Sonntag an den See.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Polizei an Badesee im Einsatz - zu viele Menschen, um den Abstand zu kontrollieren

Die Polizei war am Wochenende im Einsatz und unterstütze die Betreiber des Breitenauer Sees. Bei einer Menge von rund 10.000 Menschen aber könne auch sie nicht mehr viel ausrichten, was etwa die Einhaltung der Abstandsregeln zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg angehe, so ein Sprecher des Präsidiums Heilbronn. Auch die Parkplätze waren heillos überfüllt, es entstand ein Vekehrschaos auf den umliegenden Straßen und Besucher nahmen sehr weite Laufwege auf sich. Einen ähnlich großen Ansturm gab es am Wochenende an der Ehmetsklinge bei Zaberfeld und dem Tiroler See bei Forchtenberg im Hohenlohekreis.

Da sich am Wochenende am Breitenauer See trotz Coronavirus in Baden-Württemberg kaum jemand an den Mindestabstand hielt - vor allem aus Platzmangel - will das Gesundheitsamt Heilbronn nun jetzt das Infektionsrisiko bewerten. Falls ein Corona-Fall bekannt werden sollte, werden womöglich alle Badeseen im Kreis Heilbronn geschlossen.

Auch Schulen sind ein potenzieller Hotspot für Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg. Da sich das Coronavirus seit einiger Zeit auf einem vergleichsweise langsamen Niveau verbreitet, hat die Landesregierung kürzlich das Ende der Schulschließungen in Baden-Württemberg* beschlossen. Laut Gesundheitsamt Stuttgart geht ein jüngster Corona-Ausbruch in Stuttgart auf das sorglose Verhalten einer Großfamilie zurück* - die infizierten Familienmitglieder hatten Krankheitssymptome offenbar nicht ernst genommen und das Coronavirus weiter verbreitet. *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © dpa/Christoph Schmidt

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