Land prüft Schadenersatz

Baden-Württemberg sitzt auf 20 Millionen unbrauchbaren FFP2-Masken

  • Valentin Betz
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Masken sind ein wirksamer Schutz gegen das Coronavirus - sofern sie der geforderten Qualität entsprechen. Das Land Baden-Württemberg hat aber offenbar jede Menge fehlerhafter Ware eingekauft.

Stuttgart - Die Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg sind weiter rückläufig. Am Sonntag verzeichnete das Gesundheitsamt lediglich 108 Neuinfektionen, die 7-Tage-Inzidenz liegt nur noch bei 23,9. Entsprechend treten im Südwesten immer mehr Lockerungen in Kraft. Zuletzt durften unter Auflagen auch Fitnessstudios in Baden-Württemberg öffnen.

Allerdings ist eine Regel im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg bislang unumstößlich: Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gilt vielerorts nach wie vor, auch in Fitnessstudios. Der Mundschutz hat seine Daseinsberechtigung auch deutlich bewiesen, er gilt als wirksamer Schutz gegen eine Infektion mit dem Coronavirus.

Allerdings kommt es dabei auch auf die Qualität an. FFP2-Masken schützen wirksamer als OP-Masken. Vor allem dürften die Masken jedoch nicht fehlerhaft sein. Das ist aber offenbar bei großen Mengen der Fall, die das Land Baden-Württemberg bestellt hat.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Land sitzt auf mangelhaften Masken

Angesichts sinkender Fallzahlen entbrannte zuletzt die Diskussion über eine Abschaffung der Maskenpflicht. Bereits Mitte Mai hatten Kassenärzte gefordert, Geimpfte von der Maskenpflicht zu befreien. Bis Baden-Württemberg diesbezüglich eine Entscheidung fällt, ist vielerorts das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes aber weiterhin verpflichtend.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Das Land sitzt auf fast 20 Millionen fehlerhaften Masken und prüft deshalb Ansprüche auf Schadenersatz. (Symbolbild)

Fast 20 Millionen Masken in den Beständen des Landes-Baden-Württemberg kommen dafür aber offenbar nicht infrage, da sie den Normen nicht ganz entsprechen. Laut Sozialministerium sind derzeit insgesamt „15,2 Millionen Masken aus Landesbeschaffungen aus den Jahren 2020 und 2021 im Lager gesperrt“. Hinzu kämen rund 4,6 Millionen vom Bund gelieferte mangelhafte Masken. „Trotz sorgfältiger Auswahl der Lieferanten und der Vorgabe einer Herstellung in Deutschland waren zum Teil Masken nicht entsprechend der Norm“, hieß es laut Deutscher Presseagentur (dpa).

Masken gegen das Coronavirus: Baden-Württemberg prüft Ansprüche auf Schadenersatz

Was genau mit den mangelhaften Masken passieren soll, ist derzeit noch unklar. Wie die dpa berichtet, prüft das Land Baden-Württemberg aktuell Ansprüche auf Schadenersatz mit den Herstellern. Bis diese geklärt seien, blieben die Masken zur Beweissicherung im Lager. Mit dem Bund stehe das Land ebenfalls in Verhandlung über eine Kostenerstattung.

Probleme mit fehlerhaften Masken gegen das Coronavirus sind grundsätzlich keine Neuigkeit, die mangelhafte Lieferung war bekannt. Allerdings war laut dpa bislang von geringeren Mengen als den nun geschätzten fast 20 Millionen Masken die Rede. Inzwischen lässt das Land selbst beschaffte FFP2-Masken von der Prüforganisation Dekra checken.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul

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