Belegung der Intensivbetten

Baden-Württemberg: Kliniken verschieben pro Woche mehr als 1.000 Operationen wegen Corona

  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Weil die Zahl der Coronavirus-Patienten in Baden-Württembergs steigt, sind die Kliniken gezwungen, pro Woche 1.000 Operationen zu verschieben.

Stuttgart - Um die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg und Deutschland in den Griff zu bekommen, verhängten Bund und Länder für den November einen Teil-Lockdown, der mit verschärften Corona-Regeln verbunden ist. Dennoch steigt die Zahl der Neuinfektionen weiter stark an und mit ihr auch die der Intensivbettenbelegung in den Kliniken - etwa in der Landeshauptstadt Stuttgart.

In Baden-Württemberg werden wöchentlich mehr als 1.000 Operationen verschoben, um auf den Intensivstationen Platz für Coronavirus-Patienten zu schaffen.

In vielen Krankenhäusern von Baden-Württemberg herrschte bereits vor zwei Wochen Alarmzustand, der eine drastische Reaktion auf das Coronavirus zur Folge hatte. Stand 6. November waren die Einrichtungen im ganzen Südwesten zu 75 Prozent belegt gewesen. Zu diesem Zeitpunkt verschoben die ersten Kliniken bereits nicht dringend notwendige Operationen, um auf ein erhöhtes Patientenaufkommen vorbereitet zu sein - mittlerweile hat diese Praxis Ausmaße im vierstelligen Bereich pro Woche angenommen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kliniken verschieben wöchentlich 1.000 Operationen

Weitere aktuelle Informationen zur Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg in unserem Ticker.

Welche Folgen eine zu hohe Infektionsrate haben kann, zeigte sich jüngst im Elsass, wo die Corona-Lage in den Kliniken eskalierte. Auch dort wurden in der Folge nicht dringend notwendige Operationen verschoben. In Baden-Württemberg gilt seit dem 19. Oktober die Pandemiestufe 3, was für Krankenhäuser bedeutet, dass sie ihre Kapazitäten auf den Intensivstationen schrittweise für Corona-Patienten erhöhen müssen - unter anderem durch die Verschiebung von Operationen.

Derzeit sind im Südwesten von 3.011 verfügbaren Intensivbetten 689 nicht belegt - 1.700 weitere Betten stehen für den Notfall ebenfalls zur Verfügung und könnten innerhalb einer Woche einsatzbereit sein. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, führte die steigende Zahl der Coronavirus-Patienten in Baden-Württemberg dazu, dass mittlerweile mehr als 1.000 Operationen pro Woche verschoben werden. Das teilte eine Sprecherin der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) auf Anfrage der dpa mit.

Baden-Württemberg: Verschiebung von Operationen für mehr Platz für Corona-Patienten

Demnach werden Stand 17. November 404 mit dem Coronavirus Infizierte in Baden-Württemberg auf Intensivstationen behandelt - etwas mehr als die Hälfte von ihnen (221 Patienten) müssen invasiv beatmet werden. Krankenhäuser im ganzen Bundesgebiet sind seit April dazu verpflichtet, die Zahl ihrer Intensivbettenbelegung in Echtzeit dem Innen- und Sozialministerium zu melden.

Rubriklistenbild: © Fabian Strauch/dpa

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